Auf der Suche nach verlorenen Städten: 6 legendäre Siedlungen, die noch nicht gefunden wurden

Es gibt zahlreiche antike verlorene Städte, die in verschiedenen schriftlichen Quellen dokumentiert sind und deren Überreste sich bisher der Identifizierung entzogen haben, selbst mit Hilfe immer ausgefeilterer Werkzeuge. Diese Siedlungen waren oft die Zentren von Imperien oder Stätten von religiöser oder politischer Bedeutung, so dass die Einzelheiten ihres Verschwindens eine wichtige wissenschaftliche Frage darstellen.

Viele antike Städte sind aus historischen Quellen bekannt, doch die Archäologen konnten sie bisher nicht ausfindig machen. Diese verschollenen Städte waren oft kaiserliche Hauptstädte oder die wichtigsten Städte von Königreichen, aber ihre Überreste liegen weiterhin unter der Erde, versteckt an weitgehend unbekannten Orten.

Das Problem ist nicht nur auf einen Mangel an Informationen zurückzuführen. Antike Texte beziehen sich eindeutig auf diese Städte, doch ihre genaue geografische Lage ist im Laufe der Zeit verloren gegangen oder sie liegen in Gebieten, in denen Kriege oder politische Instabilität die wissenschaftliche Forschung behindert haben. Laut Live Science waren sechs dieser geheimnisvollen verlorenen Städte einst außergewöhnlich wichtige Siedlungen, die die Forscher weiterhin faszinieren.

Verlorene Städte in Mesopotamien und Ägypten

Eine der bekanntesten verlorenen Städte ist Irisagrig, die vor etwa viertausend Jahren im heutigen Irak blühte. Ihre Existenz wird durch Tausende von Tontafeln belegt, die nach der Invasion des Irak 2003 auf dem Kunstmarkt auftauchten. Daraus geht hervor, dass die Herrscher von Irisagrig in prächtigen Palästen lebten, viele Hunde und sogar Löwen hielten, die mit Vieh gefüttert wurden.

Die Inschriften erwähnen auch einen dem Gott Enki geweihten Tempel, in dem üppige Feste gefeiert wurden. Obwohl die Existenz der Stadt außer Zweifel steht, haben Archäologen nie ihre Ruinen gefunden, und auch Plünderer haben die Stätte nicht entdeckt.

Ein ähnliches Geheimnis umgibt die Stadt Itjtawy, die von Pharao Amenemhat I. gegründet wurde und lange Zeit die Hauptstadt Ägyptens war. Während ihr Name und ihre historische Rolle gut bekannt sind, bleibt ihre genaue Lage spekulativ. Wissenschaftler vermuten, dass sie sich in der Nähe von Lisht befunden haben könnte, wo sich Amenemhats Pyramide und mehrere andere wichtige Grabstätten befinden, aber die Stadt selbst wurde nie entdeckt.

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Spuren von kaiserlichen Hauptstädten verloren

Akkad ist von einer ungewöhnlichen Anzahl von Fragezeichen umgeben. Auf dem Höhepunkt des akkadischen Reiches, das sich vom Persischen Golf bis nach Anatolien erstreckte, beherbergte die Stadt den Eulmasch-Tempel, der der Göttin Ishtar geweiht war. Antike Quellen deuten darauf hin, dass Akkad beim Untergang des Reiches vollständig zerstört oder entvölkert wurde, doch sein genauer Standort wurde nie ermittelt. Sicher ist, dass seine Überreste irgendwo im heutigen Irak liegen.

Waššukanni, die Hauptstadt des Mitanni-Reiches, ist ebenfalls von der historischen Landkarte verschwunden. Diese Stadt war das Zentrum eines Staates, der sich über Nordostsyrien, Südanatolien und den Nordirak erstreckte. Ihre Einwohner waren Hurriter, die eine eigene Sprache und eine hochentwickelte Kultur besaßen. Wissenschaftler glauben, dass die Stadt im heutigen Nordostsyrien gelegen haben könnte, aber es gibt noch keine konkreten archäologischen Beweise dafür.

Erinnerung an Glauben und Exil

Al-Jahudu ist insofern ungewöhnlich, als es sich nicht um eine klassische Stadt handelte, sondern um eine von Exilanten bewohnte Siedlung innerhalb des Babylonischen Reiches. Ihr Name – “Stadt von Judäa” – bezieht sich auf die jüdische Bevölkerung, die von Nebukadnezar II. nach der Eroberung Jerusalems deportiert wurde. Rund zweihundert Tontafeln bezeugen, dass die Bewohner ihre religiöse Identität bewahrten und Jahwe anbeteten, doch die genaue Lage der Stadt bleibt unbekannt.

Die ägyptische Stadt Thinis gehört ebenfalls zu den geheimnisvollsten verlorenen Städten. Antiken Quellen zufolge herrschten hier die ersten ägyptischen Könige während der Einigung des Landes. Später wurde Memphis die Hauptstadt und Thinis blieb ein Provinzzentrum. Obwohl Forscher versuchen, die Stadt in der Nähe von Abydos zu lokalisieren, wo zahlreiche Königsgräber ausgegraben wurden, ist ihre genaue Lage noch nicht geklärt.

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