Sozialist warnt vor Haftsystem, das Migranten ‘enthöhnt’

Budapest, 14. Februar (MTI) „Asylsuchende, die nach Ungarn einreisen, sollten ordnungsgemäß überprüft werden, aber die Behörden sollten sie während des Überprüfungsprozesses nicht missbrauchen oder demütigen, sagte Zsolt Molnár, der (sozialistische) Leiter des nationalen Sicherheitsausschusses des Parlaments, am Dienstag.
Im Gespräch mit dem öffentlichen Kossuth Radio über die von der Regierung geplante Wiedereinführung der Inhaftierung von Migranten sagte Molnár, dass die Verordnung im Falle einer Rückführung faire Asylverfahren für Migranten gewährleisten sollte.
Regierungsamtsleiter János Lázár kündigte im vergangenen Monat erstmals Pläne zur Wiedereinführung eines Systems zur Inhaftierung von Migranten an. Dementsprechend wird Migranten, die einen Asylantrag stellen, bis zur Entscheidung über ihren Fall die freie Fortbewegung auf ungarischem Boden verboten. Außerdem wird abgelehnten Antragstellern das Überschreiten der ungarischen Grenzen verboten, bis sie ein verbindliches Urteil erhalten haben.
Auf die Frage, ob seine Partei die geplante Regelung unterstütze, sagte Molnár, sie hätten den Gesetzesentwurf noch nicht gesehen. Die Partei könne erst feststellen, ob ein solches System der Sicherheit der Ungarn und Europäer dienen würde und ob es mit dem Recht der Europäischen Union übereinstimme oder nicht, nachdem es den eigentlichen Vorschlag geprüft habe, sagte Molnár.
Er fügte jedoch hinzu, dass „der Vorschlag bisher propagandistisch erscheint“und argumentierte, dass die derzeit geltenden Gesetze die Inhaftierung von Migranten erlauben, bei denen festgestellt wird, dass sie das Asylsystem missbrauchen.
Molnar sagte, es sei “auch fraglich”, ob ein Verfahren, bei dem Behörden nie auch nur mit den betreffenden Asylbewerbern interagieren, mit den Rechtsnormen im Einklang stehe, die faire Asylverfahren auch für diejenigen Migranten garantieren, deren Asylanträge letztlich abgelehnt werden.
Die Regierung plant, Asylverhandlungen per Videoübertragung einzurichten.
Molnár weigerte sich jedoch, eine Unterstützung des Vorschlags kategorisch auszuschließen.
In seiner Rede zur Lage der Nation letzte Woche sagte Ministerpräsident Viktor Orbán, dass es in einem der “Kämpfe” Ungarns mit Brüssel in diesem Jahr um die Frage gehen werde, ob Migranten sich bis zur Prüfung ihrer Asylanträge frei auf dem Kontinent bewegen dürfen.

