Ein 90-jähriger Autofahrer könnte einen tödlichen Unfall in Ungarn verursacht haben, was die Debatte über ältere Autofahrer erneut entfacht hat

Bei einem schweren Unfall auf der Schnellstraße M80 in der Nähe von Rönök kamen am Freitagnachmittag zwei Menschen ums Leben. Die Tragödie hat erneut Fragen darüber aufgeworfen, ob die derzeitigen medizinischen Eignungsprüfungen in Ungarn für ältere Autofahrer ausreichend sind.
Tödlicher Unfall auf der M80
Bei dem Unfall am Freitag in der Nähe von Rönök im Komitat Vas kamen zwei Autofahrer ums Leben. Nach Angaben von RTL wurde eines der Fahrzeuge von einem 90-jährigen Mann gefahren, der den Unfall möglicherweise verursacht hat.
Berichten zufolge kam es zunächst zu einer Berührung zwischen dem von dem 90-Jährigen gefahrenen Audi, der in Richtung Szentgotthárd unterwegs war, und einem in Ungarn zugelassenen Fiat-Wohnmobil. Das vordere linke Rad des Audis wurde bei der Kollision beschädigt, woraufhin das Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn geriet und frontal mit einem Hyundai zusammenstieß, der hinter dem Wohnmobil fuhr.
Der Hyundai kam schließlich an der Leitplanke zum Stehen. Sowohl der Fahrer des Audis als auch der Fahrer des Hyundai erlitten tödliche Verletzungen, während die Insassen des Wohnmobils Berichten zufolge unverletzt blieben.
„In jedem der beiden Fahrzeuge war jeweils eine Person eingeklemmt. Sie wurden mit hydraulischer Rettungsausrüstung befreit, aus den Fahrzeugen gehoben und von Berufsfeuerwehrleuten aus Körmend und Szentgotthárd an die Rettungssanitäter übergeben“, teilte die ungarische Katastrophenschutzbehörde mit.
Die genauen Umstände des Unfalls werden noch untersucht. Der Fall hat jedoch eine seit Langem andauernde Debatte in Ungarn wiederbelebt, wie die Behörden feststellen sollen, ob ältere Autofahrer noch in der Lage sind, sicher zu fahren.
Fahrer über 70 Jahren werden alle zwei Jahre einer ärztlichen Untersuchung unterzogen
In Ungarn werden die vorgeschriebenen medizinischen Eignungsuntersuchungen mit zunehmendem Alter häufiger. Fahrer über 60 müssen ihre ärztliche Eignungsbescheinigung alle drei Jahre erneuern, während diejenigen über 70 dazu alle zwei Jahre verpflichtet sind.
Dr. Péter Torzsa, Leiter der Abteilung für Familienmedizin an der Semmelweis-Universität, erklärte gegenüber RTL, dass diese Untersuchungen nicht lediglich administrative Formalitäten seien.
Ärzte können den Blutdruck, die Sehkraft und das Hörvermögen eines Patienten überprüfen; bei Bedarf können zudem Laboruntersuchungen und EKG-Untersuchungen angeordnet werden. Chronische Erkrankungen, die die Fähigkeit einer Person zum sicheren Führen eines Fahrzeugs beeinträchtigen könnten, werden ebenfalls berücksichtigt.
Torzsa betonte, dass Ärzte aus Sicht der Verkehrssicherheit eine große Verantwortung tragen. Wenn ein Patient beispielsweise schwerwiegende Seh- oder Hörprobleme hat, könnte das weitere Führen eines Fahrzeugs eine Gefahr darstellen, und eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung sollte nicht erteilt werden.
Gleichzeitig argumentierte er, dass das Alter allein nicht automatisch zum Ausschluss vom Führerschein führen sollte. Laut Torzsa gibt es Menschen in ihren 90ern, die noch gesund genug sind, um ein Fahrzeug sicher zu führen.
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Der Verkehrssicherheitsexperte Károly Lovas ist jedoch der Ansicht, dass das derzeitige System in Ungarn modernisiert werden könnte.
Er erklärte gegenüber RTL, dass neuere Technologien ein objektiveres Bild davon liefern könnten, wie ältere Fahrer auf unerwartete oder schwierige Verkehrssituationen reagieren.
Eine mögliche Methode wäre der Einsatz von Virtual Reality. Simulierte Verkehrsszenarien könnten die Reaktionszeiten, die Aufmerksamkeit sowie die Fähigkeit eines Fahrers testen, potenzielle Gefahren zu erkennen und darauf zu reagieren.
Der Unfall von Rönök hat daher nicht nur die Umstände des tödlichen Unfalls selbst erneut in den Fokus gerückt, sondern auch die übergeordnete Frage, wie ältere Autofahrer beurteilt werden sollten.
Die Debatte zielt nicht zwangsläufig auf die Einführung einer festen Altersobergrenze für das Autofahren ab. Vielmehr haben sich Experten darauf konzentriert, ob medizinische und kognitive Untersuchungen präziser gestaltet und besser an die für sicheres Fahren erforderlichen Fähigkeiten angepasst werden könnten.
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Titelbild: RTL Híradó / Screenshot

