Tschechische Wirtschaftszeitung erläutert, wie und warum sich Tesco aus Ungarn zurückziehen wird

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Eine tschechische Wirtschaftszeitung hat darüber berichtet, wie sich die britische Supermarktkette Tesco möglicherweise aus Ungarn zurückziehen wird, wobei ihre ungarischen Beteiligungen möglicherweise bald von namhaften Finanzdienstleistungsunternehmen verkauft werden.

Tesco verlässt Ungarn – und nicht nur uns

Ein weiterer konkreter Schritt in Richtung eines möglichen Verkaufs der mitteleuropäischen Beteiligungen von Tesco könnte getan worden sein. Berichten zufolge hat die britische Supermarktkette zwei große amerikanische Investmentbanken, Citigroup und Goldman Sachs, mit der Vorbereitung des Verkaufs beauftragt, wie die tschechische Wirtschaftszeitung e15 berichtet.

Ein besonders wichtiges Detail aus Sicht von Tesco Ungarn ist, dass nach den aktuellen Plänen das ungarische Filialnetz nicht zusammen mit den tschechischen und slowakischen Filialen verkauft werden soll. Die Beteiligungen in den drei Ländern könnten stattdessen in zwei separaten Paketen angeboten werden.

Dem Bericht zufolge, der auch von Portfolio zusammengefasst wurde, haben die beiden Investmentbanken bereits Unterlagen an potenzielle Käufer versandt. Dies deutet darauf hin, dass die Angelegenheit möglicherweise bereits über das Stadium der bloßen Abwägung eines möglichen Verkaufs hinausgegangen ist: Die versandten Unterlagen enthalten auch Angaben zur finanziellen Lage der Unternehmen, zu den Aussichten sowie zur geplanten Struktur der Veräußerung.

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Foto: depositphotos.com

Nach den im Juni veröffentlichten Daten von Tesco, die den Stand von Ende Februar widerspiegeln, betrieb das Unternehmen 200 Filialen in Ungarn, 184 in der Tschechischen Republik und 182 in der Slowakei. Die britische Kette ist seit 1995 auf dem ungarischen Markt präsent und beschäftigt im Land mehr als 8.000 Mitarbeiter.

Wer könnten die Käufer sein?

Die tschechischen und slowakischen Filialnetze sollen Berichten zufolge gemeinsam verkauft werden. Zu den potenziellen Käufern zählen angeblich die Schwarz-Gruppe, Eigentümerin von Lidl und Kaufland, sowie die polnische Biedronka. Bislang liegen noch keine Informationen darüber vor, welche Unternehmen an dem ungarischen Geschäft interessiert sein könnten. Tesco, Citigroup und Goldman Sachs haben die Berichte weder bestätigt noch kommentiert. Sie haben sie jedoch auch nicht dementiert.

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Sollte der Verkauf der mitteleuropäischen Beteiligungen tatsächlich stattfinden, würde dies eine bedeutende Strategieänderung bei Tesco bedeuten. Noch im Jahr 2023 bezeichnete Vorstandsvorsitzender Ken Murphy das regionale Geschäft als integralen und erfolgreichen Bestandteil des Konzerns. Hinter den Kulissen könnte sich das Unternehmen jedoch zunehmend auf den britischen Markt konzentrieren. Im dortigen harten Wettbewerb gegen Asda und Morrisons könnte es sich einen Vorteil verschaffen, wenn es die Erlöse aus dem Verkauf der mitteleuropäischen Beteiligungen zur Preissenkung nutzen könnte.

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Im Inneren eines Tesco-Marktes. Foto: Daily News Hungary

Für das britische Unternehmen wäre der Abbau von Auslandsbeteiligungen kein Novum. In den letzten Jahren hat es sich aus mehreren Märkten zurückgezogen, darunter auch aus Polen, einer der wichtigsten Volkswirtschaften der Region. Ein Verkauf weiterer mitteleuropäischer Beteiligungen und ein Rückzug aus der Region würden daher zur Richtung passen, die Tesco in jüngster Zeit eingeschlagen hat.

Erste Berichte über die Möglichkeit eines Rückzugs aus der Region tauchten Anfang Juli auf. Damals berichtete die „Financial Times“, dass das Unternehmen den Verkauf seiner mitteleuropäischen Beteiligungen prüfe. Nach den neuesten Informationen scheint es, als sei das, was damals erst als Spekulation galt, inzwischen in die Vorbereitungsphase übergegangen.

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Quelle: Daily News Hungary

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