Abwärtstrend: Budapester Mietpreise fallen unter psychologische Grenze

Die Mietpreise in der ungarischen Hauptstadt begannen im Oktober erneut zu fallen. Nach der jüngsten Analyse der Mietplattform Rentingo sank die durchschnittliche Monatsmiete in Budapest auf 248.000 HUF, das sind 5.000 HUF weniger als im September.

Das bedeutet, dass die Mietpreise auf ein Niveau zurückgekehrt sind, das zuletzt Anfang 2024 erreicht wurde, und Experten glauben, dass der Abwärtstrend noch lange nicht vorbei ist. Der Rückgang wird größtenteils auf das Wohnungsbauprogramm Otthon Start (oder Home Start) zurückgeführt, das seit September verfügbar ist, aber bereits im Sommer begonnen hatte, den Markt zu beeinflussen.

Drückt das Home Start Programm die Mieten in Budapest?

Das Programm für zinsgünstige Darlehen hat viele einkommensstärkere Mieter ermutigt, ein Eigenheim zu erwerben, wodurch die Nachfrage auf dem Mietmarkt gesunken ist. Diese Verschiebung hat in kurzer Zeit eine sichtbare Wirkung gezeigt.

Rentingo berichtet, dass zwar weniger Menschen auf der Suche nach Mietwohnungen sind, das Angebot aber weiter zunimmt. Viele Investoren haben im Rahmen des Home Start-Programms Wohnungen gekauft, die nun auf den Mietmarkt kommen und die Zahl der verfügbaren Wohnungen weiter erhöhen.

Dieser doppelte Effekt – sinkende Nachfrage und steigendes Angebot – setzt die Preise erheblich unter Druck, ein Trend, der sich in den kommenden Monaten fortsetzen dürfte.

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Quelle: Pixabay

In der Zwischenzeit haben sich die Angebotspreise seit ihrem Tiefstand im August stabilisiert: Mieter suchten nach Immobilien zu einem Durchschnittspreis von 219.000 HUF, wodurch sich die Preiskluft zwischen Vermietern und Mietern von 20 Prozent im August auf 13 Prozent im Oktober verringerte.

Der stärkste Preisrückgang wurde bei Wohnungen der mittleren Preisklasse zwischen 250.000 und 350.000 HUF beobachtet, die derzeit am schwersten zu vermieten sind.

Rückläufige Nachfrage könnte nachhaltige Auswirkungen haben

Der Rückgang der Mietpreise begann Anfang August, als der übliche Nachfrageschub im Spätsommer – typischerweise nach der Veröffentlichung der Zulassungsergebnisse der Universitäten – ausblieb.

Infolgedessen fielen die Preise im September landesweit um 1,1 Prozent und in Budapest um 0,2 Prozent. Die Daten vom Oktober bestätigen, dass es sich hierbei nicht um eine vorübergehende Schwankung handelt, sondern vielmehr um den Beginn einer langfristigen Marktanpassung.

Rentingo, das Mieter und Vermieter über eine transparente, geprüfte Plattform zusammenbringt, erwartet für die kommenden Monate weitere moderate Preisrückgänge.

Nach Ansicht von Experten stellt dieser Zeitraum ein “goldenes Zeitalter” für Mieter dar, da sie nun aus einer wachsenden Zahl von Immobilien zu günstigeren Preisen wählen können, berichtet Telex.

Allerdings warnen die Analysten auch davor, dass sich die Situation schnell wieder umkehren könnte, wenn sich die Wirtschaft zu erholen beginnt und die Einstellungsaktivitäten auf dem Arbeitsmarkt zunehmen. In diesem Fall würden die Mieten wieder steigen und das Angebot könnte sich verknappen.

Im Moment entfalten sich die Auswirkungen des Home Start-Programms noch, und der Markt wird sich wahrscheinlich auf absehbare Zeit auf dem derzeitigen, niedrigeren Preisniveau stabilisieren.

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