Ungarisches Nettolohnwachstum verlangsamt sich im September: 718 Euro – UPDATE

Das Lohnwachstum in Ungarn verlangsamte sich von 9,1 Prozent im August auf durchschnittlich 8,8 Prozent pro Jahr im September, wie vom Statistischen Zentralamt (KSH) am Montag veröffentlichte Daten zeigen.
In absoluten Zahlen lag der durchschnittliche Bruttomonatslohn für Vollzeitbeschäftigte bei 392.300 Forint (1.080 EUR).
Der durchschnittliche Nettolohn betrug 260.900 Forint (718 Euro).
Rechnet man mit einem Zwölfmonats-VPI von 3,4 im September, lag das Reallohnwachstum bei 5,2 Prozent.
Ohne die 90.800 Ungarn in Pflegearbeitsprogrammen – die im September durchschnittlich 80.800 Forint brutto verdienten, betrug der durchschnittliche Bruttomonatslohn in Ungarn 402.900 Forint.
Der durchschnittliche Bruttolohn im Unternehmenssektor, zu dem die Staatsbetriebe gehören, stieg um 9,9 Prozent auf 406.100 Forint, ausgenommen Pflegekräfte Der durchschnittliche Bruttolohn im öffentlichen Dienst, ohne Pflegekräfte, stieg um 8,5 Prozent auf 400.500 Forint.
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Im Zeitraum Januar-September erreichte das Lohnwachstum 9,8 Prozent.
Die höchsten Gehälter zahlten der Finanz – und Versicherungssektor, durchschnittlich brutto 656.300 Forint (1807 Euro), während Ungarn im gewerblichen Beherbergungs – und Gastronomiesektor mit 248.300 Forint den niedrigsten Monatslohn hatten.
KSH stellte fest, dass Männer im Januar-September durchschnittlich 18,5 Prozent mehr verdienten als Frauen.
Ein Staatssekretär des Ministeriums für Innovation und Technologie kommentierte die Daten und sagte, die Reallöhne in Ungarn seien seit 93 aufeinanderfolgenden Monaten gestiegen.
Das garantierte Lohnminimum der Regierung habe sich auch für höhere Löhne als vorteilhaft erwiesen, sagte Sándor Bodó. Zwischen 2010 und 2020 ist der Mindestlohn von 73.500 Forint auf 161.000 Forint gestiegen, und der Mindestlohn für Facharbeiter ist von 89.500 Forint auf 210.600 Forint gestiegen, bemerkte er.
Der Bau- und Maschinenbausektor verzeichnete in diesem Jahr das größte Wachstum, während der Finanz- und Energiesektor weiterhin die höchsten Gehälter bietet, sagte er.
Staatliche Maßnahmen hätten die Löhne im öffentlichen Sektor im Einklang mit der Leistung des Landes erhöht, sagte er.
AKTUALISIEREN
Finanzanalysten stellten fest, dass das Lohnwachstum trotz der Pandemie robust blieb.
András Horváth von der Takarékbank sagte, dass die Löhne weiter wuchsen und ein jährliches Lohnwachstum von etwa 10 Prozent erwartet werde.
Abhängig von den laufenden Verhandlungen könne das Wachstum im nächsten Jahr etwa 8,5 Prozent betragen, sagte er.
Péter Virovácz von der ING Bank sagte, eine große Frage sei, ob sich die Seiten auf einen Mindestlohn für das nächste Jahr einigen könnten. Die Erhöhung der Reallöhne um 6 Prozent im vorherigen Lohnvertrag könne angesichts der aktuellen Krise unrealistisch erscheinen, sagte er und fügte hinzu, dass es dadurch zu Spannungen kommen könne. Auch die Tatsache, dass verschiedene Sektoren die Last der Krise in unterschiedlichem Maße tragen, könne zu zusätzlichen Spannungen führen, da die Empfehlungen und Vereinbarungen diese Diskrepanzen nicht berücksichtigen.
Der Analyst der K+H Bank, Dávid Németh, sagte, der Mindestlohn habe zu einem allgemeinen Anstieg der Löhne geführt, obwohl auch eine einmalige Zahlung an Gesundheitspersonal Mitte des Jahres eine Rolle gespielt habe.
Während in den Vorjahren der Arbeitskräftemangel in den Unternehmen der Hauptgrund für Lohnerhöhungen war, hat die Pandemie zu Entlassungen geführt, die sich unterschiedlich auf die Löhne verschiedener Sektoren auswirken.
So sind beispielsweise die Arbeitsplätze im Bereich der Beherbergungsbetriebe und des Gastgewerbes aufgrund der Pandemie um 17 Prozent geschrumpft, während die Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe um 5 Prozent zurückgingen. IT – und Kommunikationsberufe verzeichneten hingegen in den ersten neun Monaten des Jahres einen jährlichen Anstieg von 5 Prozent, bemerkte er.
Gábor Reg-s aus Századvég Gazdaságkutató stellten fest, dass die Daten nur die Veränderungen der Vollzeitlöhne zeigten und keine Beschäftigungsveränderungen in schlecht bezahlten Gastgewerbejobs widerspiegelten, in denen es wahrscheinlich zu mehr Entlassungen und Teilzeitbeschäftigung gekommen sei als in anderen Sektoren.

