Ein Archäologenteam entdeckte in der Mongolei Spuren des schnellsten Dinosauriers aller Zeiten.

Eine neue paläontologische Entdeckung verändert unser Verständnis der Theropoden grundlegend. Die Analyse alter Fährten deutet darauf hin, dass einer der schnellsten Dinosaurier in der Kreidezeit gelebt haben könnte. Dies wirft neue Fragen über die Fähigkeiten der prähistorischen Raubtiere auf.

Eine 120 Millionen Jahre alte Fährte, die in der Mongolei entdeckt wurde, wirft ein neues Licht auf die Fortbewegung der Theropoden. Den versteinerten Fußabdrücken zufolge könnten diese zum schnellsten jemals identifizierten Dinosaurier gehören, der in der Lage war, mit erstaunlicher Geschwindigkeit zu laufen – etwa vergleichbar mit der eines modernen Radprofis, berichtet IFLScience.

Wie schnell waren Dinosaurier wirklich?

Man stellt sich Dinosaurier oft als riesige, träge Kreaturen vor, aber eine neue paläontologische Entdeckung stellt dieses Bild in Frage. Anhand von versteinerten Fußabdrücken aus der Kreidezeit haben Forscher die Spuren des vermutlich schnellsten Theropoden identifiziert, der bisher bekannt ist. Die Fußabdrücke werden einem mittelgroßen Raubsaurier zugeschrieben, der beim Laufen Geschwindigkeiten von etwa 45 Stundenkilometern erreicht haben könnte.

Dieses Tempo ist nicht nur im Kontext der Dinosaurier außergewöhnlich, sondern auch nach modernen Maßstäben bemerkenswert und entspricht in etwa der Geschwindigkeit eines professionellen Radfahrers.

Die schnellsten Dinosaurierspuren in der Mongolei gefunden

Die Fußabdrücke wurden in der Mongolei in einer Sedimentschicht aus der Unterkreide entdeckt. Das bedeutet, dass die Tiere, die sie hinterlassen haben, vor etwa 120-130 Millionen Jahren lebten. Was den Fundort besonders bemerkenswert macht, ist die Tatsache, dass er nicht nur eine, sondern zwei verschiedene Fährten enthält.

Eine davon wird einem großen Theropoden-Dinosaurier zugeschrieben, den die Forscher mit der Art Chapus lockleyi in Verbindung bringen. Dieses Tier scheint sich in einem ruhigen, schreitenden Tempo bewegt zu haben.

Die andere Spur deutet jedoch auf eine weitaus dynamischere Bewegung hin: Sie stammt von einem mittelgroßen, noch nicht identifizierten prähistorischen Tier, das der Gruppe der Eubrontidae zugeordnet wird und möglicherweise der schnellste Dinosaurier ist, der jemals gelebt hat.

Wie wird die Geschwindigkeit eines Dinosauriers berechnet?

Die Untersuchung fossiler Fußabdrücke fällt in den Bereich der Ichnologie, die die von alten Organismen hinterlassenen Spuren analysiert. Um die Geschwindigkeit eines Dinosauriers zu schätzen, haben die Forscher zunächst die Größe und Schrittlänge des Tieres ermittelt und diese Messungen dann mit der geschätzten Hüfthöhe verglichen.

Anhand der daraus resultierenden sogenannten relativen Schrittlänge können die Wissenschaftler zwischen Gehen, Traben und Laufen unterscheiden. Das Gehen fällt typischerweise unter einen Wert von 2, während das Laufen oberhalb von 2,9 beginnt. Im Fall des hier untersuchten mittelgroßen Theropoden lag dieser Wert bei erstaunlich hohen 5,25, was eindeutig auf Sprinten hindeutet.

Weitere Details der Fußabdrücke unterstützen die Schlussfolgerung einer außergewöhnlichen Geschwindigkeit. Die Abdrücke sind an den Zehen besonders ausgeprägt, während Fersenabdrücke fast völlig fehlen – ein Muster, das auch bei modernen Tieren für schnelles, explosives Laufen charakteristisch ist. Außerdem ist die Spur fast vollkommen gerade, was darauf hindeutet, dass das Tier nicht manövriert, sondern sich mit maximaler Geschwindigkeit vorwärts bewegt hat.

Was sagt all dies über Theropoden aus?

Die Entdeckung stimmt gut mit früheren biomechanischen Modellen überein, die darauf hindeuten, dass sich großwüchsige Theropoden eher langsam bewegten, während kleinere und mittelgroße Raubtiere zu außergewöhnlich schnellem Laufen fähig waren. Dieser Fall ist ein besonders starker Beweis dafür, dass diese theoretischen Modelle durch reale Daten aus fossilen Fußabdrücken gestützt werden.

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