Politico: Premierminister Orbán zählt zu den mächtigsten Staatsoberhäuptern Europas

In seiner jüngsten Rangliste hat das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Politico den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump zur mächtigsten Persönlichkeit ernannt, die die Zukunft Europas beeinflusst – und damit zum ersten Mal jemanden, der außerhalb Europas aktiv ist. Nicht weit dahinter rangiert der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán, der neben dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Zelenskyy zu den wichtigsten Machthabern des Kontinents gehört. Der ungarische Premier folgt auf den Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei Manfred Weber und liegt vor dem österreichischen Premierminister Alexander Stubb, während führende Politiker wie Frankreichs Emmanuel Macron und Polens Karol Nawrocki weit hinter ihm liegen.

Trump ist der mächtigste

Politico erklärt Trumps dominanten Einfluss auf Europa: “Sein Schatten liegt so groß über den europäischen Hauptstädten, dass seine Entscheidungen – ob explosiv oder strategisch – alles vom Verteidigungshaushalt bis zur Handelspolitik verändert haben.” In einem kürzlich geführten Interview mit Dasha Burns von Politico kritisierte Trump die Schwäche Europas und wies Behauptungen zurück, er habe Orbán inmitten der ungarischen Herausforderungen einen finanziellen Schutzschild angeboten. Mehr über den “Finanzstreit” zwischen Trump und Orbán finden Sie hier:

  • PM Orbán behauptet, Trump habe Ungarn ein finanzielles Schutzschild versprochen – Trump streitet das ab
Trump-Putin summit cancelled in Budapest
Foto: depositphotos.com

Die dänische Premierministerin Mette Frederiksen belegt den zweiten Platz, gefolgt von Friedrich Merz auf dem dritten Platz. Orbán liegt auf dem zwölften Platz und bereitet sich auf seine vielleicht härteste Wahlschlacht seit 2006 vor. Während er fast zwei Jahrzehnte lang die Umfragen dominierte, hat der jüngste Skandal um die Begnadigung des ehemaligen Justizministers den Schwung seiner Kampagne erschüttert. Péter Magyar, der Ex-Ehemann von Orbáns ehemaliger Ministerin, führt nun viele unabhängige Umfragen an, obwohl regierungsnahe Umfragen den amtierenden Premierminister immer noch vorne sehen.

Jüngste Maßnahmen wie die Einführung eines 14. Rentenmonats und die Abschaffung der Einkommenssteuer für Mütter mit zwei oder mehr Kindern haben Orbán geholfen, etwas Unterstützung zurückzugewinnen.

Orbán bereitet in Europa Kopfzerbrechen

Politico stellt den ungarischen Premierminister als ein Problem für die Europäische Union dar und hebt seinen Vorstoß für einen illiberalen Staat mit strenger Medienkontrolle und einer geschwächten Justiz hervor. Sie stellen fest, dass er häufig von seinem Vetorecht Gebrauch macht, um die Entscheidungsfindung der EU zu stören: “Als vollwertiges EU-Mitglied genießt er alle Rechte und Vetorechte – und nutzt sie mit maximaler Wirkung.” Außerdem bezeichnet das Blatt Orbán als den zuverlässigsten Verbündeten von Wladimir Putin.

Hungarian PM Viktor Orbán
Foto: FB/Orbán

Trotz Magyars steigender Popularität weist Politico darauf hin, dass die gewaltige politische Maschinerie des Premierministers eine beeindruckende Kraft bleibt. Dennoch könnte sich Ungarns wirtschaftlicher Abschwung als ein Schlüsselfaktor erweisen, der das Wahlergebnis beeinflusst.

Zur Zusammenstellung der Liste schreibt Politico, dass “die Aufnahme in die Liste keine Empfehlung oder Auszeichnung darstellt. Sie spiegelt stattdessen die Fähigkeit jeder einzelnen Person wider, Europas Politik im kommenden Jahr zu gestalten, so wie sie von unserer Redaktion und den Entscheidungsträgern, mit denen wir sprechen, bewertet wird.”

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