Brüssel in Aufruhr: von der Leyens Vorgehen stösst auf Widerstand

Ursula von der Leyens jüngste Aktionen haben in mehreren Mitgliedstaaten heftigen Widerstand ausgelöst, und in Brüssel zeichnet sich ein wachsender Streit darüber ab, wer die Außenpolitik der Europäischen Union wirklich kontrolliert.

Könnte das Einstimmigkeitsprinzip in Brüssel abgeschafft werden?

Ursula von der Leyen hat erneut die Frage nach einer Reform der außenpolitischen Entscheidungsfindung in der Europäischen Union aufgeworfen. Die Präsidentin der Europäischen Kommission argumentiert, dass die Einstimmigkeitsregel die Fähigkeit der EU, schnell auf globale Krisen zu reagieren, zunehmend beeinträchtigt.

Der Vorschlag würde es ermöglichen, dass bestimmte außenpolitische Fragen mit qualifizierter Mehrheit entschieden werden, so dass ein einzelnes Land eine gemeinsame Position nicht mehr blockieren könnte. Von der Leyen glaubt, dass dies die geopolitische Glaubwürdigkeit der EU und ihre Handlungsfähigkeit stärken würde.

Allerdings hat die Initiative bisher nur wenig Unterstützung von den Mitgliedsstaaten erhalten, von denen viele ihr Vetorecht nur ungern aufgeben wollen.

Der Hintergrund: Unterstützung für die Ukraine

Die Debatte ist besonders akut geworden, nachdem Ungarn ein gemeinsames Kreditpaket in Höhe von 90 Milliarden Euro für die Ukraine blockiert hat. Die Unterstützung würde durch eine verstärkte Zusammenarbeit erfolgen, aber der Widerstand Budapests hat wieder einmal eine der größten Schwächen des EU-Entscheidungssystems aufgezeigt.

In Brüssel wächst die Sorge, dass die Einstimmigkeitsregel die EU daran hindert, in wichtigen geopolitischen Fragen eine einheitliche Haltung einzunehmen. Gleichzeitig betrachten viele Mitgliedstaaten das Vetorecht als eine der letzten Garantien für die nationale Souveränität innerhalb des EU-Systems.

Auch der Iran sorgt für neue diplomatische Spannungen

Die Spannungen wurden durch den Iran-Konflikt weiter verschärft, in dessen ersten Tagen Ursula von der Leyen Berichten zufolge mehr als ein Dutzend Telefongespräche mit führenden Politikern Europas und der Golfstaaten geführt hat. Diplomatische Quellen behaupten, die Kommissionspräsidentin habe sogar die Möglichkeit eines Regimewechsels in Teheran angedeutet.

Mehrere EU-Politiker argumentieren jedoch, dass diese Rolle nicht dem Kommissionspräsidenten zufällt. Für die Koordinierung der EU-Außenpolitik ist formell die Hohe Vertreterin für Außen- und Sicherheitspolitik, Kaja Kallas, zuständig.

Nathalie Loiseau, eine französische Abgeordnete des Europäischen Parlaments, kritisierte das Vorgehen scharf. Wie sie es ausdrückte,

“Es war fast schon halluzinatorisch zu sehen, wie von der Leyen ohne offizielle Genehmigung Kontakt zu Führern von Golfstaaten aufnahm.”

israel and us launch attacks on iran travel warning
Israel führt Angriffe auf den Iran durch. Foto: Anadolu Agentur

“Im Namen der EU sprechen – ohne Rücksprache?”

Laut mehreren Diplomaten besteht das Problem nicht nur darin, dass die Kommissionspräsidentin aktiv an der Diplomatie beteiligt ist, sondern auch darin, dass sie gelegentlich politische Positionen vertritt, als ob sie die Haltung der gesamten Europäischen Union repräsentieren würde.

Ein hochrangiger EU-Diplomat warnte, dass dies bei den internationalen Partnern leicht zu Verwirrung führen könnte.

“Das Problem ist, dass die Kommissionspräsidentin mit Ideen aufwartet und dabei den Anschein erweckt, die EU zu verpflichten – ohne vorherige Rücksprache mit den Mitgliedstaaten”, hieß es.

Kritiker merken an, dass der Umgang mit dem Iran-Konflikt nur eines von mehreren strittigen Themen ist. Mehrere Regierungen haben zuvor die Rolle der Kommission bei der Beschleunigung des EU-Beitritts der Ukraine und von der Leyens Engagement in Donald Trumps sogenanntem “Board of Peace” kritisiert.

Brüssel wehrt sich gegen Kritik

Die Europäische Kommission hat diese Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen. Ein Sprecher betonte, dass der Kontakt zu führenden Politikern der Welt zu den Aufgaben des Kommissionspräsidenten gehöre und dass von der Leyen lediglich die in den Verträgen festgelegten Befugnisse ausübe.

Sie betonte auch, dass die offizielle Position der EU zum Iran-Konflikt von Kaja Kallas in einer mit allen 27 Mitgliedsstaaten abgestimmten Erklärung mitgeteilt wurde.

Quelle: Portfolio.hu; Index.hu

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