Putins Leute nehmen Premierminister Magyar erneut ins Visier und verspotten diesmal die Energiekrise und das Paks-Projekt

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Das Land hat tagelang gespannt auf Neuigkeiten gewartet, ob das gesamte Kernkraftwerk Paks abgeschaltet werden muss oder ob Block 2, der 240 MW erzeugt, mit reduzierter Leistung weiterbetrieben werden kann. Obwohl die Anzeichen nun ermutigend sind, scheinen die Russen dennoch beschlossen zu haben, dass dies der richtige Zeitpunkt sei, um Péter Magyar einen Seitenhieb zu versetzen, der zuvor das von Russland geleitete Paks-II-Projekt als zu teuer kritisiert hatte.
Russische Medien berichten über Schwierigkeiten in Paks und im rumänischen Cernavoda
„Herr Magyar, halten Sie es immer noch für zu teuer?“, soll die russische staatliche Nachrichtenagentur RIA Novosti dem Ministerpräsidenten gestern laut atv.hu gesagt haben. Der Betrieb des Kernkraftwerks Paks hing am seidenen Faden, doch nun scheint es, als würde der Pegel der Donau nicht weiter sinken, was bedeutet, dass Block 2 möglicherweise noch mehrere Tage lang mit halber Leistung in Betrieb bleiben kann – gerade dann, wenn Strom am dringendsten benötigt wird, um das Land am Laufen zu halten.

In einem ausführlicheren Bericht analysiert die russische staatliche Nachrichtenagentur die Lage in ungarischen und rumänischen Kernkraftwerken und hebt hervor, dass beide Wasser aus der Donau zur Kühlung nutzen. Daher kommt es nicht nur auf die verfügbare Wassermenge an, sondern auch auf die Temperatur des Flusses, da abgeführtes Wasser mit hohen Temperaturen zum Schutz der Tierwelt nicht wieder in den Fluss zurückgeleitet werden darf.
Sowohl das Kraftwerk in Paks als auch das in Cernavoda arbeiten mit stark reduzierter Leistung, wobei an beiden Standorten jeweils nur ein Block mit geringerer Leistung die Last trägt. Die Rumänen führten vorgestern eine groß angelegte Sprengung in der Donau durch, um die Versorgung ihres Kraftwerks sicherzustellen, wie wir separat mit einem Video berichteten. In Paks gibt es Anlass zu Optimismus, da der Rückgang des Wasserstands der Donau offenbar zum Stillstand gekommen ist. In Budapest beispielsweise ist der Pegel seit seinem Tiefpunkt um 11 cm gestiegen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt hing die Abschaltung von Paks gestern Vormittag nur noch von wenigen Millimetern ab.

Russische Agentur greift Péter Magyar an
Vor diesem Hintergrund hielt es die russische staatliche Nachrichtenagentur offenbar für wichtig, einen Seitenhieb gegen den ungarischen Ministerpräsidenten zu richten und zwischen den Zeilen dessen skeptische Haltung gegenüber dem Ausbau von Paks II zu kritisieren. Péter Magyar hatte zuvor angedeutet, dass die Kosten und die vertraglichen Rahmenbedingungen des Projekts einer umfassenden Überprüfung unterzogen würden, bevor eine endgültige Entscheidung getroffen werde.

Die Russen wiesen nun darauf hin, wie wichtig Paks für den ungarischen Energiemix ist – rund 40 Prozent – und welche Bedeutung die neuen Blöcke in Zukunft haben würden, wobei anzumerken ist, dass auch diese auf Donauwasser angewiesen wären und im Falle einer Dürre ebenfalls abgeschaltet werden müssten. Rosatom hatte zuvor erklärt, man sei bereit, sich an einer Prüfung des Paks-II-Projekts zu beteiligen, damit die ungarische Seite so bald wie möglich eine fundierte Entscheidung treffen könne.
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Die sich wandelnden ungarisch-russischen Beziehungen
Die ungarisch-russischen Beziehungen sind seit Tiszas Wahlsieg eher unterkühlt. Die Russen signalisierten, dass sie bereit seien, die pragmatischen Beziehungen fortzusetzen, und Kreml-Sprecher Dmitri Peskow lobte Magyar sogar ausdrücklich dafür, dass Ungarn nach wie vor keine Waffen in die Ukraine liefert. Der spöttische Ton des jüngsten Nachrichtenagenturberichts mag daher etwas überraschend wirken.

Während des Wahlkampfs sprach Péter Magyar wiederholt von russischer Einmischung zugunsten der Fidesz – unter Berufung auf Beweise, die beispielsweise der Journalist Szabolcs Panyi anführte –, da Präsident Putin zuvor Orbán unterstützt hatte. Seit seinem Wahlsieg schlägt Magyar jedoch einen pragmatisch distanzierten Ton an, betont sein Bekenntnis zur NATO und zur EU und hat Putin aufgefordert, das Töten in der Ukraine zu beenden.
Ministerpräsident Péter Magyar über die „anspruchsvollsten“ nächsten 48 Stunden, die Stilllegung des Kernkraftwerks Paks und außerordentliche Maßnahmen

