DK: Ungarn sollte EU-Flüchtlingspolitik übernehmen

Röszke, 5. Mai (MTI) – Ungarn sollte sich der gemeinsamen Flüchtlingspolitik der Europäischen Union anschließen, sagte der Europaabgeordnete Péter Niedermüller, stellvertretender Vorsitzender der Demokratischen Koalition (DK), nach einem Besuch der Transitzone Röszke in Begleitung zweier sozialdemokratischer Europaparlamentarier am Freitag.
Niedermüller lobte die Mitarbeiter der Zone für ihren unermüdlichen Einsatz, dass Flüchtlinge, die eine der härtesten Phasen ihres Lebens erleben, ihre Menschenwürde bewahren können.
Ungarische Gesetze seien hingegen “notwendig und unmenschlich”, da es nicht nötig sei, “extreme” Institutionen aus Steuergeldern zu etablieren, sagte er.
Nicht der Bau neuer Zäune und Transitzonen sondern die Beteiligung aller Mitgliedstaaten an der gemeinsamen Flüchtlingspolitik werde Europa in die Lage versetzen, den Herausforderungen der Migration zu begegnen, sagte Niedermüller.
Der österreichische Europaabgeordnete Josef Weidenholzer sagte, dass es trotz aller Bemühungen der Mitarbeiter der Zone fraglich sei, ob die ungarischen Institutionen mit der Flüchtlingspolitik der EU im Einklang stünden.
Weidenholzer forderte intensivere Anstrengungen zur Stabilisierung der Lage in den Herkunftsländern. Darüber hinaus bestehe ein dringender Bedarf, das Schicksal von 80.000-90.000 Menschen zu lösen, die entlang der Balkan-Migrationsroute gestrandet seien, sagte er.
Die deutsche Europaabgeordnete Birgit Sippel sagte, dass die ungarische Partei zwar wiederholt Kritik an den Bedingungen in den Transitzonen zurückgewiesen habe, die von einem hohen Stacheldrahtzaun umgebene Anlage jedoch genau so aussah, wie sich ein durchschnittlicher Europäer ein Gefängnis vorstellt.
In einer Erklärung, die Fidesz regierte, fand es schockierend, dass in einer Zeit, in der Europa von Massenmigration und Terroranschlägen heimgesucht wird, “die Verbündeten des (US-Finanziers) George Soros in Brüssel, unterstützt vom ungarischen linken Flügel” sagten, dass der Zaun, das legale Grenzsiegel und die Transitzonen “notwendig” seien Ungarn kommt seiner EU-Verpflichtung nach, wenn es die Schengen-Grenze und dadurch ganz Europa schützt, sagte Fidesz.
Niedermüller und die linksliberalen Europaabgeordneten, die ihn begleiteten, seien Anhänger der Brüsseler Migrationspolitik, hieß es.
“Der Besuch der Verbündeten von Soros in Röszke ist Teil des Drucks, den Soros und Brüssel auf Ungarn ausüben, mit dem das Land gezwungen werden soll, den Zaun zu entfernen, das gesetzliche Grenzsiegel aufzuheben und die Migrationsquote zu akzeptieren”, fügte es hinzu.
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