Außenminister: EU muss sich auf neue Migrationswellen vorbereiten, Grenzschutz verstärken

Wegen der neuartigen Coronavirus-Pandemie sollte die Europäische Union auf neue Migrationswellen vorbereitet und bereit sein, ihre Außengrenzen zu schützen, sagte Außenminister Péter Szijjártó nach Gesprächen mit Nikos Dendias, seinem griechischen Amtskollegen, am Donnerstag in Athen.
Die Pandemie stelle eine neue Gefahrenquelle im Bereich Migration dar, sagte Szijjártó auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dendias und argumentierte, dass das Virus besonders hart für Länder gewesen sei, aus denen Migranten bereits nach Europa geflohen seien.
Szijjártó sagte, sowohl Griechenland als auch Ungarn schützten die Außengrenzen der EU und fügte hinzu, dass beide in den letzten fünf Jahren ständig mit den Herausforderungen, Gefahren und Sicherheitsrisiken der Migration konfrontiert gewesen seien.
Er forderte Brüssel auf, von Äußerungen abzusehen, die von Migranten als “Einladungen” interpretiert werden könnten, und sagte, dass der Block klarstellen müsse, dass die illegale Einreise in ein Land ein Verbrechen sei, das im Einklang mit nationalen und internationalen Gesetzen sanktioniert werden müsse.
Szijjártó fügte gleichzeitig hinzu, dass Budapest und Athen über das Konzept der obligatorischen Ansiedlungsquoten für Migranten uneinig seien, das Ungarn seiner Meinung nach in all seinen Formen ablehne.
“Gleichzeitig sind wir bereit, den Herkunftsländern der Migranten Hilfe und Entwicklungshilfe zu leisten”, sagte der Minister.
Er schlug vor, dass Ungarn und Griechenland bei der Umsetzung gemeinsam finanzierter Entwicklungsprogramme zusammenarbeiten sollten, die darauf abzielen, die Sicherheit und Lebensbedingungen der christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten zu verbessern.
Die beiden Minister unterzeichneten außerdem ein Tourismusabkommen und berührten die Stärkung der Zusammenarbeit im Energiebereich in Form der Verknüpfung ihrer Gaspipelinenetze. Wenn alles nach Plan läuft, könnte dies bis 2022-2023 eine neue Ressource in der ungarischen Energieversorgung darstellen, sagte Szijjártó.

