Bedeutende Entdeckung: Forscher entdecken ein außergewöhnliches Homo habilis-Skelett in Kenia

Forscher haben das vollständigste Skelett des Homo habilis entdeckt, das jemals gefunden wurde. Es ist über 2 Millionen Jahre alt und weist zahlreiche anatomische Merkmale auf, die für frühe menschliche Vorfahren, ähnlich wie Lucy, charakteristisch sind. Die Fossilien bieten auch aufregende neue Einblicke in die Lebensweise und den Körperbau dieser frühen Homininen.

Die Geschichte der menschlichen Evolution ist voller Geheimnisse und unerwarteter Entdeckungen, die immer wieder neues Licht auf das Leben und die Entwicklung unserer Vorfahren werfen. Der jüngste Fund – ein bemerkenswert gut erhaltenes Skelett des Homo habilis – bietet einen besonders spannenden Einblick in die Welt der frühen Homininen und könnte uns helfen, den Prozess der Evolution selbst besser zu verstehen.

Die Entdeckung und Bedeutung des Homo habilis-Skeletts

Das Skelett des Homo habilis mit der Bezeichnung KNM-ER 64061 wurde im Norden Kenias, im Turkana-Becken, entdeckt. Die ersten Fragmente der Fossilien wurden 2012 von der Archäologin Meave Leakey von der Stony Brook University in New York zusammen mit ihrem Forschungsteam entdeckt und die Entdeckung wurde erstmals 2015 auf einer wissenschaftlichen Konferenz vorgestellt. Wie Live Science berichtet, wurde eine vollständige Analyse der Fossilien am 13. Januar 2026 in The Anatomical Record veröffentlicht und bestätigt, dass es sich um eines der vollständigsten Homo habilis-Exemplare handelt, die jemals gefunden wurden, und auch um eines der ältesten.

Das Skelett des Homo habilis ist für die paläoanthropologische Forschung von besonderer Bedeutung, da die Art eine Übergangsform zwischen den Australopithecinen und den späteren, besser bekannten Mitgliedern der Gattung Homo, wie dem Homo erectus, darstellt. Ähnlich wie das berühmte Lucy-Skelett unter den Australopithecinen ist Homo habilis entscheidend für das Verständnis der frühen Phasen der menschlichen Evolution.

Anatomische Merkmale der Fossilien

Das entdeckte Exemplar umfasst Schlüsselbeine, Fragmente von Schulterblättern, Ober- und Unterarmknochen sowie kleinere Fragmente der Wirbelsäule, Rippen, Oberschenkelknochen und des Beckens. Die Identifizierung als Homo habilis wurde dank des unteren Gebisses bestätigt. Den Forschern zufolge erinnern die robusten, dicken Armknochen an die für Australopithecinen typischen Proportionen, was darauf hindeutet, dass diese Spezies lange, kräftige obere Gliedmaßen hatte, sogar im Vergleich zum späteren Homo erectus.

Aus der Länge des Oberarmknochens schlossen die Forscher, dass das Individuum ein junger Erwachsener war, etwa 160 cm groß und nur 30,7 kg schwer. Insgesamt deuten diese Daten darauf hin, dass der Homo habilis deutlich kleiner und leichter war als der Homo erectus, während die Proportionen seiner oberen Gliedmaßen noch australopithecinenähnliche Merkmale aufwiesen.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass lange Unterarme nicht unbedingt bedeuten, dass Homo habilis vollständig baumlebend war, auch wenn sie das Klettern ermöglicht hätten.

Europe's oldest stone tools made by Homo Erectus found in a Hungarian village
Quelle: depositphotos.com

Zukünftige Forschungsrichtungen

Diese Entdeckung ist besonders wichtig, weil zwischen 2,2 und 1,8 Millionen Jahren bis zu vier verschiedene Homininenarten – Homo habilis, Homo rudolfensis, Paranthropus boisei und möglicherweise Homo erectus – gleichzeitig in Ostafrika gelebt haben könnten. Die Fossilien könnten endlich klären, wie diese Arten miteinander verwandt waren.

Das Skelett des Homo habilis liefert nicht nur neue Informationen über die Art selbst, sondern auch Einblicke in die Entwicklung der anatomischen Merkmale der frühen Homininen. Die robusten oberen Gliedmaßen und die relativ geringe Körpermasse deuten darauf hin, dass diese Art bereits näher an einer vollständig terrestrischen Lebensweise war als die Australopithecinen.

Was kommt als nächstes?

    Die Forscher betonen, dass künftige Studien der Fossilien der unteren Gliedmaßen von Homo habilis unser Verständnis dieser Schlüsselart weiter verfeinern und dazu beitragen können, festzustellen, ob sie ein direkter Vorfahre des Homo erectus oder einfach eine eng verwandte, zeitgleiche Art war.

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