Breaking: Europäische Kommission hält außerordentliche Sitzung nach Streit zwischen Ungarn und der Ukraine ab

Die Europäische Kommission hat eine außerordentliche Sitzung ihrer Öl-Koordinierungsgruppe einberufen, nachdem der Energiestreit zwischen Ungarn, der Slowakei und der Ukraine stark eskaliert ist.
Wie Euronews berichtet, finden die Dringlichkeitsgespräche statt, nachdem Ungarn und die Slowakei in dieser Woche ihre Diesel-Exporte in die Ukraine gestoppt haben. Grund dafür sind Verzögerungen bei der Reparatur der Druschba-Pipeline, einer wichtigen Route, die russisches Rohöl in die beiden mitteleuropäischen Staaten liefert. Die Pipeline wurde bei einem russischen Angriff auf ukrainisches Territorium beschädigt und muss erst wieder in Betrieb genommen werden.

Spannungen bei der Versorgung verschärfen sich
Budapest und Bratislava beschuldigen Kiew, die Reparaturarbeiten aus politischen Gründen absichtlich zu verzögern, da beide Länder nach wie vor stark von russischem Öl abhängig sind, das durch die Pipeline transportiert wird. Im Gegenzug hat die Ukraine die beiden EU-Mitglieder dafür kritisiert, dass sie sich weigern, ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen zu verringern. Der Streit hat die Beziehungen weiter belastet, da die winterlichen Bedingungen die ohnehin schon fragile Energiesituation der Ukraine noch verschärfen. Anhaltende russische Streiks gegen die Infrastruktur haben zu weitreichenden Stromausfällen und Heizungsengpässen im ganzen Land geführt.
EU bemüht sich um Beruhigung der Lage
Beamte der Kommission betonten, dass sie weiterhin in engem Kontakt mit den ukrainischen Behörden stehen, was den Zeitplan für die Reparaturen angeht, aber sie betonten, dass sie keinen Druck auf Kiew ausüben. Gleichzeitig äußerte Brüssel seine Besorgnis über die allgemeine Energiesicherheit der Ukraine, auch wenn Ungarn und die Slowakei nach eigenen Angaben derzeit über ausreichende Brennstoffreserven verfügen und kein unmittelbares Versorgungsrisiko besteht. An dem außerordentlichen Treffen, das für nächsten Mittwoch angesetzt ist, werden auch Vertreter aus Kroatien teilnehmen. Die Diskussionen werden sich auf die Auswirkungen von Lieferunterbrechungen und mögliche alternative Routen für Öllieferungen konzentrieren.
Kroatien ist bereit zu helfen, aber nicht so, wie Ungarn es will
Ungarn hat vorgeschlagen, die Importe von russischem Öl auf dem Seeweg über die kroatische Adria-Pipeline zu erhöhen. Zagreb hat jedoch heftigen Widerstand signalisiert und argumentiert, dass die Infrastruktur dazu gedacht sei, die Unabhängigkeit von russischer Energie zu unterstützen und nicht, um weitere Importe zu ermöglichen. Unterdessen haben Ungarn und die Slowakei gewarnt, dass sie ihre Maßnahmen auf die Strom- und Gasversorgung ausweiten könnten, wenn die Reparaturen der Pipelines nicht beschleunigt werden.
Der kroatische Wirtschaftsminister Ante Šušnjar hat es abgelehnt, dass sein Land russisches Öl über die JANAF nach Ungarn und in die Slowakei transportiert. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass Kroatien bereit ist, den beiden Ländern zu helfen – ausschließlich mit Öl aus nicht-russischen Quellen, in Übereinstimmung mit der Gesetzgebung der Europäischen Union und den OFAC-Regeln.
Weiterer energiepolitischer Kontext der EU
Das Patt findet vor dem Hintergrund umfassenderer Bemühungen der EU statt, die russischen fossilen Brennstoffe auslaufen zu lassen. Gemäß der im Januar 2026 verabschiedeten Gesetzgebung müssen alle Mitgliedsstaaten diese Importe bis 2027 schrittweise abschaffen. Sowohl Ungarn als auch die Slowakei haben die Vorschriften formell angefochten und argumentiert, dass der Übergang aufgrund begrenzter alternativer Lieferoptionen hohe wirtschaftliche Kosten verursachen würde.

