Die Rolle Japans in den sich wandelnden Beziehungen Ungarns zu Asien

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Während sich ein Großteil der jüngsten außenpolitischen Aufmerksamkeit Ungarns auf die näher gelegene Nachbarschaft konzentriert hat, haben sich seine Beziehungen zu Asien parallel dazu weiterentwickelt. China und Südkorea sind durch große Investitionsprojekte, insbesondere in den Bereichen Elektrofahrzeuge, Batterien und Fertigung, zunehmend in den Vordergrund gerückt. Japan hingegen, einer der ältesten asiatischen Partner Ungarns, ist eher im Hintergrund geblieben.

Verfasst von Kate Berbano

Anfang dieses Monats hielten Japan und die Visegrád-Vier in der Nähe von Bratislava in der Slowakei ihr erstes Außenministertreffen seit fünf Jahren ab. Die ungarische Vizepremierministerin und Außenministerin Anita Orbán nahm gemeinsam mit ihren Amtskollegen aus Tschechien, Polen und der Slowakei an den Gesprächen mit dem japanischen Außenminister Toshimitsu Motegi teil. Im Mittelpunkt der Gespräche standen Wissenschaft und Technologie, künstliche Intelligenz, wirtschaftliche Sicherheit und Konnektivität.

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Japan und die Visegrád-Gruppe hielten ihr erstes Außenministertreffen seit fünf Jahren in der Nähe von Bratislava in der Slowakei ab. Quelle: Facebook

Dennoch hat sich Japans Rolle in Ungarn weiterentwickelt. Das Budapester Büro der Japan External Trade Organization (JETRO Budapest) sowie die Historikerin Dr. Umemura Yuko bieten unterschiedliche Perspektiven darauf, was sich verändert hat und in welche Richtung sich die Beziehungen als Nächstes entwickeln könnten.

Eine Beziehung, die bereits vor dem Aufschwung entstanden ist

Die Beziehungen Ungarns zu Japan reichen weit über die derzeitige Ausweitung asiatischer Investitionen in Mitteleuropa hinaus. Nach Angaben des japanischen Außenministeriums reichen die formellen Verbindungen bis ins Jahr 1869 zurück, während die diplomatischen Beziehungen 1959 nach den durch den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg verursachten Unterbrechungen wieder aufgenommen wurden. Japan unterstützte Ungarn später bei seinem Übergang zur Demokratie und zur Marktwirtschaft, während japanische Unternehmen zu den ersten ausländischen Investoren gehörten, die sich im Land niederließen.

Für die Historikerin Dr. Umemura Yuko ist diese längere Geschichte nach wie vor von Bedeutung. „Unter den asiatischen Ländern blickt Ungarn auf die längste Geschichte des Austauschs mit Japan zurück, sodass diese Tradition bereits besteht“, erklärte sie in schriftlichen Antworten, die aus dem Japanischen übersetzt wurden.

Umemura wies zudem auf Phasen enger kultureller Beziehungen vor dem Zweiten Weltkrieg hin und erklärte, dass dieser Hintergrund nach wie vor zu einem Gefühl der Vertrautheit zwischen den beiden Ländern beitrage.

„Daily News Hungary“ hat diese Beziehung bereits zuvor thematisiert. In einem Interview aus dem Jahr 2024 mit der japanischen Botschafterin Hikariko Ono hob die Botschafterin die langjährige wirtschaftliche Präsenz Japans in Ungarn hervor und nannte Bereiche wie die digitale Transformation, grüne Technologien und Start-ups als mögliche Richtungen für eine vertiefte Zusammenarbeit.

Zwei Jahre später ist Japans Präsenz bereits fest etabliert. Die Frage ist nun, wie diese Präsenz in ihrer nächsten Phase aussehen wird.

Japanische Investitionen verändern ihren Charakter

Laut JETRO Budapest sind derzeit rund 195 Unternehmen mit japanischer Beteiligung in Ungarn tätig und beschäftigen etwa 30.000 Mitarbeiter. Etwa 53 davon sind produzierende Unternehmen, während andere in den Bereichen Handel, Logistik, IT und Unternehmensdienstleistungen tätig sind. Viele traditionsreiche Firmen, darunter Suzuki, Denso und Ibiden, haben sich eng in ungarische und europäische Lieferketten integriert.

