Ungarn meldet einen neuen Todesfall im Zusammenhang mit der angeblichen Zwangseinberufung in der Ukraine

Der ungarische Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó hat behauptet, dass ein weiterer ungarischer Staatsbürger infolge der von ihm so bezeichneten Zwangsrekrutierung in der Ukraine ums Leben gekommen ist. Damit hat er die Spannungen zwischen Budapest und Kiew erneut angeheizt.
Ein weiterer ungarischer Mann ist wegen der Zwangseinberufung in der Ukraine gestorben?
Szijjártó zufolge ereignete sich der Vorfall im ukrainischen Bezirk Berehove, wo ein ungarischer Mann angeblich von ukrainischen Rekrutierungsbeamten von der Straße geholt und gewaltsam in ein Ausbildungszentrum gebracht wurde.
Der Minister erklärte, dass es dem Mann, der an einer Herzerkrankung gelitten haben soll, kurz nach seiner Ankunft schlecht ging und er später starb. Die Behauptung wurde in einer offiziellen Erklärung des ungarischen Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten und Handel veröffentlicht, schreibt HVG.
Der Fall von József Sebestyén hat große Empörung ausgelöst
Der Fall folgt auf eine ähnliche Kontroverse im letzten Jahr, bei der es um den Tod von József Sebestyén, einem ungarischen Mann aus den Unterkarpaten, ging. Im Juli 2025 hatte die ungarische Regierung den ukrainischen Botschafter in Budapest einbestellt und behauptet, ukrainische Rekrutierungsoffiziere hätten Sebestyén bei einem Zwangsrekrutierungsversuch geschlagen, wobei die Verletzungen später zu seinem Tod geführt hätten.
Die ukrainischen Streitkräfte wiesen diese Anschuldigungen entschieden zurück und bestritten jegliche Form von Zwangsrekrutierung, Misshandlung oder Menschenrechtsverletzungen. Die ukrainischen Behörden erklärten, Sebestyén sei an einer Lungenembolie und nicht an körperlicher Misshandlung gestorben.
Während im Internet mehrere Videos kursierten, die den Mann in schlechtem körperlichen Zustand zeigten – einige davon wurden vom ungarischen Premierminister Viktor Orbán geteilt – wurden später Fragen über die Authentizität bestimmter Bilder aufgeworfen, die zur Untermauerung der Behauptungen verwendet wurden.
Ukrainische Behörden bestreiten, dass es Mord war
Im Dezember teilte die Staatsanwaltschaft der Region Transkarpatien ungarischen Medien mit, dass die ukrainischen Ermittlungen zum Tod von Sebestyén mangels Beweisen für ein kriminelles Fehlverhalten eingestellt wurden. Die Beamten sagten, der Mann sei im Krankenhaus behandelt worden und es sei keine medizinische Fahrlässigkeit festgestellt worden.
Unterdessen setzen die ungarischen Behörden ihre eigenen Ermittlungen fort. Die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte, dass sich das ungarische Nationale Ermittlungsbüro noch in der Phase der Beweissammlung befindet und bisher keine Verdächtigen befragt wurden.
Gekennzeichnetes Bild: Facebook/Szijjártó Péter

