Das Geheimnis des verschwundenen Sterns in der Andromeda-Galaxie – Was ist wirklich passiert?

Der Fall eines verschwundenen Sterns in der Andromeda-Galaxie hat sich zu einem der faszinierendsten astronomischen Rätsel der letzten Jahre entwickelt. Der gelbe Überriese mit der Bezeichnung M31-2014-DS1 wurde im Jahr 2014 allmählich heller, um dann in den folgenden Jahren spurlos vom Nachthimmel zu verschwinden. Obwohl zwei Forschungsteams das Phänomen derzeit untersuchen, bleiben die genauen Ereignisse ungelöst.
Sterne sind im Allgemeinen extrem stabile Objekte mit einer Lebensdauer von Milliarden von Jahren, was bedeutet, dass sie nur selten in kurzer Zeit dramatische Veränderungen erfahren. Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich ein Stern verdunkelt oder sein Leben in einer gewaltigen Supernova-Explosion beendet, bevor er zu einem Schwarzen Loch oder einem Neutronenstern kollabiert. Es ist jedoch äußerst ungewöhnlich, dass ein Stern einfach spurlos verschwindet. Genau das macht das Verschwinden eines Sterns aus der Andromeda-Galaxie so bemerkenswert.
Wie IFLScience berichtet, war M31-2014-DS1 ein gelber Überriese mit einer Masse, die etwa 12-13 Mal so groß war wie die der Sonne. Wissenschaftler beobachteten 2014, dass er allmählich heller wurde, doch 2018 war er vollständig aus dem Blickfeld verschwunden. Der Fall wird dadurch komplexer, dass keine auffällige Supernova-Explosion beobachtet wurde, was Fragen aufwirft, die beide Forscherteams zu beantworten versuchen.
Der verschwundene Stern und die “gescheiterte Supernova”-Hypothese
Ein Team, das Daten des James Webb Weltraumteleskops (JWST) und des Chandra Röntgenobservatoriums analysierte, kam zu dem Schluss, dass der fehlende Stern ein auffälliges Beispiel für eine sogenannte “gescheiterte Supernova” sein könnte. Dies deutet darauf hin, dass der Stern direkt in ein Schwarzes Loch kollabiert ist, ohne die dramatische Explosion zu erleben, die typischerweise mit Supernovae verbunden ist. Der Theorie zufolge können Sterne ab einer bestimmten Masse tatsächlich auf diese ruhige Weise ihr Leben beenden.
Bei ihren Beobachtungen entdeckten die Forscher eine außergewöhnliche Lichtquelle an der Stelle, an der sich der Stern zuvor befunden hatte, die jedoch nur etwa 7-8% der ursprünglichen Leuchtkraft ausstrahlt. Sie beobachteten auch eine Staubhülle, die sich zwischen 40 und 200 Astronomischen Einheiten ausdehnt und von der man annimmt, dass es sich dabei um die Überreste von zuvor ausgestoßenem Material handelt.
Das Team vermutet, dass das schwache Licht durch den Rückfall von ausgeworfenem Material und die Akkretion auf das neu entstandene Schwarze Loch verursacht wird. Das Modell ist jedoch nicht perfekt, denn es wurde keine Röntgenemission entdeckt, die auf Akkretion hinweist. Die Forscher vermuten, dass dies auf den dichten Staub zurückzuführen sein könnte, der derzeit Röntgenstrahlen absorbiert, ein Effekt, der mit der Ausdehnung der Struktur abnehmen könnte.

Fragen und alternative Erklärungen
Ein anderes Forscherteam mahnt zur Vorsicht. Sie weisen auf mehrere Beobachtungsdetails hin, die die Idee in Frage stellen, dass der verschwundene Stern eine “gescheiterte Supernova” war. Ihre Modelle deuten darauf hin, dass, wenn sich ein Schwarzes Loch gebildet hätte, das Licht des zurückgefallenen Materials allmählich verblassen müsste. Die Beobachtungen zeigen jedoch, dass die Quelle nicht wesentlich schwächer geworden ist.
Erschwerend kommt hinzu, dass archivierte Chandra-Beobachtungen aus dem Jahr 2015, Swift-Daten aus dem Jahr 2020 und neuere Chandra-Messungen aus dem Jahr 2024 allesamt keine Röntgenemission von diesem Ort erkennen konnten. Dies steht im Widerspruch zu Theorien, die vorhersagen, dass ein neu entstandenes Schwarzes Loch über Tausende von Jahren starke Röntgenstrahlung aussenden könnte.
Nach Ansicht des zweiten Teams könnte der Stern tatsächlich von einer dicken Staubschicht verdeckt sein, aber eine andere Möglichkeit ist, dass das fehlende Objekt das Ergebnis einer Sternverschmelzung ist. Ein solches Ereignis könnte große Mengen an Staub erzeugen, der die zentrale Quelle verdeckt und nur ein schwaches, rötliches Leuchten hinterlässt.
Das Rätsel bleibt ungelöst
Derzeit gibt es noch keine endgültige Antwort auf die Frage, was mit dem verschwundenen Stern geschehen ist. Möglicherweise ist er zu einem Schwarzen Loch kollabiert. In diesem Fall würde die Quelle weiter verblassen. In diesem Fall würde die Quelle weiter verblassen. Alternativ könnte es zu einer Sternverschmelzung gekommen sein, und das Objekt könnte wieder aufleuchten, sobald sich der Staub verflüchtigt hat.
Die Forscher betonen, dass weitere Beobachtungen in den kommenden Jahren unerlässlich sein werden, um das Rätsel zu lösen, wobei das James Webb Space Telescope wahrscheinlich eine zentrale Rolle spielen wird.
In der Zwischenzeit bleibt der verschwundene Stern eine der fesselndsten offenen Fragen in der Astronomie und zeigt, dass das Universum noch viele Überraschungen bereithält. Zu diesen mysteriösen Prozessen gehört zum Beispiel die Entstehung von Galaxien, die wir in einem früheren Artikel untersucht haben.