JETRO sieht die größere Veränderung in der Art und Weise, wie japanische Unternehmen heute investieren. „Die bedeutendste Veränderung liegt nicht unbedingt in den Branchen, in denen japanische Unternehmen tätig sind, sondern in der Art und Weise, wie sie investieren.“

In den 1990er- und 2000er-Jahren standen japanische Investitionen in Ungarn häufig im Zusammenhang mit großen Greenfield-Produktionsprojekten, die auf die Belieferung europäischer Märkte abzielten. Laut JETRO konzentrieren sich die jüngsten Investitionen zunehmend auf den Ausbau bestehender Betriebe und die Stärkung der Position der Unternehmen innerhalb europäischer Wertschöpfungsketten.

Ein aktuelles Beispiel ist die Übernahme von Framochem in Kazincbarcika durch Hodogaya Chemical, die JETRO als Teil einer umfassenderen Entwicklung hervorhebt, bei der eher auf bestehenden Betrieben aufgebaut wird, anstatt bei Null anzufangen. Diese Art von Investition erregt weniger Aufmerksamkeit als die Ankündigung einer neuen, mehrere Milliarden Euro teuren Fabrik, spiegelt jedoch eine Beziehung wider, die über ihre Anfangsphase hinausgewachsen ist.

China und Südkorea rücken in den Vordergrund

Japans zurückhaltendere Rolle spiegelt auch das wachsende Gewicht Chinas und Südkoreas in Ungarn wider. In einem kürzlich erschienenen Interview der „Daily News Hungary“ mit dem chinesischen Botschafter wurden dessen wachsende Ambitionen in Bereichen wie Robotik und künstliche Intelligenz beleuchtet, während der südkoreanische Botschafter Chul-min Park gegenüber DNH im Juni erklärte, dass sich Ungarn von einem Investitionsstandort zu einem Partner in den Bereichen Innovation und Forschung entwickle.

Umemura führt Japans zurückhaltenderes Auftreten teilweise auf diesen wirtschaftlichen Wandel zurück. „Japan ist zunehmend nicht mehr in der Lage, mit Chinas Wachstum und wirtschaftlicher Stärke zu konkurrieren; daher halte ich es für nur natürlich, dass die chinesische Expansion in Ungarn mittlerweile weitaus größer ist als die Japans“, sagte sie. Sie fügte hinzu: „Die japanische Fertigungsindustrie ist bei der Expansion ins Ausland nicht mehr so aktiv wie in der Vergangenheit.“

Gleichzeitig sieht sie jedoch keine Schwächung der Beziehungen im Allgemeinen. Sie verwies auf die anhaltende Beliebtheit von Japanstudien, Manga, Anime und japanischer Küche in Ungarn und merkte an, dass der Universitätslehrstuhl, an dem sie lehrte, nach wie vor sehr gefragt sei.

Weniger auf Quantität, mehr auf Qualität

Mit Blick auf die Zukunft geht JETRO Budapest davon aus, dass die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Japan und Ungarn „weniger vom Umfang als vielmehr von der Qualität“ geprägt sein werden.

„Neben traditionellen Investitionsprojekten sehen wir wachsende Möglichkeiten für die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen, Hochschulen, Forschungsinstituten, Start-ups und Wirtschaftsförderungsorganisationen in beiden Ländern.“

Umemura sieht zudem ein Ungleichgewicht darin, wie gut sich die beiden Länder gegenseitig kennen. „Was Ungarn in Japan betrifft, gibt es nach wie vor viel zu wenig Informationen und Wissen“, sagte sie. Für JETRO geht es in der nächsten Phase ebenfalls darum, diese Verbindungen auszubauen: „Letztendlich liegt das größte Potenzial nicht nur in neuen Investitionsprojekten, sondern auch darin, mehr Verbindungen zwischen japanischen und ungarischen Unternehmen, Institutionen und Unternehmern zu schaffen.“

China und Südkorea mögen zwar derzeit die Schlagzeilen zu den neuesten Investitionen dominieren, doch Japans Stellung in Ungarn beruht nun auf etwas, das sich nicht so schnell aufbauen lässt: Tiefe.

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