Béla Tarr zu Grabe getragen: Ungarn nimmt Abschied von dem legendären Filmemacher – Fotogalerie

Familienmitglieder, Freunde, Künstlerkollegen und Bewunderer versammelten sich diese Woche, um bei der Beerdigung von Béla Tarr, einem der einflussreichsten und international gefeierten ungarischen Filmregisseure, Abschied zu nehmen. Die Zeremonie ehrte den stillen, kompromisslosen Autorenfilmer, dessen karge, meditative Filme das moderne Kino neu geprägt und Generationen von Filmemachern im In- und Ausland inspiriert haben.

Im Folgenden teilen wir Momente der Verabschiedung und blicken auf das Leben und das Vermächtnis des Meisters des ungarischen Arthouse-Kinos zurück.

Ein Leben im Zeichen des kompromisslosen Kinos

Der 1955 in Pécs geborene Tarr begann schon als Teenager mit dem Filmemachen und entwickelte sich schnell zu einer unverwechselbaren Stimme des ungarischen Kinos. Nachdem er mit 16 Jahren als Amateurfilmer angefangen hatte, entwickelte er sein Handwerk im legendären Balázs Béla Studio, wo er seinen ersten Spielfilm Family Nest (1977) drehte, der bereits den rauen sozialen Realismus zeigte, der sein Frühwerk kennzeichnete.

Sein internationaler Durchbruch gelang ihm mit Damnation (1988), der bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin gezeigt wurde und ihm den Weg zu weltweiter Anerkennung ebnete. Später verbrachte Tarr als Gast des DAAD-Künstlerprogramms einige Zeit in Berlin und unterrichtete jahrelang an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin, wo er unzählige junge Filmemacher beeinflusste.

Im Anschluss daran schuf er einige der angesehensten Werke des europäischen Kinos, darunter Sátántangó, Werckmeister Harmonies und The Man from London. Sein letzter Spielfilm, The Turin Horse (2011), wurde weithin als ein passender, strenger Abschied vom Filmemachen gesehen, nach dem er sich auf Bildung und Mentoring konzentrierte.

Falls Sie es verpasst haben:

Der mit dem Kossuth-Preis und dem Balázs-Béla-Preis ausgezeichnete Tarr wurde in die Europäische Filmakademie gewählt und blieb eine prägende Figur des ungarischen Kulturlebens. Seine langen Einstellungen, seine philosophische Tiefe und sein düsterer und doch poetischer visueller Stil sicherten ihm einen Platz unter den großen Autoren des Weltkinos.

Mit seinem Tod hat Ungarn nicht nur einen Filmemacher verloren, sondern auch eine einzigartige künstlerische Stimme, deren Einfluss weit über die Leinwand hinausreichen wird.

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