Budapest erneut am Rande des Bankrotts – wird die Hauptstadt von der neuen Regierung gerettet?

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Budapest könnte bereits nächste Woche zahlungsunfähig werden, warnte Bürgermeister Gergely Karácsony am Dienstag und gab eine ernüchternde Einschätzung der Finanzlage der Hauptstadt ab. Zwar gebe es den politischen Willen, den Bankrott abzuwenden, doch habe sich bislang noch keine tragfähige Lösung abzeichnet.
Budapest steht vor ernsthaften finanziellen Problemen
Bei einer vom Republikon-Institut organisierten Kommunalkonferenz wies Herr Karácsony darauf hin, dass der Hauptstadt eine 60-tägige Zahlungsfrist für den sogenannten Solidaritätsbeitrag gewährt worden sei, die nächste Woche abläuft. Weder über eine Verlängerung noch über alternative Maßnahmen sei eine Entscheidung getroffen worden, was die finanzielle Lage Budapests ungewiss mache.
Der Bürgermeister erklärte, die Stadt habe in den letzten Jahren „an tausend Wunden geblutet“, da sich bei den kommunalen Unternehmen und im gesamten Infrastrukturbereich erhebliche Schulden angehäuft hätten. Er betonte jedoch, dass die Stadtverwaltung sich dagegen gewehrt habe, die Krise durch Kürzungen bei den öffentlichen Dienstleistungen zu bewältigen.

Herr Karácsony begrüßte die Vorschläge im Programm der Tisza-Partei, darunter Pläne für ein spezielles Budapest-Gesetz und einen höheren Anteil der staatlichen Steuereinnahmen für die Kommunalbehörden. Langfristig, so argumentierte er, sollte ein Teil der Einkommens- und Kfz-Steuereinnahmen an die Kommunen zurückfließen, um eine nachhaltige Finanzierung zu gewährleisten.
Solidaritätsbeitrag
Krisztina Baranyi, Bürgermeisterin von Ferencváros, erklärte, die Kommunalverwaltungen strebten in erster Linie eine echte Partnerschaft mit jeder künftigen Regierung an. Ihrer Ansicht nach würde eine Senkung des Solidaritätsbeitrags nur vorübergehende Entlastung bringen; stattdessen sei eine umfassende Neugestaltung des kommunalen Rahmens erforderlich.
Péter Niedermüller, Bürgermeister von Erzsébetváros, argumentierte, dass die schwierige Lage Budapests nicht nur finanzieller Natur sei, sondern die Funktionsfähigkeit der Stadt selbst betreffe. Er forderte ein gerechteres und transparenteres System für den Solidaritätsbeitrag.
László Böröcz, der Fidesz-Bürgermeister des I. Bezirks, drängte auf eine Neubewertung der Zuständigkeiten zwischen der Hauptstadt und ihren Bezirken. Erfolgreiche Gemeinden, so sagte er, sollten eher belohnt als bestraft werden, während eine diszipliniertere Finanzverwaltung dazu beitragen könnte, die Einnahmen zu steigern.
Eine zentrale Botschaft der Konferenz war, dass sich Finanzkrisen wie die, mit der Budapest konfrontiert ist, ohne eine tiefgreifende Reform des kommunalen Systems wahrscheinlich wiederholen werden.
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