Hitlers untersuchte DNA enthüllt erstaunliche Geheimnisse

Dank einer umfassenden DNA-Analyse sind bisher verborgene Aspekte des Privatlebens und der Persönlichkeit Adolf Hitlers ans Licht gekommen und bieten neue Perspektiven auf eine der berüchtigtsten Figuren der Geschichte des 20. Jahrhunderts.
Generationen von Historikern und Forschern haben das Leben Adolf Hitlers schon lange unter die Lupe genommen, doch eine bahnbrechende Studie hat nun eine völlig neue Dimension der Untersuchung eröffnet: die DNA des Diktators. In dem Dokumentarfilm Hitlers DNA: Blueprint of a Dictator wurde unter der Leitung des Genetikers Turi King und des Historikers Alex J. Kay zum ersten Mal Hitlers Blutprobe analysiert – und die Ergebnisse enthüllten erstaunliche Details, berichtet History Extra.
Hitlers Blut untersucht
Die DNA-Probe stammte aus einem einfachen Gewebestück, das Oberstleutnant Roswell P. Rosengren aus dem Sofa geschnitten hatte, auf dem sich der Diktator am 30. April 1945 in seinem Berliner Bunker erschoss.
Das Gewebe wurde später vom Historischen Museum in Gettysburg erworben, das die Herkunft des Gewebes bestätigte. Die genetische Identifizierung bestätigte die Zugehörigkeit des Blutes zu Hitler, nachdem eine Übereinstimmung mit dem Y-Chromosom eines entfernten Verwandten väterlicherseits festgestellt worden war.
Ein anerkannter Genmangel erklärt vieles
Die DNA-Analyse räumte sofort mit einem langjährigen Mythos auf: Demnach hatte Hitler entgegen den seit den 1920er Jahren kursierenden Vermutungen keine jüdischen Vorfahren väterlicherseits. Doch das genetische Profil offenbarte weitaus tiefere Zusammenhänge.
Die Sequenzierung des gesamten Genoms zeigte, dass er einen Gendefekt trug, der mit dem Kallmann-Syndrom und dem kongenitalen hypogonadotropen Hypogonadismus in Verbindung steht.
Diese Mutation kann zu einem niedrigen Testosteronspiegel, verminderter Libido, Entwicklungsanomalien der Sexualorgane und Fruchtbarkeitsstörungen führen. Historische Aufzeichnungen – einschließlich einer medizinischen Untersuchung des Diktators im Jahr 1923 – bestätigen, dass er tatsächlich unter solchen körperlichen Bedingungen litt.
Die genetischen Erkenntnisse werfen auch ein neues Licht auf andere zeitgenössische Berichte. Hitlers Jugendfreund August Kubizek schrieb von “klösterlicher Askese”, völligem Desinteresse an Frauen und sexueller Selbstbeschränkung, während andere Zeitgenossen feststellten, dass er sich einfach für seinen Körper schämte. Das Kallmann-Syndrom liefert eine schlüssige Erklärung für all diese Beobachtungen.
Forscher haben eine Veranlagung für psychische Störungen festgestellt
Die Studie berechnete auch polygene Risikoscores und zeigte, dass Hitler zu den obersten 1% der genetischen Veranlagungen für Schizophrenie, Autismus und bipolare Störungen gehörte.
Dies stellt zwar weder eine formale Diagnose dar, noch bedeutet es, dass er diese Krankheiten in sich trug, aber die Tatsache, dass er in allen drei Kategorien so hoch abschnitt, ist außergewöhnlich selten.
Die Realität war viel komplexer
All dies ist jedoch nur ein Teil des Bildes. Hitlers traumatische Kindheit – einschließlich eines misshandelnden Vaters und des frühen Todes seiner Geschwister und Eltern – trug ebenso zur Bildung seiner Persönlichkeit bei wie spätere gesellschaftliche Einflüsse.
Die DNA-Analyse kann zwar weder den Holocaust noch die schrecklichen Taten des Diktators erklären, aber die Kombination von genetischen und historischen Daten bietet eine wichtige neue Dimension für unser Verständnis von Hitlers außergewöhnlich rätselhaftem, völlig politisch getriebenem Leben – einem Leben, das sich von dem aller anderen Nazi-Führer unterscheidet.

