Herausforderungen für weibliche Führungskräfte angesichts dramatischer Umweltveränderungen

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Der Klimawandel bedroht nicht nur die Zukunft unseres Planeten, sondern verschärft auch soziale Ungleichheiten, wobei Frauen unter den am stärksten gefährdeten Gruppen überproportional vertreten sind. Nach dem schlimmsten Klimaszenario der Vereinten Nationen könnten bis zum Jahr 2050 bis zu 158 Millionen Frauen und Mädchen in tiefe Armut gestürzt werden. Die von der ESSCA Budapest am 5. Oktober 2026 im Institut Français organisierte Konferenz „Global Five 2026“ brachte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zusammen, um die komplexen Herausforderungen zu erörtern, denen weibliche Führungskräfte gegenüberstehen. In den Diskussionen wurde untersucht, wie sich die zunehmenden Ungleichheiten auf die Rollen und Chancen von Frauen auswirken, und es wurde bewertet, inwieweit weibliche Führungskräfte die Auswirkungen des Klimawandels erfolgreich in ihre Unternehmensstrategien und den täglichen Geschäftsbetrieb integrieren können.
Für die ESSCA, eine Institution, die auf der Liste der „Financial Times“ als einer der weltweit besten Managementstudiengänge einen herausragenden Platz einnimmt und mit der „Triple Crown“ – der höchsten Auszeichnung der Branche – ausgezeichnet wurde, ist nachhaltige Entwicklung keineswegs ein neues Konzept. Die Einrichtung gehörte zu den ersten, die Nachhaltigkeitskriterien nahtlos in ihr Bildungsangebot integriert haben. Im Einklang mit dieser zukunftsorientierten Philosophie untersuchte „Global Five 2026“, wie zukünftige Fachkräfte effektiv auf eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Landschaft vorbereitet werden können, die gleichzeitig durch den Klimawandel, den technologischen Wandel und den gesellschaftlichen Wandel neu geprägt wird.
Die Klimakrise hat auch ein weibliches Gesicht
Die Auswirkungen der Umweltkrise betreffen verschiedene gesellschaftliche Gruppen nicht gleichermaßen. Daten der Vereinten Nationen zeigen, dass Frauen – insbesondere in Entwicklungs- und ländlichen Regionen – eine unverhältnismäßig schwere Last der Folgen des Klimawandels zu tragen haben. So erleiden beispielsweise ländliche, von Frauen geführte Haushalte während Hitzewellen einen um 8 Prozent höheren durchschnittlichen Einkommensverlust und bei Überschwemmungen einen um weitere 3 Prozent höheren Verlust im Vergleich zu Haushalten, die von Männern geführt werden.
Diese Zahlen unterstreichen, dass die Klimakrise nicht lediglich ein Umweltproblem ist. Es handelt sich um eine tiefgreifende wirtschaftliche und soziale Krise, die bestehende Ungleichheiten verschärft. Ein nachhaltiger Wandel kann ohne die aktive Beteiligung von Frauen nicht erreicht werden. Dennoch bleibt das Potenzial von Frauen in den Bereichen Bildung, Beschäftigung, Unternehmertum und Entscheidungsfindung bis heute weitgehend ungenutzt. Es ist daher von entscheidender Bedeutung, die Vertretung von Frauen bei zentralen Entscheidungen hinsichtlich der Ökologisierung der Wirtschaft, des Umweltschutzes und zukünftiger Gesellschaftsmodelle zu untersuchen.
Es ist ebenfalls von Bedeutung, wessen Stimme auf der Bühne Gehör findet
„Global Five 2026“ beleuchtete das Thema der sozialen Gleichstellung nicht nur aus wirtschaftlicher und ökologischer Sicht, sondern auch aus kultureller Perspektive.

