CNN hebt Ungarns von der Europäischen Union finanzierten Kreisverkehr hervor, der ins Nirgendwo führt

Ein Kreisverkehr, der für 500 Millionen Forint auf einem Feld in der Nähe von Zalaegerszeg gebaut wurde, ist laut einem aktuellen CNN-Bericht zum unwahrscheinlichen Symbol für Ungarns immer mehr verdrehte Beziehung zur Europäischen Union geworden.
Ein Kreisverkehr, der nichts miteinander verbindet
Dem Artikel zufolge sollte das rund 500 Millionen Forint (etwa 1,32 Millionen Euro) teure Bauwerk einem neuen Containerterminal und einer Eisenbahnlinie dienen, die Westungarn effizienter mit den europäischen Frachtrouten verbinden sollte. Jahre nach seinem Bau gibt es jedoch keine Eisenbahnlinie und der Kreisverkehr steht ungenutzt auf freiem Ackerland.
Das Projekt sollte Teil eines umfassenderen Logistikprojekts sein, das die Handelsverbindungen zwischen der Adria und Mitteleuropa stärken und es den Waren ermöglichen sollte, die überlasteten Routen durch Budapest zu umgehen. Die lokalen Behörden sagen, dass das Projekt in der Phase der öffentlichen Auftragsvergabe stecken geblieben ist und sich der Bau möglicherweise bis 2029 verzögert, schreibt HVG.

Die Europäische Union hat den Bau finanziert
Der unvollendete Bau ist zu einem Gesprächsthema in der Debatte darüber geworden, wie Ungarn die Mittel der Europäischen Union verwendet hat. Kritiker von Ministerpräsident Viktor Orbán argumentieren, dass Projekte wie dieses ein System widerspiegeln, in dem große Mengen an EU-Geldern in die Wirtschaft geflossen sind, ohne einen dauerhaften öffentlichen Nutzen zu erbringen.
Orbáns Regierung ist oft mit Brüssel aneinandergeraten und hat den EU-Institutionen politische Einmischung vorgeworfen, obwohl sie weiterhin auf EU-Entwicklungsgelder angewiesen ist. Die Europäische Kommission hat Ungarn Milliarden von Euro vorenthalten, weil sie Bedenken hinsichtlich der Rechtsstaatlichkeit hat, einschließlich Fragen der Korruption, der Unabhängigkeit der Justiz und des öffentlichen Auftragswesens.
Die EU hat weitere Gelder eingefroren
Rund 18 Milliarden Euro an EU-Mitteln sind nach wie vor eingefroren, was etwa 10 % des jährlichen BIP Ungarns entspricht. Ökonomen zufolge haben die EU-Mittel Ungarn jahrelang geholfen, die wirtschaftliche Stabilität und den steigenden Lebensstandard aufrechtzuerhalten, aber die Zurückhaltung der Mittel legt nun Schwachstellen offen.
Oppositionspolitiker haben argumentiert, dass Korruption und Missmanagement dazu beigetragen haben, dass Projekte ins Stocken geraten oder unvollständig sind. Unterdessen behaupten Orbán und seine Verbündeten, dass Brüssel die Finanzierungsmechanismen nutzt, um die ungarische Politik zu beeinflussen.
Angesichts der morgigen Parlamentswahlen ist die EU-Finanzierung zu einem zentralen Wahlkampfthema geworden. Die Opposition hat versprochen, die Beziehungen zur EU zu verbessern, um die eingefrorenen Mittel freizugeben, während die Regierung behauptet, Ungarn müsse seine Souveränität gegen Druck von außen verteidigen.
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