Wettbewerbsaufsicht erhebt Geldbuße in Höhe von 12,6 Mio. EUR gegen Bankenvereinigung – Aktualisierung

Budapest, 12. Januar (MTI) – Die ungarische Wettbewerbsaufsichtsbehörde GVH hat gegen den ungarischen Bankenverband eine Geldstrafe von 4 Milliarden Forint (12,6 Mio. EUR) und gegen das Internationale Ausbildungszentrum für Bankiers eine Strafe von 15 Millionen Forint wegen der Führung eines Informationskartells verhängt.
Der GVH teilte am Dienstag in einer Erklärung mit, dass der Verband zusammen mit dem Ausbildungszentrum in den vergangenen 12 Jahren eine Bankdatenbank betrieben habe, die zu Wettbewerbsbeschränkungen geführt habeDie Datenbank habe es den Banken in Ungarn ermöglicht, vertrauliche strategische Informationen miteinander zu teilen, teilte das Amt mit.
Die Praxis verstoße sowohl gegen ungarische als auch gegen die Vorschriften der Europäischen Union, heißt es in der Erklärung.
Banken verfügten über aktuelle Informationen über den Markt, Markttrends, die Leistung ihrer Wettbewerber, ihre Geschäftspolitik und -strategien und nutzten die Informationen, um ihre eigenen Geschäftsrichtlinien, -strategien und Produktentwicklungen zu formulieren.
Die GVH hat die unmittelbare Verantwortung für die Verletzung der Wettbewerbsregeln nicht den Banken zugeschrieben, die die Datenbank nutzen, da es der Bankenverband war, der die Entscheidung für die Einrichtung und Aufrechterhaltung des Systems traf.
Banken, die die Datenbank nutzen, hatten in Ungarn zusammen einen Marktanteil von über 80 Prozent.
Der GVH stimmte einem Antrag des Vereins zu, die Geldbuße in Raten zu zahlen, da seine Mitgliedsbeiträge nicht die Gesamtkosten der Geldbuße decken.
Der Bankenverband finde die Entscheidung über die Nutzung der BankAdat-Dienste “inakzeptabel”, hieß es in einer Mitteilung.
Die Entscheidung des GVH beruhe auf rechtlichen und beruflichen Fehlinterpretationen und falschen Schlussfolgerungen, die die Funktionsweise eines Wettbewerbsmarktes ignorieren, sagte der Verband und fügte hinzu, dass er versuchen werde, die Entscheidung über alle im In- und Ausland möglichen rechtlichen Kanäle zu bekämpfen. Es hieß, dass der ungarische Bankensektor im Sommer 2000 als Reaktion auf eine staatliche Forderung den Datendienst BankAdat geschaffen habe und der Dienst regelmäßig mit Datenübermittlungen der Finanzaufsichtsbehörde unterstützt und auch häufig von Ministerien genutzt werde Die Existenz solcher Datenbanken, die aggregierte Kundendaten auf der Ebene der Bankportfolios zusammenstellen, wurde durch ein 2015 im Parlament verabschiedetes Gesetz genehmigt, betonte der Verband.

