Milliardenabschlag auf den Preis des ungarischen Ministeriums: Warum muss es so schnell verkauft werden?

Der Hauptsitz des ungarischen Wirtschaftsministeriums ist erneut zur Versteigerung freigegeben worden. Das zehnstöckige Gebäude am József-Nádor-Platz im Zentrum Budapests hat in der ersten Runde keinen Bieter gefunden, so dass der Staat einen Preisnachlass angeboten hat, in der Hoffnung, die Immobilie noch vor Jahresende verkaufen zu können.
Das Gebäude des Ministeriums für Nationale Wirtschaft ist wieder auf dem Markt
Die MNV hat den Verkauf des Hauptsitzes des Wirtschaftsministeriums am József Nádor Platz nach einer erfolglosen Auktion Ende September wieder aufgenommen. Der neue Startpreis wurde um 10 Prozent auf 33,85 Milliarden HUF gesenkt. Der Staat will den Verkauf noch in diesem Jahr abschließen und hofft, dass der Preisnachlass das Interesse von Investoren weckt.
Das zehnstöckige Gebäude umfasst mehrere Untergeschosse und ist insgesamt mehr als 27.000 Quadratmeter groß. Ursprünglich wurde es im frühen 20. Jahrhundert als Hauptsitz der Ungarischen Allgemeinen Kreditbank errichtet und diente später jahrzehntelang als Finanzministerium. Im Laufe der Jahre wurde es mehrfach renoviert und modernisiert und fungiert heute als gut ausgestattetes, modernes Bürogebäude.
Der künftige Eigentümer wird jedoch erst dann in den vollen Besitz des Gebäudes gelangen, wenn das Ministerium auszieht, was voraussichtlich im September 2026 der Fall sein wird.

Das Gebäude steht unter nationalem Denkmalschutz, so dass die ursprüngliche Fassade, die Innenräume und die künstlerischen Details bei künftigen Renovierungen erhalten bleiben. Seine Lage im Budapester Stadtteil Belváros-Lipótváros gehört zu den wertvollsten auf dem Immobilienmarkt der Stadt: Die Nähe zur Donau, die historische Stadtstruktur und die hervorragende Verkehrsanbindung machen ihn für Investoren äußerst attraktiv.
Das Gebäude des Innenministeriums am Flussufer bereits verkauft
Im September wechselte auch der Sitz des Innenministeriums am Flussufer den Besitzer – für 50,7 Milliarden Forint, wobei nur ein einziges Gebot abgegeben wurde. Das 41.000 Quadratmeter große Gebäude ist eine der größten staatlichen Immobilien in Budapest und hat eine große historische Bedeutung. Obwohl die Auktion schnell abgeschlossen wurde, wird der neue Eigentümer nicht sofort den vollen Besitz übernehmen: Das Ministerium wird noch einige Monate lang einen Teil des Geländes bewohnen, wobei die endgültige Übergabe für Januar 2026 erwartet wird.
Das Ministerium zieht in den Bereich des Szentháromság-Platzes im Budaer Burgviertel um. Sein neues Domizil neben der Matthiaskirche wurde an der Stelle des ehemaligen Hauptsitzes des Finanzministeriums wieder aufgebaut, der sich dort vor 1945 befand.
Trends bei staatlichen Immobilienverkäufen
In den letzten Jahren hat die ungarische Regierung eine bewusstere Strategie für den Verkauf ungenutzter staatlicher Immobilien verfolgt. Ziel ist es, das Portfolio zu straffen und Einnahmen zu generieren – insbesondere durch den Verkauf hochwertiger, historischer Gebäude im Zentrum von Budapest.
Nach Angaben von MNV erreichten die Einnahmen aus Immobilienverkäufen im Jahr 2023 18,1 Milliarden Forint, während das Ziel für 2024 bei fast 33 Milliarden Forint liegt.
Es ist auch üblich, dass die Käufer erst nach einer Übergangszeit den vollen Zugang erhalten, da staatliche Institutionen oft einen Teil der Immobilien noch eine Zeit lang nutzen. Außerdem muss jede Renovierung oder Sanierung den strengen Vorschriften des Denkmalschutzes und der Stadtplanung entsprechen, was bedeutet, dass die Investoren im Rahmen des Denkmalschutzes arbeiten müssen.
Abgebildetes Bild: Kulturális Örökség Napjai / Facebook

