Gegen die neue Basis von Wizz Air, die spannende exotische Ziele erschließen könnte, regt sich heftiger Widerstand

In Israel regt sich starker Widerstand dagegen, dass Wizz Air eine Basis am Flughafen Ben Gurion eröffnet und zu einem gleichberechtigten Akteur neben israelischen Fluggesellschaften auf dem Markt wird. Das Verkehrsministerium, das offenbar der Vordenker und die treibende Kraft hinter dem Projekt ist, glaubt, dass die ungarische Billigfluggesellschaft dazu beitragen könnte, die Preise zu senken, während einige Fluggesellschaften und Aufsichtsbehörden vor möglichen Risiken im Zusammenhang mit der ungarischen Billigfluggesellschaft warnen. Die Führung von Wizz Air ist vorsichtig, scheint aber offen für die Idee zu sein.

Israelische Fluggesellschaften lehnen Wizz Air ab

Im August schrieben wir, dass Israels nationale Fluggesellschaft El Al die Präsenz von Wizz Air in Ben Gurion als ein Risiko für die nationale Sicherheit betrachtet. Auch Israir und Arkia protestieren. Ihre größte Sorge ist, dass ausländische Fluggesellschaften das Land in Kriegszeiten verlassen könnten – wie es die Fluggesellschaft während des Iran-Konflikts getan hat – und die Einwohner gestrandet wären und keine andere Möglichkeit hätten, als das Land per Schiff oder Flugzeug zu verlassen.

Gleichzeitig wies die Jerusalem Post darauf hin, dass El Al selbst nach dem verheerenden Terroranschlag der Hamas am 7. Oktober 2023 unfair gehandelt hat. Da sie sich in einer Monopolstellung befand, erhöhte sie absichtlich die Ticketpreise, was zu einer Entschädigungsklage führte, in der rund 250 Millionen Forint gefordert wurden.

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Foto: Wizz Air

Das israelische Verkehrsministerium scheint darauf bedacht zu sein, ein solches Monopol zu vermeiden. Eine Delegation, der auch der Leiter der israelischen Flughafenbehörde angehörte, reiste kürzlich nach Budapest, um mit der Zentrale von Wizz Air zu verhandeln. Ihr Ziel ist es, dass die neue Basis von Wizz Air in Ben Gurion dazu beiträgt, die Preise zu senken.

Erkundung der Möglichkeiten

Die große israelische englischsprachige Nachrichtenseite Ynetnews berichtete über diesen Besuch und schickte Journalisten nach Budapest, um über die Entwicklungen zu berichten. Sie lobten die Fluggesellschaft und wiesen darauf hin, dass sie vor Beginn des Gaza-Krieges die zweitgrößte Fluggesellschaft nach El Al war.

Laut Ynetnews sah sich das Verkehrsministerium während des Gaza-Konflikts heftiger Kritik in Bezug auf den Luftverkehr ausgesetzt, weshalb es den Wettbewerb durch die Aufnahme einer neuen Fluggesellschaft verstärken will.

András Radó, der Kommunikationschef von Wizz Air, sagte, dass eine Eröffnung der Basis nicht so bald erfolgen werde, da man noch prüfe, ob der Umzug wirtschaftlich sinnvoll sei. Die Fluggesellschaft steht vor mehreren Herausforderungen. So kann sie als ausländische Fluggesellschaft derzeit keine israelischen Mitarbeiter einstellen, was für die Senkung der Kosten von entscheidender Bedeutung wäre. Außerdem müsste sie die strengen israelischen Sicherheitsvorschriften einhalten, die von ihrem Konkurrenten El Al verwaltet werden. Der ungarische Billigflieger würde auch seine Flugzeuge auf dem Flughafen parken und dort kleinere Reparaturen durchführen wollen.

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Foto: depositphotos.com

Wizz Air kann von einer neuen Basis viel profitieren

Laut Ynetnews wäre die Eröffnung einer Basis ein großer Schritt nach vorne für Wizz Air. Der größte Vorteil wäre der Zugang zu Slots am frühen Morgen und späten Abend – die bei Touristen sehr beliebt sind – und die Möglichkeit, Personal in Israel zu stationieren. Dadurch könnten die Flüge zu Zielen wie dem Balkan, dem Kaukasus, Marokko und den Vereinigten Arabischen Emiraten um mehrere Dutzend Prozent erhöht werden.

Israel besteht darauf, dass die ungarische Billigfluggesellschaft im Gegenzug eine Inlandsstrecke zwischen Eilat und Tel Aviv betreibt.

Der Kommunikationsdirektor von Wizz Air sagte, dass der Widerstand der israelischen Fluggesellschaften sie nicht wirklich störe und fügte hinzu, dass sie neben anderen lokalen Besatzungen auch israelische Piloten einstellen würden.

Fliegen, solange es sicher ist

Zur Sicherheitslage erklärte Radó, dass Wizz Air so lange nach Israel fliegen wird, wie es sicher ist. Die ungarische Billigfluggesellschaft hat die Flüge nach dem Krieg einen Monat früher als ursprünglich geplant wieder aufgenommen. Er fügte außerdem hinzu, dass israelische Passagiere verstehen, wie Billigfluggesellschaften arbeiten und ihre Reisekosten bewusst niedrig halten, so dass Konflikte selten sind.

Wizz Air Budapest flight
Foto: depositphotos.com

Die oberste Priorität von Wizz Air bleibt jedoch die Rentabilität. Aus diesem Grund hat sie Abu Dhabi im letzten September und Wien im April verlassen.

Umfassende Erfahrung, wachsende Möglichkeiten

Wizz Air nahm 2013 den Flugbetrieb nach Israel auf und hat bis heute über 10 Millionen Passagiere befördert. Derzeit bedient sie 21 Routen zu europäischen Zielen, darunter Griechenland, Österreich, Bulgarien und Italien. Im Jahr 2025 bot sie 117 wöchentliche Flüge mit 1,55 Millionen Sitzplätzen an.

Die ungarische Billigfluggesellschaft fliegt rund 200 Flughäfen in mehr als 50 Ländern an und betreibt 32 Basen mit einer Flotte von 250 Flugzeugen. Radó wies darauf hin, dass sie keine Schmalrumpfflugzeuge für Langstreckenflüge einsetzen wollen, so dass Flüge nach Thailand nicht zu erwarten sind. Die Flugzeuge des Typs A321XLR haben eine Reichweite von sieben Stunden, was für die notwendigen Entfernungen ausreicht.

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