War Viktor Orbán ein kommunistischer Agent? Ehemaliger Ministerpräsident legte Dokumente über kommunistische Anwerbungs- und Überwachungsversuche vor

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Der ehemalige ungarische Ministerpräsident Viktor Orbán hat enthüllt, dass die Staatssicherheitsdienste der kommunistischen Ära in Ungarn versucht haben, ihn während seines Wehrdienstes als Informanten zu rekrutieren – eine Behauptung, die die Debatte über seine Vergangenheit und die noch nicht freigegebenen Geheimdienstakten des Landes erneut entfacht hat.

Viktor Orbán sprach über Anwerbung und Überwachung

In einer am Dienstag veröffentlichten Erklärung erklärte der ehemalige Ministerpräsident, er habe den Anwerbungsversuch zu Beginn seines Wehrdienstes zurückgewiesen. Er behauptete zudem, dass er, seine Frau und weitere Oppositionspolitiker nach dem gescheiterten Versuch einer ständigen Überwachung durch die kommunistischen Behörden ausgesetzt waren. Der ehemalige Ministerpräsident schrieb, dass

„In der ersten Phase meines Wehrdienstes versuchten sie, mich zu rekrutieren, doch ich lehnte ab, sodass der Versuch erfolglos blieb.“

Laut Orbán umfassten die geheimen Überwachungsmaßnahmen gegen ihn und seine Mitstreiter die Beobachtung, den Einsatz von Informanten sowie die Anbringung von Abhörgeräten an ihren Arbeitsplätzen und in ihren Wohnungen – angeblich sogar in ihren Schlafzimmern. Ein ehemals geheim gehaltener Bericht der Polizeibehörde des Landkreises Szolnok hält Berichten zufolge fest, dass der ehemalige Ministerpräsident 1982 im Hinblick auf eine mögliche Rekrutierung geprüft wurde, die Behörden diese Bemühungen jedoch letztendlich aufgaben.

Gerüchte über Orbáns Vergangenheit verbreiteten sich sehr schnell

Die jüngsten Äußerungen tauchten inmitten erneuter Spekulationen in den Medien darüber auf, ob Orbán jemals für den Staatssicherheitsapparat der kommunistischen Ära gearbeitet habe. Der investigative Journalist Szabolcs Panyi erklärte kürzlich in einem Podcast, der ehemalige ungarische Ministerpräsident Miklós Németh habe behauptet, drei handschriftliche und unterschriebene Geheimdienstberichte gesehen zu haben, die angeblich von Orbán verfasst worden seien.

Dem Bericht zufolge wurden Németh die Dokumente 1990 vom damaligen Verteidigungsminister Ferenc Kárpáti gezeigt. Die Berichte enthielten Berichten zufolge Beobachtungen zum Verhalten und zu den persönlichen Eigenschaften von Wehrpflichtigen, die in Zalaegerszeg Dienst leisteten. Németh soll Orbáns Handschrift und Unterschrift erkannt haben, konnte deren Echtheit jedoch laut Telex nicht eigenständig überprüfen.

Historiker mahnt zur Vorsicht bei Vorwürfen bezüglich Geheimagenten

Der Historiker Krisztián Ungváry, der in einem Ausschuss zur Überprüfung geheimer Dokumente mitwirkt, warnte davor, aufgrund der Vorwürfe voreilige Schlüsse zu ziehen. Er betonte, dass die Unschuldsvermutung für jeden gelte und dass die Behauptungen durch Beweise untermauert werden müssten. Ungváry erklärte, dass er nach Orbáns Wehrdienst selbst Ziel staatlicher Überwachung gewesen sei. Er räumte zwar ein, dass es möglich sei, dass der Politiker vor seiner Entlassung nachrichtendienstliche Aufgaben wahrgenommen habe, argumentierte jedoch, dass dies nicht bewiesen sei.

Der Historiker wies zudem auf Hinweise in der Akte einer anderen Person hin, die darauf hindeuten, dass die Behörden 1988 erneut versuchten, Orbán unter dem Decknamen „Kurázsi“ (Mut) zu rekrutieren. Ungváry erklärte, die vorliegenden Anhaltspunkte deuteten darauf hin, dass auch dieser Versuch gescheitert sei, da Orbán weiterhin als Überwachungsziel geführt wurde. In seinem 2017 erschienenen Buch *A szembenézés hiánya* (*Das Fehlen der Konfrontation*) widmete Ungváry den Vorwürfen ein Kapitel und kam zu dem Schluss, dass es keine Beweise für eine engere Zusammenarbeit zwischen Orbán und den staatlichen Sicherheitsdiensten gebe.

Fidesz weist die Vorwürfe zurück

Orbáns Partei Fidesz reagierte ebenfalls auf die Vorwürfe und betonte, dass die vorliegenden Fakten, Daten und Dokumente belegten, dass der Politiker kein Agent, sondern eine vom kommunistischen Staat überwachte Person gewesen sei. Die erneute Diskussion findet vor dem Hintergrund allgemeiner Forderungen nach mehr Transparenz hinsichtlich der Geheimdienstarchive aus der kommunistischen Ära in Ungarn und der Identität derjenigen statt, die mit den Geheimdiensten kollaborierten.

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