Der Ehrengast der Konferenz, Bruno Blairet, ein französischer Schauspieler und Professor für Theaterwissenschaft, betonte, wie entscheidend es ist, vielfältige kreative Stimmen zur Geltung zu bringen:
„Als Lehrerin ist es meine Aufgabe, jungen Schauspielerinnen den Raum der Fantasie wieder zu eröffnen, damit sie ihre eigene Ausdruckskraft sowie die innewohnende Stärke der von ihnen dargestellten Figuren wiederentdecken können. Außerdem ermutige ich alle zum Schreiben, um so die Vielfalt der Perspektiven zu vergrößern. Darüber hinaus muss das Theater als freier kreativer Raum für Frauen und Minderheiten dienen – als Umfeld, in dem sich vielfältige Stimmen, Standpunkte und Ideen in ihrer ganzen Komplexität entfalten können und in dem sich die Gesellschaft die Zeit nimmt, eine harmonischere Denkweise zu entwickeln“, erklärte Bruno Blairet.
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Die gläserne Decke schränkt nicht nur Frauen ein
Der Ausschluss von Frauen aus Führungspositionen ist nicht nur eine Frage der sozialen Gerechtigkeit, sondern schränkt auch das Potenzial von Organisationen und der Gesellschaft als Ganzes ein. Tatsächlich sorgt eine vielfältigere Führung für ein breiteres Spektrum an Perspektiven, mehr Kreativität und eine ausgewogenere Entscheidungsfindung – Eigenschaften, die besonders wichtig sind, wenn es darum geht, komplexe Herausforderungen wie den ökologischen Wandel zu bewältigen.
„Frauen von Entscheidungsprozessen auszuschließen bedeutet, nicht nur Talente zu verlieren, sondern auch einen wesentlichen Teil möglicher Lösungen. Der Planet braucht jede Form von Intelligenz, um die Herausforderungen unserer Zeit wirksam zu bewältigen“, betonte Marcela Schweitzer, Leiterin des Zentrums für pädagogische Unterstützung am ESSCA-Campus in Paris.
16 Jahre Tourismus in einem einzigen Buch – der Fallstudienband der ESSCA erscheint in seiner dritten Auflage
In den Tagen vor der Konferenz stellten die ESSCA Budapest und die Autoren des Buches das vollständig überarbeitete akademische Lehrbuch mit dem Titel „Tourism Marketing Case Studies III“ vor, herausgegeben von Prof. Dr. Zsuzsa Deli-Gray, Direktorin und Professorin am ESSCA-Campus in Budapest. Die Publikation zeichnet die Entwicklung des inländischen Tourismussektors in den letzten 16 Jahren anhand realer Marktszenarien nach und stellt dabei die zentrale Frage der Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt mehrerer Fallstudien.
Der erste Band der Reihe wurde 2010 mit dem klaren Ziel konzipiert, Studierenden die Beherrschung der Marketingtheorie anhand authentischer Entscheidungsszenarien realer Akteure im ungarischen Tourismus zu ermöglichen, anstatt sich auf internationale, fiktive Fallbeispiele zu stützen. Nach der 2017 erschienenen zweiten Auflage spiegelt dieser neu erschienene dritte Band bereits die dramatisch veränderte Verbraucher-, Technologie- und Wirtschaftslandschaft wider und geht darauf ein.
Laut Dr. Jean Charroin, CEO der ESSCA, veranschaulicht das Buch perfekt die Bildungsphilosophie der Einrichtung:
„Dieser Band verdeutlicht die zentrale Überzeugung der ESSCA, dass die Qualität der Ausbildung durch das Zusammenspiel von Forschung, Berufserfahrung und internationalen Perspektiven erheblich bereichert wird. Durch unsere französischen Wurzeln und unsere Präsenz in Ungarn schlagen wir eine Brücke zwischen unterschiedlichen Erfahrungen und Kulturen – ein Wert, der in der Tourismusausbildung von größter Bedeutung ist. Diese Publikation schließt eine entscheidende Lücke, da sie Marketingtheorie anhand konkreter, praxisnaher Beispiele aus dem ungarischen Tourismus veranschaulicht, ergänzt durch Beiträge internationaler Autoren. Darüber hinaus spiegelt diese dritte Auflage das berufliche Engagement von Prof. Dr. Zsuzsa Deli-Gray wider und ihren Beitrag zur Steigerung der internationalen Sichtbarkeit der ungarischen Wissenschaftsgemeinschaft.“
Laut Prof. Dr. Zsuzsa Deli-Gray, Direktorin und Professorin am ESSCA-Campus in Budapest sowie Herausgeberin des Bandes, geht das Ziel der dritten Auflage über die bloße Darstellung aktueller Beispiele hinaus; sie zielt darauf ab, eigenständige Analysefähigkeiten und praktische Problemlösungskompetenzen zu fördern.
