Gedenktafel in Budapest für Roma-Führer enthüllt

Am Sonntag wurde am Budapester Bahnhof Nyugati (Westbahnhof) eine Gedenktafel zu Ehren von Béla Puczi eingeweiht, die die Roma anführte, die die Ungarn bei den ethnischen Zusammenstößen 1990 in Targu Mures (Marosvásárhely) im Zentrum verteidigten Rumänien.
In seiner Ansprache an die Zeremonie sagte Jen Settet, Leiter der Idetartozunk (‘Wir gehören hierher’) Vereinigung, er habe noch nie zuvor von jemand anderem gehört, der seine Identität so deutlich zum Ausdruck brachte wie Béla Puczi, die darauf bestand, Ungarin zu sein und Roma Auch während er gefoltert wurde.
Settetsagte das
Die Rolle, die Roma in der ungarischen Geschichte spielten, z.B. im Kampf gegen die Türken, im Revolutions – und Freiheitskampf 1956 oder im Systemwechsel 1989-1990, wird in den Schulen noch immer ignoriert.
In einer gemeinsamen Presseerklärung sagten das Roma-Pressezentrum und der Idetartozunk-Verband, die Roma, die die ethnischen ungarischen Einwohner von Targu Mures verteidigten, hätten gerufen „Keine Angst, Ungarn, wir Roma sind hier, um zu helfen!“”

Als Vergeltung wurde Puczi eingesperrt und gefoltert. Als er jedoch nach Ungarn floh, galt er eher als rumänischer Roma denn als Held.
Nach vielen Widrigkeiten sei er 2009 in Budapest obdachlos gestorben, hieß es.
“Viele von uns glauben, dass die Heldentat von Béla Puczi und seinen Gefährten eine Botschaft an alle Roma und Nicht-Roma-Ungarn auf beiden Seiten der Grenze ist, dass wir trotz aller Schwierigkeiten zusammengehören”, sagten sie.

Auch Vertreter der Sozialistischen Partei und der Momentum-Bewegung legten bei der Veranstaltung Kränze nieder.
Foto: MTI

