Zelensky lehnt “fragwürdiges” Angebot der EU ab, strebt Vollmitgliedschaft an und zitiert Viktor Orbán

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Der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky hat einen Vorschlag abgelehnt, der der Ukraine eine Art assoziierte Mitgliedschaft in der Europäischen Union ohne Stimmrecht gewähren würde. Er argumentiert, dass eine solche Regelung ungerecht wäre und das Land ohne ein bedeutendes Mitspracherecht bei der Entscheidungsfindung des Blocks lassen würde.

Zelensky sagt, die Ukraine verdiene einen Sitz in der Europäischen Union

Laut einem Brief an die EU-Staats- und Regierungschefs, der Reuters vorliegt, reagierte Zelensky auf einen Vorschlag des deutschen Bundeskanzlers Friedrich Merz. Der deutsche Regierungschef schlug vor, dass die Ukraine als Zwischenschritt vor der Vollmitgliedschaft an den EU-Institutionen und -Treffen teilnehmen könnte.

Demnach würde Kiew in bestimmten EU-Gremien vertreten sein und an hochrangigen Diskussionen teilnehmen, hätte aber nicht das gleiche Stimmrecht wie ein Vollmitglied. “Die Ukraine verdient einen fairen Ansatz und gleiche Rechte in Europa”, schrieb Zelensky und fügte hinzu, dass es für sein Land ungerecht wäre, im Rahmen der EU präsent zu sein, aber “ohne eine Stimme” zu bleiben.

Orbáns Abgang als Chance begriffen

In seinem Brief wies Zelensky auch auf die sich verändernde politische Landschaft innerhalb der Europäischen Union hin. Er argumentierte, dass die jüngste Wahlniederlage des ehemaligen ungarischen Premierministers Viktor Orbán eine Gelegenheit geschaffen habe, den Beitrittsprozess der Ukraine zu beschleunigen. Der ukrainische Präsident sagte, es sei an der Zeit, das EU-Beitrittsgesuch der Ukraine “vollständig und substanziell” voranzutreiben. Er deutete an, dass der frühere politische Widerstand innerhalb des Blocks den Fortschritt verlangsamt habe, berichtet Telex.

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Foto: Facebook/Orbán Viktor

Der Brief war an den Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, und den zypriotischen Präsidenten Nikos Christodoulides gerichtet, dessen Land derzeit die rotierende Präsidentschaft des Rates der Europäischen Union innehat.

Eine umstrittene Mittelweg-Lösung

Die Befürworter von Merz’ Vorschlag haben argumentiert, dass ein klarerer Weg zur europäischen Integration dazu beitragen könnte, die Ukraine zu stabilisieren und die Aussichten auf eine Beendigung des Krieges, der durch die russische Invasion ausgelöst wurde, zu verbessern. Einige Analysten sind der Meinung, dass eine engere EU-Integration zu einer wichtigen Säule einer künftigen Friedenslösung werden könnte.

Viele Experten stellen jedoch auch fest, dass die Ukraine wahrscheinlich nicht alle EU-Beitrittskriterien innerhalb der nächsten Jahre erfüllen wird. Merz’ Vorschlag wurde daher als Kompromiss zwischen einer raschen Mitgliedschaft und dem derzeitigen Status der Ukraine als EU-Kandidatenland angesehen.

Der Vorschlag stößt auf ein weiteres großes Hindernis: Eine assoziierte EU-Mitgliedschaft, wie sie Merz beschreibt, gibt es derzeit im EU-Recht nicht. Die Umsetzung eines solchen Systems würde institutionelle und rechtliche Änderungen in der gesamten Union erfordern. Trotz der Ablehnung durch Kiew sind einige europäische Diplomaten der Meinung, dass die Idee immer noch diskussionswürdig ist, wenn sie dazu beiträgt, die Vollmitgliedschaft der Ukraine zu beschleunigen, anstatt sie zu verzögern.

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