Ikarus-Elektrobusse könnten Europas Wirtschaftszentren erobern: mehrere Städte testen die neuen Fahrzeuge

Die Busse aus der kultigen Busfabrik in Székesfehérvár haben zu Recht Weltruhm erlangt. Sie wurden in Dutzende von Ländern weltweit geliefert – von den ehemaligen Ostblockstaaten bis hin zu Mexiko, Iran und Venezuela. Jetzt sind die Elektromodelle von Ikarus bereit, einen fortschrittlichen EU-Mitgliedstaat, die Tschechische Republik, und Europas Wirtschaftsgiganten, Deutschland, zu erobern. Die Autofahrer jedenfalls sind von ihnen begeistert.
Ikarus ist bereit für ein Comeback in Mitteleuropa
Wenn es eine ungarische Erfolgsgeschichte gibt, die wir alle bejubeln können, dann sind es die Ikarus-Busse. In den 1970er und 1980er Jahren eroberten diese Biester die ganze Welt, von Tansania bis Costa Rica, von Südafrika bis Saudi-Arabien.
Wie vezess.hu berichtet, kehren die weltberühmten Produkte der Fabrik jetzt mit Elektroantrieb in die Tschechische Republik zurück. Stellen Sie sich Kladno vor – eine Stadt in der Prager Verkehrsregion mit 70.000 Einwohnern – ähnlich wie Érd, südwestlich von Budapest. Kürzlich wurde dort ein Elektrobus der dritten Generation 120e V3 vom örtlichen Verkehrsunternehmen Arriva in Betrieb genommen. (Hinweis: Es handelt sich dabei nicht um das ungarische Arriva, das als Subunternehmer für BKV in Budapest tätig ist – beide Unternehmen gehören jedoch derselben US-Investmentgruppe, Squared Capital).
Wie vezess.hu berichtet, ist die Testphase heute zu Ende gegangen, und die Fahrer vor Ort schwärmen von der in Ungarn hergestellten Maschine. Der Bericht von Arriva Czechia lobt den Komfort, die einfache Handhabung und Lenkung, die solide Fahrdynamik, die beeindruckend große Reichweite und die schnelle Batterieladung.
Der Bus im Einsatz in Kladno:
Die Konkurrenz ist hartnäckig
In Kladno tritt Ikarus gegen Schwergewichte wie den Iveco Crossway LE Elektrobus und den Mercedes-Benz eCitaro an. Ein Sieg hier wäre ein Wendepunkt: Arriva ist einer der größten Busbetreiber des Landes und öffnet die Türen für weitere ungarische Busse auf zusätzlichen Strecken.
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Die Nachrichtenseite berichtet außerdem, dass auch in Deutschland elektrische Modelle getestet werden. Die Tests begannen Ende letzten Jahres in Chemnitz mit einem Ikarus 120e. Ein Erfolg bei den Tschechen oder den Deutschen könnte dem Unternehmen aus Székesfehérvár künftige Ausschreibungen ermöglichen.
Hier ist der Chemnitzer Bus:
Beim Typ 120e liegt die ungarische Wertschöpfung jetzt bei über 50%. Während der Antriebsstrang aus China kommt, werden die Montage, das Außen- und Innendesign sowie die Karosserie in Fehérvár gefertigt. Das ist ein krasser Gegensatz zum Ikarus 80e – einer Zusammenarbeit zwischen CRRC und Ikarus, der trotz europäischer Hauptkomponenten komplett in China gebaut wurde.
Elektrobusse Ikarus 120e in Ungarn und Polen
Wie auf der Facebook-Seite des Unternehmens zu lesen ist, hat die MÁV-Gruppe im vergangenen Jahr mit Unterstützung der ungarischen Regierung im Rahmen des Green-Bus-Programms 20 rein elektrische 120e-Busse in ihre Flotte aufgenommen. Sie sind bereits auf Strecken in Keszthely, Komárom, Hajdúszoboszló, Balatonfüred, Tata und Komló im Einsatz. Auf der Facebook-Seite ist außerdem zu lesen, dass die 120e-Busse auch im polnischen Rybnik auf den Straßen unterwegs sind.

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