Schweres Winterwetter in Ungarn: Behörden können Reisewarnungen wegen gefrierenden Regens herausgeben

Die ungarischen Behörden haben die Öffentlichkeit zu äußerster Vorsicht aufgerufen, da das strenge Winterwetter im ganzen Land anhält. Sie warnen, dass niemand in Gebiete reisen sollte, für die eine Warnung vor gefrierendem Regen gilt, unabhängig von der Warnstufe.

Wetter in Ungarn – aktuelle Informationen

Bei einer Pressekonferenz am Montag sagte der Sprecher der Nationalen Generaldirektion für Katastrophenschutz, dass zwar derzeit keine Wetterwarnungen in Kraft seien, sich die Bedingungen in den kommenden Stunden aber schnell verschlechtern könnten.

“Wenn Warnungen vor gefrierendem Regen ausgegeben werden – egal ob gelb, orange oder rot – sollten die Menschen in den betroffenen Gebieten auf Reisen verzichten”, betonte der Sprecher.

Straßen und Eisenbahnen: Lage stabilisiert sich, aber Risiken bleiben

Trotz der schwierigen Bedingungen am Wochenende bestätigten die Behörden, dass es derzeit nirgendwo in Ungarn isolierte Siedlungen oder geschlossene Straßenabschnitte gibt. Am Sonntag wurden mehrere Straßen in Zentraltransdanubien wegen Schneeverwehungen vorübergehend gesperrt, wobei die Schneemenge an manchen Stellen bis zu 20 Zentimeter betrug. Diese Sperrungen wurden am Sonntagabend wieder aufgehoben.

Die Straßenmeistereien arbeiteten das ganze Wochenende über ununterbrochen und setzten landesweit etwa 150 Maschinen ein, um Schnee zu räumen und Enteisungsarbeiten durchzuführen.

Der Bahnverkehr war am Sonntag wegen eingefrorener Weichen vorübergehend unterbrochen, so dass auf mehreren Strecken Ersatzbusse eingesetzt werden mussten und es zu Verspätungen von 35 bis 90 Minuten kam. Am Montag war der Betrieb auf den meisten Linien wieder nahezu normal und die Verspätungen konnten auf 5-10 Minuten reduziert werden. Einige wenige ländliche Siedlungen sind nach wie vor nicht mit dem Bus erreichbar, obwohl alle mit dem Auto erreichbar sind.

Die Behörden betonten, dass die öffentlichen Dienste, das Gesundheitswesen, der Flugverkehr und die Binnenschifffahrt normal funktionieren.

Eis auf Flüssen: Strenge Sicherheitsvorschriften gelten

Sowohl auf der Donau als auch auf der Theiß wurde Eisgang beobachtet, wobei sich auf einigen Abschnitten eine durchgehende Eisdecke gebildet hat. Eisbrecherschiffe sind in Bereitschaft, ein Einsatz war bisher jedoch nicht erforderlich.

Die Behörden wiesen erneut darauf hin, dass das Betreten des Flusseises überall strengstens verboten ist. Auf Seen und anderen stehenden Gewässern ist das Betreten des Eises nur erlaubt, wenn die Verwaltungsbehörde offiziell eine Eisdicke von mindestens 10-12 Zentimetern gemessen und das Gebiet als sicher eingestuft hat.

Notfallmaßnahmen und Unterstützung durch die Gemeinschaft

Feuerwehrleute wurden am Sonntag im Zusammenhang mit dem extremen Wetter zu 54 Orten gerufen. Insbesondere wurden 41 Gebäudebrände gemeldet – mehr als der Durchschnitt für diese Jahreszeit – obwohl keine Eisrettungseinsätze erforderlich waren.

Die Polizei wurde zu 106 Verkehrsunfällen gerufen, von denen keiner tödlich endete, aber 12 zu Verletzungen führten.

Die Behörden konzentrierten sich auch auf den Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen. Notdienste und das Militär kontrollierten 2.544 allein lebende ältere Menschen, während die Rettungsdienste zu 3.432 Einsätzen gerufen wurden, darunter fast 600 mit Traumata verbundene Fälle.

Auch die Freiwilligen spielten eine entscheidende Rolle. Zwischen dem 6. und dem 11. Januar beteiligten sich landesweit 30.000-35.000 Zivilschützer an der Nothilfe, wobei 5.000-6.000 Freiwillige pro Tag im Einsatz waren. Offiziellen Angaben zufolge hat ihre Arbeit dazu beigetragen, mindestens sieben Menschenleben zu retten.

Interessant ist auch, dass eine ungarische Stadt wegen des strengen Winterwetters den lokalen Busverkehr kostenlos macht.

Was kommt als nächstes: Gefrierender Regen erwartet

Nach der jüngsten Vorhersage von HungaroMet werden ab dem späten Montagabend neue Niederschläge Ungarn erreichen. In den westlichen Regionen wird Schnee erwartet, gefolgt von der Gefahr von gefrierendem Regen, insbesondere in Transdanubien und im Nordwesten. In Ostungarn könnten die Temperaturen auf bis zu -15°C fallen.

In Budapest haben die Budapester Stadtwerke die Autofahrer aufgefordert, wenn möglich öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen und nur mit gut gewarteten Fahrzeugen mit Winterreifen zu fahren. Die präventive Enteisung ist bereits in der gesamten Hauptstadt im Gange. Dabei wird eine strenge Prioritätenfolge eingehalten, die mit Brücken, Hauptstraßen und öffentlichen Verkehrswegen beginnt.

Die Beamten warnten, dass festgefahrene oder rutschende Fahrzeuge nicht nur das Unfallrisiko erhöhen, sondern auch die Schneeräumung behindern. Sie forderten die Autofahrer auf, Streu- und Räumfahrzeuge nicht zu überholen.

Die wichtigste Botschaft der Behörden: Reisewarnungen

Da gefrierender Regen eine der gefährlichsten Wintergefahren darstellt, geben die Behörden eine klare und einheitliche Botschaft heraus:

Wenn in Ihrer Region eine Warnung vor gefrierendem Regen gilt, bleiben Sie zu Hause, wenn Sie können, und verschieben Sie Ihre Reise. Damit schützen Sie nicht nur Ihre eigene Sicherheit, sondern unterstützen auch die Rettungskräfte und die Straßenmeistereien, die unter extrem schwierigen Bedingungen arbeiten.

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