Das sagte Premierminister Viktor Orbán während seiner Rede zur Lage der Nation

Der ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat am Samstag im Budapester Várkert Bazár eine kämpferische Rede zur Lage der Nation gehalten, in der er sich stark auf die politischen Gegner und die bevorstehenden Parlamentswahlen konzentrierte, anstatt einen traditionellen politischen Jahresrückblick zu geben.

Weniger als zwei Monate vor der Wahl wurde die Rede weithin als Wahlkampfbotschaft verstanden, die darauf abzielte, die Anhänger der regierenden Fidesz zu stärken.

Wahlkampfton dominiert die Jahresansprache

Obwohl Orbán wiederholt seine Zuversicht zum Ausdruck brachte, dass seine Partei den Sieg davontragen würde, widmete er der Opposition große Aufmerksamkeit. Ohne seinen Hauptherausforderer beim Namen zu nennen, warf er den rivalisierenden politischen Kräften vor, unter dem Einfluss von Brüssel, multinationalen Unternehmen und globalen Finanzinteressen zu stehen.

Nach Angaben von Telex fand die Veranstaltung hinter verschlossenen Türen statt und wurde hauptsächlich von Regierungsvertretern, regierungsfreundlichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und geladenen Gästen besucht. Unabhängigen Medien war der Zutritt nicht gestattet.

Zu Beginn seiner Rede räumte der Premierminister ein, dass die bevorstehenden Wahlen 2026 die öffentliche Diskussion beherrschen, betonte aber, dass es zunächst notwendig sei, das vergangene Jahr zu bewerten. Dann kehrte er zu vertrauten Themen zurück, kritisierte die westliche Politik im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine und argumentierte, dass Ungarn dem internationalen Druck widerstanden habe, sich direkter zu engagieren.

Er kontrastierte die aktuelle globale Situation mit dem Führungswechsel in den Vereinigten Staaten und behauptete, dass der frühere Präsident Joe Biden Europa in Richtung Konflikt getrieben habe, während sein Nachfolger Donald Trump die amerikanischen Prioritäten weg vom Krieg verschoben habe.

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Scharfe Kritik an Brüssel

Orbán übte in seiner Rede scharfe Kritik an der Europäischen Union, die er als wachsende Bedrohung der ungarischen Souveränität bezeichnete. Er wies darauf hin, dass Europa aufgrund hoher Energiekosten und übermäßiger Regulierung ein wirtschaftlicher Niedergang drohe und dass der Kontinent zu einem “Verlierer” der globalen wirtschaftlichen Transformation werden könnte.

Der Premierminister verwies auf die Energieabkommen Ungarns mit internationalen Partnern, die den kontinuierlichen Zugang zu erschwinglichen Öl- und Gaslieferungen sicherstellen. Laut Orbán bildet dies die Grundlage für wirtschaftliches Wachstum und technologische Entwicklung. Er wiederholte auch frühere Behauptungen, dass aus dem Ausland finanzierte zivile Organisationen, Medien und politische Akteure versuchen, die Innenpolitik zu beeinflussen, und fügte hinzu, dass man sich nach der Wahl mit diesen Fragen befassen werde.

Wirtschaftliche Bilanz und Versprechen

Orbán räumte zwar ein, dass es nach wie vor Herausforderungen gibt, stellte die wirtschaftliche Situation Ungarns jedoch positiv dar. Er verwies auf das Investitionsniveau, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Eindämmung der Inflation als wichtige Erfolge.

Der Premierminister gab auch eine Reihe von Versprechen ab, darunter die Schaffung von 300.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen, die Anhebung des Durchschnittslohns auf eine Million Forint, die Ausweitung der Steuerbefreiungen für Mütter und die Einführung günstiger Wohnungsbaudarlehen für junge Menschen. Er beschrieb seine Regierung als eine, die “eher Beweise liefert als Versprechungen macht” und hob soziale Leistungen wie Rentenboni und Familienförderprogramme hervor.

Fokus auf politische Gegner

Ein großer Teil der Rede war der Kritik an den oppositionellen Kräften gewidmet. Orbán behauptete, sie würden von internationalen Wirtschaftsinteressen und europäischen politischen Eliten unterstützt. Er behauptete, dass globale Finanzakteure und Energiekonzerne davon profitieren würden, wenn Ungarn seine derzeitige Politik, insbesondere in Bezug auf die Energieversorgung und die Besteuerung, änderte.

Der Premierminister warnte auch, dass ein Sieg der Opposition zum Abbau von staatlichen Preiskontrollen, Familienbeihilfen und anderen sozialen Maßnahmen führen würde. Er zog historische Parallelen zu den Wahlen in Ungarn im Jahr 2002, als die Fidesz die Macht verlor und sagte, das Land habe in den folgenden Jahren wirtschaftlich gelitten. Laut Orbán sollte diese Erfahrung den Wählern als warnende Mahnung dienen.

Unterstützung der Jugend und Ausblick auf den Wahlkampf

Orbán wies Umfragedaten zurück, die auf eine abnehmende Unterstützung bei jüngeren Wählern schließen lassen. Er betonte, dass viele junge Ungarn die Positionen seiner Regierung zu Migration, nationaler Souveränität und kulturellen Fragen teilen. Er charakterisierte seine politische Gemeinschaft als optimistisch und geeint und stellte sie in Kontrast zu dem, was er als Wut und Ressentiments bei seinen Gegnern bezeichnete.

PM Orbáns Schlussbotschaft ist so stark wie immer

Zum Abschluss seiner Rede bezeichnete der Premierminister den Fidesz nicht nur als politische Partei, sondern als nationale Mission, die sich dem Schutz der Unabhängigkeit Ungarns verschrieben hat. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die bevorstehenden Wahlen einen weiteren Sieg für seine Partei bringen würden und versprach weiteres Wirtschaftswachstum und nationale Stärke.

Gekennzeichnetes Bild: Facebook/Orbán Viktor

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