Amerikanischer Brennstoff im Kernkraftwerk Paks? Versucht Ungarn, die russische Energieabhängigkeit zu verringern?

Ein neues Kapitel in der ungarischen Versorgung mit Kernbrennstoff könnte beginnen, da die MVM Gruppe am 7. November einen langfristigen Vertrag mit dem amerikanischen Unternehmen Westinghouse Electric Company unterzeichnet hat.

Großes Geschäft für Ungarn

Ziel der Zusammenarbeit ist es, das Kernkraftwerk Paks mit stabilem und sicherem, in Europa hergestelltem WWER-Brennstoff zu versorgen und damit die Energieabhängigkeit des Landes zu verringern, so Privátbankár.

Im Rahmen der Vereinbarung wird Westinghouse voraussichtlich ab 2028 mit der Belieferung Ungarns beginnen, sobald die erforderlichen Genehmigungsverfahren abgeschlossen sind. Laut Károly Mátrai, CEO der MVM Group, wird dieser strategische Schritt nicht nur die Sicherheit des Betriebs der Anlage erhöhen, sondern auch die Flexibilität der ungarischen Energieversorgung steigern.

Er fügte hinzu, dass die Diversifizierung der Brennstoffbeschaffung die Abhängigkeit von externen Faktoren verringert und dazu beiträgt, Haushalte und Unternehmen mit berechenbarer und erschwinglicher Energie zu versorgen.

Westinghouse ist bereits ein Lieferant für viele europäische Länder

Paks Nuclear Power Plant Iran Hungary
Quelle: Kernkraftwerk Paks / Facebook

Tarik Choho, President of Nuclear Fuel bei Westinghouse, betonte, dass das Unternehmen mit diesem Vertrag nun alle europäischen Betreiber von Reaktoren des Typs WWER beliefert und damit die Energiesicherheit des Kontinents stärkt.

Laut der Erklärung von MVM bieten die jahrzehntelange Erfahrung von Westinghouse und die bestehenden Partnerschaften mit Kernkraftwerken in der Tschechischen Republik, der Slowakei, Bulgarien und Finnland zusätzliche Sicherheit für eine zuverlässige Zusammenarbeit.

Die US-Botschaft in Budapest wies darauf hin, dass das Abkommen einen Wert von rund 114 Millionen US-Dollar hat, was etwa 38 Milliarden Forint entspricht. Der Schritt steht im Einklang mit den allgemeinen Bemühungen Ungarns, seine Energieabhängigkeit zu verringern und die langfristige, sichere Rolle der Kernenergie in der Energieerzeugung des Landes zu stärken.

Ein durchgesickertes Foto verrät die Geheimnisse des Deals

Ein kürzlich durchgesickertes Foto hat Licht auf die Schlüsselbotschaften geworfen, die die Vereinigten Staaten dem ungarischen Premierminister Viktor Orbán während seines jüngsten Treffens in Washington überbringen wollten.

Das Dokument, das Berichten zufolge während der Gespräche mit Präsident Donald Trump aufgenommen wurde, hebt drei Hauptbereiche hervor: die Verringerung der Abhängigkeit Ungarns von russischer Energie, die Ausweitung der nuklearen Zusammenarbeit und die Erhöhung der Importe von amerikanischem Flüssigerdgas (LNG).

Den sichtbaren Notizen zufolge hat die amerikanische Seite Ungarns Vereinbarung mit Westinghouse gewürdigt – das erste Kernbrennstoffgeschäft des Landes, das nicht mit Russland verbunden ist. Washington betrachtet dies als einen wichtigen Schritt zur Diversifizierung der ungarischen Energiequellen und zur Verringerung der Abhängigkeit von Moskau.

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Das Dokument hebt auch die neu unterzeichnete Zusammenarbeit bei kleinen modularen Reaktoren (SMR) hervor, die zum Bau von bis zu zehn von GE Vernova-Hitachi entwickelten Reaktoren in Ungarn führen könnte. Berichten zufolge sehen die Vereinigten Staaten dies als Chance für Ungarn, eine regionale Führungsrolle in der SMR-Technologie zu übernehmen.

LNG-Importe waren ein weiteres wichtiges Gesprächsthema. Die Notizen enthalten eine direkte Frage der amerikanischen Delegation: “Was ist nötig, um das Abkommen abzuschließen?” Dies deutet darauf hin, dass die Verhandlungen über ein langfristiges Gaslieferabkommen noch nicht abgeschlossen sind, dass Washington aber bereit ist, eine groß angelegte Energiehandelspartnerschaft voranzutreiben, die möglicherweise Hunderte von Millionen Dollar wert ist.

Neben den Angeboten zur Zusammenarbeit werden in dem Dokument jedoch auch klare Bedingungen genannt. Bezüglich der Sanktionsausnahme für das Atomprojekt Paks II besteht Washington darauf, dass jede künftige Nachsicht von den nationalen Sicherheits- und außenpolitischen Erwägungen der USA abhängen wird – einschließlich der Stabilität und Sicherheit des ungarischen Energiesystems.

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