Der Plattensee friert nach neun Jahren komplett zu – aber es ist immer noch lebensgefährlich

Zum ersten Mal seit 2017 ist der Plattensee mit einer durchgehenden Eisdecke zugefroren, nachdem es in Ungarn mehrere Tage lang anhaltenden, strengen Frost gegeben hat.
Der Plattensee ist zugefroren – aber stehen Sie nicht auf dem Eis
Das seltene Winterphänomen ist ein bemerkenswerter Moment für den größten See des Landes. Meteorologen raten der Öffentlichkeit jedoch dringend, sich vom Eis fernzuhalten und warnen, dass es weiterhin gefährlich instabil ist.
Laut dem Wetterdienst Időkép war der Gefrierprozess alles andere als einfach. Obwohl die Temperaturen in den letzten Tagen niedrig genug für die Eisbildung waren, wurden die schwimmenden Eisschollen durch starke Winde immer wieder aufgebrochen und über die Oberfläche des Sees verschoben. Diese Bedingungen verzögerten die Entwicklung einer festen, ununterbrochenen Eisschicht.
Am frühen Freitagmorgen änderte sich die Situation jedoch. Die Windgeschwindigkeiten nahmen deutlich ab, und die Temperaturen in Ufernähe fielen an mehreren Stellen unter -10°C. Dies ermöglichte es dem Eis, sich endlich zu einer durchgängigen Eisschicht auf der Oberfläche des Sees zu verbinden und einen Anblick zu bieten, den man seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr gesehen hatte.
Trotz des dramatischen Frostes ist der Fährverkehr zwischen Szántód und Tihany vorerst nicht beeinträchtigt. Die Fähren verkehren weiterhin stündlich zwischen 7:00 Uhr und 5:15 Uhr, da die Eisbewegung die Schifffahrt bisher nicht beeinträchtigt hat. Die Vorhersagen deuten darauf hin, dass weitere frostige Nächte die Eisdecke in den kommenden Tagen verstärken könnten.
Es ist immer noch sehr gefährlich, die Oberfläche des Sees zu betreten
Experten warnen jedoch eindringlich davor, die gefrorene Oberfläche als sicher zu interpretieren. HungaroMet, Ungarns nationaler Wetterdienst, hat wiederholt gewarnt, dass das Betreten des Eises derzeit lebensgefährlich ist.
Am Freitagmorgen hatte das Eis in der Nähe von Siófok eine Dicke von etwa sechs Zentimetern erreicht. Später am Tag bedeckte starker Schneefall das Eis mit einer dicken Schneeschicht – eine Entwicklung, die die weitere Eisbildung eher verlangsamt als fördert.
So funktioniert der Prozess
Meteorologen erklären, dass sich das Eis von unten verdichtet und Wasser nach oben zieht, während die gefrierende Luft die Oberfläche von oben abkühlt. Der Schnee wirkt wie eine isolierende Decke, die das Eis von der kalten Luft abschneidet und die Geschwindigkeit, mit der es dicker werden kann, deutlich verringert. Infolgedessen bleibt die Eisdicke auf dem See sehr ungleichmäßig.
Für das Wochenende werden weitere Komplikationen erwartet, da starke Winde, die für Sonntag vorhergesagt sind, die bereits instabile Eisdecke aufbrechen könnten. Dadurch könnten sich die Bedingungen schnell verschlechtern und das Risiko für jeden, der sich auf die gefrorene Oberfläche wagt, erhöhen.
Die Behörden betonen, dass der Plattensee derzeit weder zum Schlittschuhlaufen noch für andere Wintersportarten geeignet ist. Selbst dort, wo das Eis fest erscheint, stellen versteckte Schwachstellen eine ernsthafte Gefahr dar.
Der zugefrorene See bietet zwar eine seltene und visuell beeindruckende Winterszene, aber Experten sind sich einig, dass man ihn nur vom Ufer aus bewundern sollte – und nicht mit den Füßen testen.

