Ungarn und China unterzeichnen MoU zum Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtel

Budapest, 6. Juni (MTI) – Die Außenminister Ungarns und Chinas unterzeichneten am Samstag in Budapest eine Absichtserklärung über die aktive Unterstützung der Regierungen für die Einrichtung des Seidenstraßen-Wirtschaftsgürtels und der 21. maritimen Seidenstraße.
Die Erklärung wurde vom ungarischen Außenminister Peter Szijjarto und seinem chinesischen Amtskollegen Wang Yi unterzeichnet.
Die Projekte, die darauf abzielen, die Konnektivität und Zusammenarbeit zwischen den Ländern entlang der alten Seidenstraße sowie zwischen Südostasien, Ozeanien und Nordafrika zu fördern, werden aus dem Seidenstraßenfonds finanziert, der bereits mit rund 40 Milliarden Dollar kapitalisiert wurde aus Peking.
Szijjarto sagte, die Bedeutung der bilateralen Zusammenarbeit Ungarns mit China werde dadurch belegt, dass es das erste Land sei, mit dem China ein Abkommen über die Umsetzung der Projekte unterzeichnet habe.
Wang Yi sagte, die Beziehungen zwischen Ungarn und China seien dank der Bemühungen beider Länder in der besten Phase aller Zeiten gewesen. Er lobte die Politik der ungarischen Regierung, sich den Ländern im Osten zu öffnen, und sagte, Ungarn könne die Rolle des Brückenkopfes zwischen China und der Europäischen Union spielen.
Er sagte, ein früheres Treffen mit Premierminister Viktor Orban habe das Vertrauen der beiden Länder ineinander gestärkt.
Ungarn zum Brückenkopf Chinas nach Europa und zu einem regionalen Zentrum zu machen, sei eine außenpolitische Priorität, sagte Szijjarto.
Die Zusammenarbeit Ungarns und Chinas sei noch nie zuvor so gut und so effektiv gewesen, sagte Szijjarto und fügte hinzu, dass Ungarn das „Flaggschiff“für Chinas Zusammenarbeit mit Mittel- und Osteuropa bleiben wolle.
Er sagte, dass ein besonders wichtiges Projekt, die Modernisierung der Eisenbahnlinie zwischen Belgrad und Budapest, die Teil eines Korridors für die Beförderung chinesischer Waren nach Europa werden soll, planmäßig voranschreite Vertreter der chinesischen, serbischen und ungarischen Regierung werden sich bald in Budapest treffen, um Pläne für die zweite Jahreshälfte zu vereinbaren, fügte er hinzu.
Die ungarischen und serbischen Machbarkeitsstudien seien erstellt worden, und die chinesische Regierung habe dazu ihre Stellungnahme abgegebenAuf der Grundlage dieser müsse bis zum 30. Juni eine einheitliche Machbarkeitsstudie erstellt werden, sagte Szijjarto
Er sagte, es signalisiere den Erfolg der bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit, dass Ungarns Exporte nach China im vergangenen Jahr um 8 Prozent auf den Rekordwert von 2,2 Milliarden Dollar gestiegen seien. Lebensmittel machten einen Großteil dieser Exporte aus, sagte Szijjarto und fügte hinzu, dass Ungarns Exporte in diesem Sektor in den ersten drei Monaten dieses Jahres im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2014 um das Siebenfache gestiegen seien.
Chinesische Unternehmen hätten bisher mehr als 3,5 Milliarden Dollar in Ungarn investiert und einige von ihnen hätten regionale Zentren in Ungarn eingerichtet, sagte Szijjarto.
Er stellte fest, dass am 1. Mai ein Direktflug Budapest-Peking gestartet worden sei und seitdem mehr als 4.000 Passagiere befördert habe, im vergangenen Jahr seien mehr als 90.000 chinesische Touristen in Ungarn angekommen, und die Touristenzahlen seien im ersten Quartal dieses Jahres um 16 Prozent gestiegen, fügte er hinzu.
Szijjarto sagte, dass im Juli in Budapest eine Sitzung des Ungarisch-Chinesischen Gemischten Wirtschaftsausschusses stattfinden werde.
Foto: MTI

