Der Budapester Bürgermeister feiert den 73. Jahrestag der Befreiung des Budapester Ghettos

Jeder müsse sich der Vergangenheit stellen und das Geschehene objektiv beurteilen, um den Druck der Kollektivschuld auf die Gesellschaft zu entlasten, sagte der Budapester Bürgermeister István Tarlós am Donnerstag bei einer Gedenkfeier zum 73. Jahrestag der Befreiung des Budapester Ghettos.

Das offene Eingeständnis vergangener Sünden sei kein Zeichen kollektiver oder individueller Schwäche, sondern biete die Möglichkeit, die Ereignisse zu verarbeiten und gleichzeitig Lehren für die Zukunft zu ziehen, sagte er in Die Synagoge Dohány Street.

Tarlós fügte hinzu, dass mehrere Zehntausend unschuldige Menschen im Budapester Ghetto gelitten hätten und mehrere Tausend gegen Ende des Zweiten Weltkriegs ihr Leben verloren hätten.

András Heisler, Anführer der Föderation Ungarischer Jüdischer Gemeinden (Mazsihisz) sagte, dass im gegenwärtigen wiederkehrenden Boom des Hasses eine sanfte Erinnerung daran erforderlich sei, dass Hass alles um ihn herum zerstört, schließlich auch die Hassmacher selbst. Die Geschichte zeigt, wie sich scheinbar unschuldige antisemitische Äußerungen zu einer Katastrophe historischen Ausmaßes entwickeln können, sagte er.

An der Gedenkfeier nahmen der Staatssekretär des Büros des Premierministers, Csaba Latorcai, der ehemalige Premierminister und Oppositionsführer der Demokratischen Koalition, Ferenc Gyurcsány, der Vorsitzende der Liberalen Partei, Gábor Fodor, und mehrere in Budapest akkreditierte Diplomaten teil.

Das Ghetto wurde im November 1944 eingerichtet, wobei etwa 70.000 Menschen auf einem Gebiet von weniger als 20 Blocks zusammengepfercht waren.

Am 1. Januar 1945 wurde es von der Sowjetarmee befreit.

Insgesamt kam im Zweiten Weltkrieg rund die Hälfte der 200.000 Budapester Juden ums Leben.

Ausgewähltes Bild: MTI

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