Ungarn fehle die Kultur für den Umgang mit medizinischen Kunstfehlern, sagt Marker-Forscher

Budapest, 5. August (MTI) „Ungarn fehlt die Kultur für den Umgang und die Kommunikation mit medizinischen Kunstfehlern, aber rechtliche Fragen dürften im Gesundheitswesen immer schneller zunehmen, sagte die Wirtschaftszeitung Vilaggazdasag heute unter Berufung auf einen Bericht des Marktforschers Szinapszis.

Jährlich werden rund 400-500 Klagen wegen angeblicher ärztlicher Kunstfehler eingereicht und eine Gesamtentschädigung von 2 Milliarden Forint (6,4 Mio. EUR) ausgezahlt.

Etwa 32 Prozent der befragten Ärzte gaben an, gegen sie Klagen wegen angeblicher ärztlicher Kunstfehler eingereicht worden zu sein, weitere 40 Prozent gaben an, dass ihnen eine Klagedrohung zugesprochen worden sei.

Bis zu 90 Prozent der unzufriedenen Patienten gaben an, Grund gehabt zu haben, eine Klage wegen ärztlicher Kunstfehler einzureichen, entschieden sich aber schließlich dagegen. Ganze 70 Prozent gaben an, dass die Aussicht auf einen langwierigen Eingriff sie abschreckte und 44 Prozent die erwarteten hohen Kosten einer Klage verhinderten. Etwa 32 Prozent der Patienten gaben an, dass sie nicht wüssten, an wen sie sich mit Beschwerden wenden sollten.

Insgesamt 16 Prozent der Ärzte gaben an, dass ihre Kollegen überhaupt nicht bereit seien, sich mit Fragen rund um Patientenrechte auseinanderzusetzen, und weitere 45 Prozent gaben an, nicht ausreichend vorbereitet zu sein. Gleichzeitig gaben mehr als 70 Prozent der Patienten an, dass die Ärzte über das Wissen und die Fähigkeiten verfügten, um umstrittene Fälle zu bearbeiten.

Laut dem Bericht von Szinapszis ist die Mehrheit der Patienten eher mit der Einstellung der Ärzte als mit der Qualität der Gesundheitsversorgung unzufrieden Fast 40 Prozent der Patienten gaben an, dass die Informationen, die sie von Ärzten erhielten, unzureichend seien.

Foto: www.karpatinfo.net

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