Die Civil Liberties Union fordert Drogenräume

(MTI) – Anstatt ein Nadelaustauschprogramm zu stoppen, braucht Ungarn Drogenräume, in denen intravenöse Drogen unter sterilen Bedingungen konsumiert werden können, sagte ein drogenpolitischer Experte der Ungarischen Union für bürgerliche Freiheiten (TASZ) am Donnerstag.
Peter Sarosi sagte bei einer Veranstaltung anlässlich des Internationalen Tages gegen Drogenmissbrauch und illegalen Handel, dass die Einrichtung sicherer Drogenräume das Auftreten von “Drogenabfällen” in öffentlichen Bereichen, die Verbreitung von HIV und Hepatitis C stoppen und auch die Gefahr einer Überdosierung verringern könnte.
TASZ reichte eine Petition beim Budapester Bezirk Jozsefvaros sowie bei anderen Gemeinden in Budapest und ganz Ungarn ein, um sichere Drogenkonsumräume einzurichten und ein Programm zur Förderung der Drogenprävention umzusetzen.
Sarosi sagte, Budapest und insbesondere der 8. Bezirk von Jozsefvaros seien die Heimat Tausender intravenöser Drogenkonsumenten und das Drogenproblem habe sich in den letzten Jahren durch das Aufkommen von Designerdrogen erheblich verschärft. Während Heroinkonsumenten die Droge 3 oder 4 Mal am Tag erschossen hätten, könnten die neuen Drogenarten bis zu 15 Mal am Tag erschossen werden, sagte er.
Die Blue Point Foundation, eine NGO, die im 8. Bezirk ein Nadel- und Spritzenprogramm betreibt, wird im September 2014 schließen, weil der Gemeinderat ihre Aktivitäten unmöglich gemacht hat, sagte Sarosi.
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