Der Spiegel: Wenn Premier Orbán bleibt, muss Ungarn aus der Europäischen Union ausgeschlossen werden

Der Spiegel hat die Frage sogar in einer öffentlichen Umfrage gestellt, bei der nach dem aktuellen Stand der Dinge 92 Prozent der Befragten für einen Rauswurf aus der Europäischen Union votieren.

Orbán führt Anti-EU-Kampagne, behauptet der Spiegel

Wie 444.hu berichtet, stellte die deutsche Wochenzeitung ihren Lesern diese Frage: “Soll Ungarn aus der EU ausgeschlossen werden?” Die Antwort war unmissverständlich.

Der Leitartikel der Publikation geht noch weiter und beschuldigt Viktor Orbán, im Vorfeld der Wahlen 2026 tatsächlich Wahlkampf gegen die Europäische Union selbst zu machen. In Ungarn prangen derzeit riesige Plakate, auf denen zu lesen ist, dass der Oppositionsführer Péter Magyar eine Marionette der Europäischen Kommission ist, dass Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelensky sich abgesprochen haben, um ganz Europa in einen Krieg zu ziehen, und dass die zusätzlichen Belastungen und die Kreditaufnahme, die zur Verteidigung gegen die russische Aggression in der Ukraine auferlegt werden, das Land ausbluten lassen werden.

Von der Leyen Zelenskyy Magyar billboard campaign orbán campaign Spiegel vote
Foto: Daily News Hungary

Regierungsvertreter wiederholen dieses Narrativ Tag für Tag. Nach Ansicht der Orbán-Regierung hat sich die Europäische Kommission mit den Ukrainern zusammengetan, um die ungarische Regierung zu stürzen, nur weil sie sich für den Frieden in der Ukraine einsetzt. Das sei der Grund, warum Budapest keine Gelder aus Brüssel erhalte.

Experten entgegnen, dass die Gelder zurückgehalten werden, weil die Regierung die rechtsstaatlichen Bedingungen nicht erfüllt, während die Skepsis gegenüber Ungarn in Brüssel und den EU-Institutionen aufgrund der pro-russischen Haltung des Orbán-Regimes wächst.

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Premierminister Orbán und Präsident Putin in Moskau im letzten November. Foto: FB/Orbán

Korrupte Autokratie oder Rechtsstaatlichkeit?

Der Spiegel befasst sich ebenfalls mit dem Thema Korruption. In seinem Leitartikel warnt er, dass das Geld der deutschen Steuerzahler – Berlin ist der größte Nettozahler der EU – nicht in ein Land fließen darf, dessen Politik mit der Putins übereinstimmt.

Der Autor besteht darauf, dass die Ungarn zwischen Orbán und seiner korrupten Autokratie auf der einen Seite und einem liberalen, auf Rechtsstaatlichkeit basierenden Ungarn auf der anderen Seite wählen müssen. Ihre Position ist eindeutig: Wenn Orbán gewinnt, sollte Ungarn aus der EU ausgeschlossen werden – ein Schritt ohne Präzedenzfall in der Geschichte des Blocks. Es gab Austritte per Referendum (siehe Brexit) und abgelehnte Beitrittsgesuche (siehe Norwegen), aber nie einen Rauswurf aus dem Club. Bisher hat der Europäische Rat noch nicht einmal die härteste Sanktion verhängt – den Entzug der Stimmrechte (der von Orbán oft als Veto genutzt wird).

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