„In den drei Auflagen seit 2010 haben wir die Entwicklung der Tourismusbranche verfolgt, während sich auch das Buch selbst kontinuierlich weiterentwickelt hat. In dieser dritten Auflage haben wir neben aktuellen Fallbeispielen theoretische Rahmenkonzepte und Instrumente zur Erfassung vielfältiger Perspektiven integriert, um Studierende zu eigenständiger Analyse und praktischer Problemlösung anzuregen“, betonte Prof. Dr. Zsuzsa Deli-Gray.
Eine der bedeutendsten Neuerungen des Bandes besteht darin, dass er spezifische Herausforderungen im Tourismus nicht isoliert behandelt, sondern die Standpunkte verschiedener Interessengruppen – darunter Dienstleister, Reisende, lokale Gemeinschaften, politische Entscheidungsträger und Geldgeber – gemeinsam beleuchtet. Dadurch können Studierende nicht nur die unmittelbaren Auswirkungen einzelner Entscheidungen abwägen, sondern auch deren weiterreichende marktbezogene und gesellschaftliche Folgen.
Laut Dr. Tamara Rátz, Direktorin des Internationalen Zentrums und Leiterin des Fachbereichs Tourismus an der Kodolányi-János-Universität, liegt der größte Wert des Bandes gerade in der Vielfalt der Autoren und Themen:
„Zwar hat etwa die Hälfte der Autoren für diesen neuen Band erneut Beiträge beigesteuert, doch freuen wir uns sehr, zahlreiche neue Forscher und Fachleute aus der Praxis begrüßen zu dürfen, die sich dem Autorenteam des Buches angeschlossen haben. Diese Vielfalt an Stimmen und neuen Themen spiegelt die Veränderungen wider, die sich in den letzten Jahren in der Welt des Tourismusmarketings vollzogen haben. Diese Fallstudien vermitteln nicht nur Fachwissen, sondern fördern aktiv analytische Fähigkeiten, Problemlösungskompetenz und kritisches Denken. Eine besondere Stärke dieser Publikation ist ihre Fokussierung auf die prägenden Themen unserer Zeit, darunter die Rolle der Digitalisierung, der künstlichen Intelligenz, des Destination-Brandings und der Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften im Tourismusmarketing. Ich hoffe aufrichtig, dass wir in einigen Jahren eine vierte Auflage begrüßen dürfen.“
Bildung sollte dem Wandel nicht nur folgen, sondern ihn aktiv vorantreiben
Für die ESSCA stellen „Global Five 2026“ und „Tourism Marketing Case Studies III“ zwei unterschiedliche Ausprägungen ein und derselben Philosophie dar. Es reicht nicht aus, zukünftige Fachkräfte lediglich auf den Wandel vorzubereiten; sie müssen befähigt werden, ihn aktiv mitzugestalten.
„Die ESSCA ist ein proaktives und wegweisendes Umfeld, dessen Kernaufgabe darin besteht, ihr Wissen und ihre Forschungserkenntnisse in innovative Lösungen umzusetzen, die den Herausforderungen von morgen gerecht werden. Herausragende Beispiele für dieses Engagement sind die Veröffentlichung von ‚Tourism Marketing Case Studies III.‘ – mittlerweile in der dritten Auflage, die die letzten 16 Jahre umfasst – sowie die Konferenz ‚Global Five 2026‘. Bei dieser Fachveranstaltung untersuchten wir die tiefgreifenden Auswirkungen ökologischer und sozialer Veränderungen auf Frauen sowie deren sozioökonomische Stellung. Zudem beleuchteten wir die zentrale Rolle, die Frauen im Bereich der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes spielen, und identifizierten Lösungen, die zu einer gerechteren und nachhaltigeren Zukunft beitragen können. „In diesem gemeinsamen Dialog ist das Institut Français ein unschätzbarer Partner, dessen Engagement durch die großzügige Unterstützung der Veranstaltung ‚Global Five 2026‘ perfekt zum Ausdruck kommt“, fügte Prof. Dr. Zsuzsa Deli-Gray hinzu.

