Die ungarische Polizei soll den siebtreichsten Mann des Landes festgenommen haben

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Die Polizei hat Berichten zufolge den milliardenschweren Immobilienunternehmer Dániel Jellinek sowie Norbert Szivek, den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der ungarischen Nationalen Vermögensverwaltungsgesellschaft (MNV), im Zusammenhang mit einer seit Langem laufenden Ermittlung wegen mutmaßlicher Korruption rund um die staatlichen Volán-Busunternehmen festgenommen.

Die beiden stehen im Zusammenhang mit einer seit Langem laufenden Untersuchung

Mehrere ungarische Medien berichteten, dass die beiden Männer am Dienstagmorgen aus mit ihnen in Verbindung stehenden Immobilien abgeholt wurden. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte die Polizei die Festnahmen jedoch noch nicht offiziell bestätigt. Dániel Jellinek ist derzeit der siebtreichste Ungar, während Norbert Szivek ehemaliger Leiter der ungarischen National Asset Management Inc. (Magyar Nemzeti Vagyonkezelő, MNV) war.

Auch Ministerpräsident Péter Magyar ging auf Facebook auf die Berichte ein und erklärte, die Ermittler hätten Jellinek, den er als einen der reichsten ungarischen Geschäftsleute und ehemaligen Geschäftspartner von István Tiborcz bezeichnete, sowie Szivek festgenommen.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen angeblich überteuerte Busse

Laut Telex erfolgten die gemeldeten Festnahmen wenige Tage, nachdem das ungarische Nationale Ermittlungsamt (NNI) bekannt gegeben hatte, dass acht ehemalige Führungskräfte im Rahmen einer Untersuchung wegen angeblich überteuerter Käufe im Zusammenhang mit Volán-Unternehmen als Verdächtige eingestuft worden seien.

Nach Angaben des NNI betrifft die Untersuchung Transaktionen, die zwischen 2015 und 2018 getätigt wurden und bei denen der Verdacht besteht, dass sie einen finanziellen Schaden in Höhe von rund 10 Milliarden HUF (27,4 Millionen Euro) verursacht haben. Den Ermittlern zufolge wurden mehr als 600 gebrauchte Busse zu überhöhten Preisen erworben, während der Erwerb des Hauptsitzes eines Volán-Unternehmens in Kecskemét angeblich Verluste in Höhe von mindestens 550 Millionen HUF verursacht habe.

Die NNI ermittelt wegen des Verdachts auf Unterschlagung, die einen besonders erheblichen finanziellen Schaden verursacht hat, sowie wegen Geldwäsche im Zusammenhang mit besonders hohen Summen. Den Ermittlern zufolge wurden mutmaßlich unrechtmäßig erworbene Gelder über Zwischenfirmen und fiktive Darlehensverträge geleitet, bevor sie in Immobilienprojekte in Budapest, Balatonvilágos und Törökbálint investiert wurden.

Warum Szivek im Mittelpunkt des Falls steht

Szivek stand von 2015 bis 2018 an der Spitze der MNV, als die staatliche Vermögensverwaltungsgesellschaft die Eigentumsrechte an den Volán-Unternehmen ausübte. Den Ermittlern zufolge hatte die damalige Führung Kenntnis von wertvollen staatseigenen Immobilien, deren Verkauf erhebliche Gewinne hätte einbringen können.

Die Behörden werfen vor, dass Gelder im Zusammenhang mit den Buskäufen und dem Immobiliengeschäft in Kecskemét über Zwischenfirmen transferiert und anschließend anderweitig investiert worden seien. Szivek gehörte zu den acht Personen, die Berichten zufolge letzte Woche als Verdächtige vernommen wurden. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Ermittler noch keine Zwangsmaßnahmen gegen sie beantragt.

Jellineks geschäftliche Verbindungen

Jellinek, Leiter der Indotek-Gruppe, ist einer der bekanntesten Immobilieninvestoren Ungarns und unterhält umfangreiche Geschäftsbeziehungen zu Unternehmen, die mit István Tiborcz, dem Schwiegersohn des ehemaligen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, in Verbindung stehen.

Ermittlungen der G7, auf die ungarische Medien Bezug nehmen, haben Finanztransaktionen untersucht, an denen mit Jellinek verbundene Unternehmen sowie mit Tiborcz assoziierte Firmen beteiligt waren. Jellinek war zudem an bedeutenden Immobiliengeschäften beteiligt, darunter das Gellért-Hotel und ein großer Bürokomplex in Belgrad. Jellinek wurde im Januar 2025 in einem Fall, bei dem es um gefälschte Rechnungen ging, separat wegen Haushaltsbetrugs verurteilt.

Erhebliche Eskalation

Die gemeldete Festnahme von Jellinek und Szivek würde eine erhebliche Eskalation in den seit mehreren Jahren laufenden Ermittlungen im Fall „Volán“ bedeuten. Die NNI teilte mit, dass die Ermittlungen fortgesetzt werden, was bedeutet, dass möglicherweise weitere Verdächtige identifiziert werden könnten. Weder Jellinek noch Szivek wurden im Zusammenhang mit dem Volán-Fall verurteilt, und die Vorwürfe gegen sie sind weiterhin Gegenstand des laufenden Strafverfahrens.

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