Die Dieselkrise in Europa verschärft sich, da die Preise Rekordhöhen erreichen – Ungarn spürt den Druck

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Die Dieselkrise in Europa setzt Autofahrer, Unternehmen und Landwirte erneut unter Druck, da Unterbrechungen bei der Ölversorgung die Kraftstoffpreise in die Höhe treiben. Frankreich verzeichnete am Sonntag einen neuen Dieselpreisrekord, während auch die europäischen Großhandelspreise stark angestiegen sind. Auch Ungarn spürt die Auswirkungen, doch die Regierung hat sich für gezielte finanzielle Unterstützung entschieden, anstatt eine landesweite Preisobergrenze für Kraftstoffe wieder einzuführen.
Diesel ist für die Gesamtwirtschaft von besonderer Bedeutung: Er dient als Antriebskraft für den Güterverkehr, landwirtschaftliche Maschinen sowie einen Großteil der im Bauwesen und in der Industrie eingesetzten Geräte. Steigt sein Preis, können sich die Folgen letztendlich über die Tankstellen hinaus auf die Transportkosten für Lebensmittel und andere Güter auswirken.
Der jüngste Preisanstieg erfolgt vor dem Hintergrund, dass die Kämpfe im Nahen Osten und Schäden an der russischen Raffinerieinfrastruktur die internationale Kraftstoffversorgung weiterhin beeinträchtigen.
Dieselpreise erreichen Rekordhöhen
Frankreich lieferte am Sonntag, dem 20. September, eines der deutlichsten Anzeichen für die sich verschärfende Lage. Laut einer AFP-Analyse der an mehr als 8.700 Tankstellen angezeigten Preise erreichte der nationale Durchschnittspreis für Diesel fast 2,41 Euro pro Liter und brach damit einen Rekord, der erst einen Tag zuvor aufgestellt worden war.
Auch Benzin ist in Frankreich teurer geworden. Die weit verbreitete Sorte SP95-E10 kostete am Sonntag im Durchschnitt mehr als 2,17 Euro pro Liter, während SP98 die Marke von 2,28 Euro überschritt.
Der Druck beschränkt sich nicht auf Frankreich. Reuters berichtete am Freitag, dass die europäischen Diesel-Futures im Laufe der Woche etwa 183 Euro pro Barrel erreicht hatten. Dabei handelt es sich zwar um einen Großhandelspreis und nicht um den Betrag, den Autofahrer an der Tankstelle bezahlen, doch verdeutlicht dies die angespannte Lage bei der Kraftstoffversorgung.
An einigen französischen Tankstellen kam es zu vorübergehenden Engpässen, obwohl die französische Regierung Spekulationen über eine landesweite Versorgungskrise zurückgewiesen hat. In anderen Ländern erwägen oder führen Regierungen Maßnahmen ein, um die Auswirkungen auf die Verbraucher abzumildern. Deutschland hat beispielsweise eine vorübergehende Senkung der Mineralölsteuer in Höhe von etwa 0,17 Euro pro Liter angekündigt, die am 1. Oktober in Kraft treten soll.
Warum wird Diesel so teuer?
Raffinerien verarbeiten Rohöl zu Diesel, Benzin und anderen Kraftstoffen, und mehrere wichtige Bezugsquellen für raffinierte Produkte wurden durch die Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine beeinträchtigt.
Laut Reuters gingen die Dieselexporte aus dem Nahen Osten zwischen März und August um mehr als 50 % zurück. Auch die russische Produktion wurde durch wiederholte Angriffe auf Raffinerien beeinträchtigt, während Beschränkungen für russische Exporte den Druck auf den internationalen Markt zusätzlich erhöht haben. Zusammen haben diese Entwicklungen das für die Importländer verfügbare Angebot verringert.
Europa ist besonders anfällig für Störungen im Handel mit raffinierten Kraftstoffen. Reuters berichtete Anfang dieses Monats, dass Unterbrechungen der Exporte aus dem Nahen Osten die Versorgung der Region mit Diesel und Flugkraftstoff eingeschränkt hätten, wodurch die Lagerbestände auf ein 12-Jahres-Tief gesunken seien.
Falls Sie es verpasst haben: Kraftstoffpreise in Ungarn steigen sprunghaft an: Diesel erreicht 4-Jahres-Hoch – was sagt die Regierung zu den Preisobergrenzen für Kraftstoffe?
Ungarn: Keine Rückkehr zu regulierten Kraftstoffpreisen
Auch ungarische Autofahrer zahlen derzeit mehr für Kraftstoff. Laut Holtankoljak.hu lag der landesweite Durchschnittspreis am Freitag, dem 18. September, bei 709 HUF pro Liter für Diesel und bei 635 HUF für Benzin mit 95 Oktan. Die Preise können je nach Tankstelle variieren.
Die ungarische Regierung unter Premierminister Péter Magyar hat beschlossen, die bisherige Preisobergrenze für Kraftstoffe nicht wieder einzuführen. Diese Entscheidung spiegelt die Befürchtung wider, dass eine künstliche Senkung der Preise unter das Marktniveau zu Versorgungsengpässen führen könnte.
Stattdessen hat man sich für gezielte Unterstützungsmaßnahmen entschieden, anstatt die geschützten Kraftstoffpreise wieder einzuführen. Berechtigte Besitzer von Dieselfahrzeugen sollen bis zum Jahresende monatlich 5.000 HUF erhalten, während Landwirte die Verbrauchsteuer auf Diesel zurückfordern können. Diese Maßnahmen begrenzen jedoch nicht die Preise an den Zapfsäulen, sodass ungarische Autofahrer weiteren Schwankungen auf dem europäischen Kraftstoffmarkt ausgesetzt bleiben.
Weitere Details: Ungarn gibt neue Einzelheiten zur Diesel-Subvention bekannt: Wer erhält 55 Euro und wann beginnen die Auszahlungen?


Japan ist auch komplett vom Import von Öl abhängig.
Warum kostet dort Diesel nur 0,98 Eurocent?