Premierminister Viktor Orbán bekam von US-Präsident Donald Trump einen signierten Hut und riesige Geschäfte

Eine Reihe neuer Fotos, die das Weiße Haus auf Instagram gepostet hat, haben in Ungarn für Aufsehen gesorgt. Sie zeigen Premierminister Viktor Orbán und Bau- und Verkehrsminister János Lázár, die am Schreibtisch des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump Schlange stehen und auf signierte Baseballkappen warten.
Premierminister Viktor Orbán erhält eine signierte Kappe von Donald Trump
Auf den Bildern ist Trump zu sehen, wie er seine charakteristischen Mützen signiert, auf denen Slogans wie “Make America Great Again” und “Trump Was Right About Everything” prangen.
Jede Mütze, die für rund 55 USD (ca. 18.000 HUF) verkauft wird, wurde für die Mitglieder der ungarischen Delegation persönlich signiert, schreibt 444. Während Trump fröhlich wirkt, beobachtet der Premierminister den Vorgang mit einem eher neutralen Gesichtsausdruck und Lázár, der eine leuchtend rote “Trump Was Right”-Mütze hält, schaut aufmerksam zu.
Souveräne Außenpolitik?
Das Foto löste im Internet eine Debatte aus. Ungarische Kommentatoren wiesen auf die Ironie hin, dass Minister einer Regierung, die sich stolz für eine “souveräne Außenpolitik” einsetzt, für Erinnerungsstücke eines ehemaligen US-Präsidenten Schlange stehen.
Andere Fotos von dem Besuch zeigen einen unbeschwerten Austausch zwischen Orbán und Trump vor einem formellen Mittagessen, bei dem Coca-Cola und Salat auf dem Tisch stehen. Weitere Bilder zeigen Silhouetten und Daumen hoch-Posen, die den freundlichen Ton des Treffens unterstreichen.
Der Premierminister hat bekommen, was er wollte
Abgesehen von der Optik ging es bei den Gesprächen zwischen den beiden Staatsoberhäuptern Berichten zufolge um Energie und technologische Zusammenarbeit. Nach dem Treffen kündigte Orbán mehrere wichtige Zugeständnisse der Vereinigten Staaten an: Ungarn würde von den amerikanischen Sanktionen gegen russische Öl- und Gasimporte über die TurkStream- und Druschba-Pipelines vollständig befreit werden.
Ungarn wird außerdem Kernbrennstoff von der amerikanischen Firma Westinghouse kaufen und die Tür für die Einführung kleiner amerikanischer Modulreaktoren öffnen. Laut Orbán werden die US-Sanktionen, die das Kernkraftwerk Paks II betreffen, vollständig aufgehoben, obwohl keine Einigung über die Wiedereinführung des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen den beiden Ländern erzielt wurde.
Er hatte auch ein Gespräch mit dem Vizepräsidenten
Später führte Orbán auch Gespräche mit dem US-Vizepräsidenten J.D. Vance. Der ungarische Premierminister bezeichnete den Besuch als politischen und wirtschaftlichen Erfolg. Er habe in Washington erreicht, was er sich erhofft habe – und in einigen Gesten vielleicht sogar noch mehr.
Unterdessen bedankte sich Orbán öffentlich bei Trumps Regierung für die Schließung der ungarischen Ausgabe von Radio Free Europe. Er postete eine Nachricht der Leiterin der US Global Media Agency, Kari Lake, die diesen Schritt damit begründete, dass der Sender “die ungarische Regierung geschwächt” habe. Orbáns kurzer Kommentar lautete schlicht: “Danke”.

