Unabhängige, demokratische Ukraine Ungarns Interesse, Navracsics sagt NATO-Konferenz

(MTI) – Es liegt im Interesse Ungarns, dass die Ukraine ein demokratischer, unabhängiger Staat mit territorialer Souveränität sein sollte, sagte der ungarische Außenminister am Mittwoch.
Ungarn sei einer der ältesten Freunde der Ukraine, es gehöre zu den ersten Ländern, die zuvor die Unabhängigkeit der Ukraine anerkannt hätten, sagte Tibor Navracsics in Brüssel, wo er an einer Konferenz der NATO-Außenminister teilnahm.
Bezüglich der bilateralen Beziehungen wies Navracsics auf zwei Bereiche hin, die unter den Interessen Ungarns von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören die Situation der ungarischen Gemeinschaft in Transkarpatien in der Westukraine und die Fähigkeit Ungarns, die Ukraine mit Gas zu versorgen, falls ihr Zugang zu russischen Lieferungen verwehrt bleibt.
“Ungarn trägt strategisch zur Aufrechterhaltung einer unabhängigen Ukraine und ihrer Stabilität bei”, sagte der Außenminister.
Die ungarische Gemeinschaft in der Ukraine unterstütze die derzeitige Führung des Landes, da Petro Poroschenko sich verpflichtet habe, die Bildung eines eigenen Verwaltungsbezirks ungarischer Ortschaften sicherzustellen, bevor er zum neuen Präsidenten der Ukraine gewählt wurde, sagte Navracsics. Poroschenko habe sich außerdem verpflichtet, der ungarischen Gemeinschaft den uneingeschränkten Gebrauch ihrer Muttersprache und die Möglichkeit zu gewährleisten, die Grundbedingungen kultureller Autonomie zu schaffen, fügte er hinzu.
Es wird erwartet, dass der ukrainische Präsident diesen Verpflichtungen mit Sicherheit nachkommt, sagte Navracsics.
Auf die Frage nach seinem bilateralen Treffen mit seinem ukrainischen Kollegen sagte Navracsics, er habe Pawlo Klimkin gebeten, dass die Ukraine nach Möglichkeit die Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft für ihre Bürger zulassen sollte, die derzeit nach ukrainischem Recht verboten ist. Die ukrainische Seite zeigte sich offen, das Thema langfristig zu prüfen, sagte Navracsics.
Im Zusammenhang mit dem ukrainisch-russischen Konflikt stellte er eine einheitliche Auffassung innerhalb der NATO fest, dass Moskaus Schritte inakzeptabel seien.
Die Aussetzung der Zusammenarbeit sei gerechtfertigt und sollte auch so beibehalten werden, sagte er.
Aber der Ansatz gegenüber Russland sollte langfristig sein, dass es Teil der europäischen sicherheitspolitischen Architektur bleiben soll, sagte der Minister.
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