Der ungarische Energieriese MOL wird als Favorit für den Kauf des russischen Anteils an der serbischen Ölgesellschaft gehandelt

Der größte ungarische Energiekonzern MOL wird nach Ansicht von Experten aus der Region zunehmend als der wahrscheinlichste Käufer des russischen Anteils am serbischen Ölkonzern Oil Industry of Serbia (NIS) angesehen.

Obwohl noch keine endgültige Vereinbarung unterzeichnet wurde, glauben Finanzanalysten, dass das Geschäft sowohl wirtschaftlichen als auch geopolitischen Interessen in einer Zeit des erhöhten Drucks auf russische Vermögenswerte in Europa dienen würde.

Laut Index sagte Vladimir Vasić, ein serbischer Finanzberater, dass die Chancen auf eine Übernahme der russischen Beteiligung an NIS durch MOL steigen, obwohl er betonte, dass nichts sicher ist, solange kein formeller Vertrag abgeschlossen ist.

Experte meint, es wäre von Vorteil

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Er bezeichnete die potenzielle Transaktion als “sehr gute Lösung” und fügte hinzu, dass sie auch die Erwartungen aus Washington erfüllen könnte, wo die Entscheidungsträger an Veränderungen in der Eigentümerstruktur von Unternehmen mit erheblicher russischer Beteiligung interessiert sind.

NIS befindet sich derzeit mehrheitlich im Besitz der russischen Unternehmen Gazprom und Gazprom Neft, eine Struktur, die aufgrund internationaler Sanktionen zunehmend problematisch geworden ist.

Obwohl die Vereinigten Staaten NIS die Erlaubnis erteilt haben, bis zum 24. März 2026 über den Verkauf der in russischem Besitz befindlichen Raffinerieanteile zu verhandeln, verfügt das Unternehmen noch immer nicht über eine vollständige Betriebslizenz. Infolgedessen kann es kein Rohöl kaufen oder verarbeiten, während die Rohöllieferungen über Kroatien gestoppt und die Produktion in der Pančevo-Raffinerie eingestellt wurde.

MOL ist in einer guten Position

Vasić merkte an, dass MOL ein glaubwürdiger Käufer wäre und verwies auf die starke finanzielle Position des ungarischen Unternehmens. MOL erwirtschaftet einen Jahresumsatz von etwa 23-24 Milliarden Euro, weist einen Gewinn von fast 1 Milliarde Euro aus und ist in etwa 30 Ländern tätig. Aus rein geschäftlicher Sicht, so argumentierte er, würde die Übernahme Sinn machen.

Gleichzeitig sagte er, dass es das idealste Szenario wäre, wenn Serbien selbst den russischen Anteil zurückkaufen würde. Allerdings sind noch einige Details unklar, insbesondere nachdem Washington seine endgültige Entscheidung über Sanktionen auf März verschoben hat. Seiner Ansicht nach wollen die Vereinigten Staaten letztlich eine Änderung der Eigentumsverhältnisse, unabhängig davon, wer der Käufer ist.

Die Politik könnte den Prozess jedoch verkomplizieren. Vasić warnte, dass die Angelegenheit nicht von umfassenderen geopolitischen Überlegungen getrennt werden kann, insbesondere angesichts der engen Beziehung zwischen dem ungarischen Premierminister Viktor Orbán und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Er argumentierte, dass Belgrad seine nächsten Schritte sorgfältig abwägen und schnell handeln müsse, um die Eigentumsstruktur von NIS neu zu gestalten.

Die beiden Staatsoberhäupter haben bereits ihre Ansichten ausgetauscht

Vor diesem Hintergrund führten Orbán und der serbische Präsident Aleksandar Vučić am Samstag ein Telefongespräch. Vučić sagte, das Gespräch konzentrierte sich auf die Energiesicherheit, die Stabilisierung der Versorgung und Pläne zum Ausbau der regionalen Infrastruktur für den Transport, die Lagerung und den Empfang von Energieressourcen. Sie sprachen auch über den EU-Beitrittsprozess Serbiens, den Krieg in der Ukraine und die allgemeinen Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union.

Vučić lobte Ungarn als zuverlässigen Partner in schwierigen Zeiten und betonte die Bedeutung einer engen ungarisch-serbischen Zusammenarbeit. Es bleibt unklar, ob der mögliche Verkauf von NIS direkt besprochen wurde, aber die Energiesicherheit steht eindeutig ganz oben auf der Tagesordnung, da Serbien einen Ausweg aus der derzeitigen Pattsituation sucht.

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