Die Kraftstoffpreise in Ungarn steigen am langsamsten in der EU

Sprache ändern:
Die Kraftstoffpreise in Ungarn verzeichneten im Juni 2026 den geringsten Anstieg im Jahresvergleich innerhalb der Europäischen Union, während Autofahrer in der gesamten Union laut neuen Eurostat-Zahlen mit einem durchschnittlichen Anstieg von 13,7 Prozent konfrontiert waren.
Die Preise für Kraftstoffe und Schmierstoffe für den Personenverkehr stiegen in Ungarn im Vergleich zum Juni 2025 um lediglich 2,3 Prozent. Dies war die niedrigste jährliche Wachstumsrate unter allen EU-Mitgliedstaaten, wobei Polen mit 5,8 Prozent den zweitgeringsten Anstieg verzeichnete.
Die neuesten Daten zeigen einen auffälligen Kontrast zwischen Ungarn und mehreren anderen mittel- und osteuropäischen Ländern. Bulgarien verzeichnete mit 26 Prozent den stärksten jährlichen Anstieg in der EU, gefolgt von Litauen mit 23,5 Prozent und Rumänien mit 23,1 Prozent. Finnland meldete einen Anstieg von 22 Prozent, während die Preise in Luxemburg um 20,7 Prozent stiegen.
Die Kraftstoffpreise in Ungarn widersetzen sich dem europäischen Trend
Obwohl die Kraftstoffkosten im Vergleich zum Vorjahr in allen EU-Mitgliedstaaten gestiegen sind, fiel der Anstieg in Ungarn deutlich moderater aus als im EU-Durchschnitt.
Der ungarische Wert von 2,3 Prozent entsprach etwa einem Sechstel der EU-weiten Steigerungsrate. Damit lag Ungarn deutlich unter dem Wert des Nachbarlandes Rumänien, wo der jährliche Anstieg mehr als 23 Prozent betrug.
Die Eurostat-Zahlen messen jedoch eher die Geschwindigkeit der Preisentwicklung als den tatsächlichen Betrag, den Autofahrer an den Tankstellen bezahlen. Der geringe jährliche Anstieg in Ungarn bedeutet daher nicht zwangsläufig, dass Benzin und Diesel dort die günstigsten in der Europäischen Union waren. Vielmehr zeigt er, dass sich die Preise zwischen Juni 2025 und Juni 2026 weniger stark veränderten als in anderen Mitgliedstaaten.
Laut einem Bericht der Anadolu-Agentur auf der Grundlage der Eurostat-Daten verlangsamte sich der EU-weite jährliche Anstieg im Juni, nachdem er im April 20,8 Prozent und im Mai 20,7 Prozent erreicht hatte. Die Zahlen deuten darauf hin, dass sich der rasante Anstieg der Kraftstoffkosten zu Beginn des Sommers abzuschwächen begann, obwohl die Preise weiterhin deutlich über dem Vorjahresniveau lagen.
Die Diesel- und Benzinpreise sanken im Vergleich zum Mai
Die Zahlen im Monatsvergleich lieferten erfreulichere Nachrichten für die europäischen Autofahrer.
Die Dieselpreise sanken im Juni europaweit im Vergleich zum Mai um durchschnittlich 6,4 Prozent, während die Benzinpreise um 4,2 Prozent zurückgingen. In jedem EU-Mitgliedstaat wurde Diesel im Laufe des Monats günstiger.
Den stärksten monatlichen Rückgang der Dieselpreise verzeichnete Tschechien, wo die Preise um 11,3 Prozent sanken. Es folgte Polen mit einem Rückgang von 9,7 Prozent, während Bulgarien einen Rückgang von 9,4 Prozent verzeichnete.
Ungarn verzeichnete dagegen mit nur 0,6 Prozent den geringsten monatlichen Rückgang der Dieselpreise in der EU. Italien und Slowenien folgten mit Rückgängen von 1,4 Prozent bzw. 1,6 Prozent.
Auch die Benzinpreise sanken in den meisten Mitgliedstaaten. Schweden verzeichnete mit 7,8 Prozent den stärksten Rückgang, gefolgt von Belgien mit 7 Prozent und Polen mit 6,6 Prozent. Zypern und Italien waren die einzigen beiden Länder, in denen Benzin im Vergleich zum Mai teurer wurde, mit Anstiegen von 0,7 Prozent bzw. 0,5 Prozent.
ABONNIEREN Sie unseren täglichen Newsletter, um keine Sensationsmeldung zu verpassen!
Was diese Zahlen für ungarische Autofahrer bedeuten
Die Ergebnisse versetzen Ungarn in eine ungewöhnliche Lage. Die Kraftstoffpreise in Ungarn stiegen im Laufe des Jahres langsamer als überall sonst in der EU, doch die ungarischen Verbraucher profitierten zwischen Mai und Juni nur von einer begrenzten Senkung der Dieselpreise.
Die Unterscheidung zwischen den Jahres- und den Monatszahlen ist wichtig. Der Jahresvergleich zeigt, wie sich die Preise über einen längeren Zeitraum verändert haben, während die Monatsdaten die aktuelle Entwicklung des Marktes widerspiegeln. Ungarn schnitt im Jahresvergleich gut ab, doch profitierten die Autofahrer weniger vom EU-weiten Rückgang der Dieselpreise im Juni als die Autofahrer in den meisten anderen Mitgliedstaaten.
Die nächsten Zahlen von Eurostat werden zeigen, ob sich die Kluft zwischen Ungarn und den Ländern, in denen die Kraftstoffpreise deutlich stärker steigen, im Laufe des Sommers fortsetzt. Für ungarische Haushalte und Unternehmen bleibt die Entwicklung der Kraftstoffpreise weiterhin von Bedeutung, da Transportkosten auch die Preise für Waren, Dienstleistungen und Lieferungen in der gesamten Wirtschaft beeinflussen können.
Die Kraftstoffpreise an den Tankstellen in Ungarn sind seit Dienstag erneut gestiegen, was die Frage aufwirft: Wird die Regierung die kürzlich abgeschaffte Preisobergrenze wieder einführen? Unsere Analyse finden Sie HIER.

