Enthüllt: 12-Punkte-Plan Ungarn-Russland veröffentlicht, da Orbán und Putin engere Beziehungen anstreben

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Neue Dokumente, die POLITICO vorliegen, deuten darauf hin, dass sich Ungarn und Russland auf einen Ungarn-Russland 12-Punkte-Plan geeinigt haben, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Handel, Energie und Kultur zu vertiefen. Dies wirft ein neues Licht auf die Beziehungen von Premierminister Viktor Orbán zu Moskau, während Ungarn auf die Wahlen zusteuert.

Dem Bericht zufolge haben der ungarische Außenminister Péter Szijjártó und der russische Gesundheitsminister Mikhail Murashko den 12-Punkte-Text nach Gesprächen in Moskau im Dezember unterzeichnet. Das bisher unveröffentlichte Dokument beschreibt mögliche Bereiche, in denen die beiden Regierungen zusammenarbeiten würden – von Kernbrennstoff und Energieprojekten bis hin zu Bildung und Sport.

Orbáns Gegner haben seine Russlandpolitik zunehmend als politische Schwachstelle dargestellt. POLITICO berichtet, dass Péter Magyar, einer der größten Herausforderer Orbáns, Beziehungen der Regierung zu Moskau während des Wahlkampfs scharf kritisiert.

Was Ungarn und Russland laut den Dokumenten vereinbart haben

POLITICO berichtet, dass die Vereinbarung aus der 16. Sitzung der russisch-ungarischen Regierungskommission für wirtschaftliche Zusammenarbeit (IGC) hervorgegangen ist, die am 9. Dezember 2025 in Moskau stattfand. Die Regierungskonferenz wurde 2005 ins Leben gerufen und hat sich in der Regel etwa einmal jährlich getroffen, mit einer Unterbrechung zwischen Ende 2021 und September 2024.

Die Dokumente beschreiben die weitreichende Absicht, die Beziehungen nicht nur in den Bereichen Wirtschaft und Handel, sondern auch in den Bereichen Energie, Industrie, Gesundheitswesen, Landwirtschaft, Bauwesen und im “kulturellen und humanitären Bereich” auszubauen. Sie betonen auch den Wert “langfristiger, für beide Seiten vorteilhafter Beziehungen” in Bereichen von gemeinsamem Interesse.

Für internationale Leser: Ungarn ist Mitglied der EU und der NATO, hat aber unter Orbán in der EU häufig eine eigene Linie in Bezug auf Russland bezogene Fragen vertreten, häufig Sanktionen kritisiert und sich gegen Vorschläge gewehrt, die seiner Meinung nach den nationalen Interessen Ungarns schaden würden.

Öl, Gas und nukleare Zusammenarbeit im Mittelpunkt des Plans

Eines der politisch heikelsten Elemente in dem POLITICO-Bericht ist die Energie. Der 12-Punkte-Plan Ungarn-Russland soll die Verpflichtung enthalten, einen “negativen Trend” im bilateralen Handel umzukehren, wie es in dem Text heißt. Dieser steht im Zusammenhang mit dem Rückgang des Warentransfers nach den EU-Sanktionen, die als Reaktion auf den Krieg Russlands in der Ukraine verhängt wurden.

Die Dokumente öffnen Berichten zufolge auch die Tür für eine engere Zusammenarbeit in den Bereichen Öl, Gas und Kernbrennstoffe. Gleichzeitig wird vorgeschlagen, dass sich russische Unternehmen an neuen Strom- und Wasserstoffprojekten in Ungarn beteiligen könnten.

POLITICO berichtet, dass es unabhängige Experten befragt hat, die mit Moskaus Arbeitsmethoden vertraut sind, eine unabhängige Dokumentenüberprüfung war aber nicht möglich sei. Demnach enthalten die Unterlagen konkrete Anweisungen an russische Behörden zur Umsetzung der eingegangenen Verpflichtungen.

Bildung, kultureller Austausch und Sport wurden ebenfalls erwähnt

Der von POLITICO beschriebene Text erstreckt sich nicht nur auf Energie und Handel, sondern auch auf Bildung und kulturellen Austausch. Ungarn will die Stärkung des russischsprachigen Unterrichts prüfen, unter anderem durch den Einsatz von Lehrkräften aus Russland, sowie die gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen und erweiterte Austauschmöglichkeiten für Hochschulstudenten.

Das Abkommen fördert zudem auch laufende Austauschprogramme in Bereichen wie Sport und darstellende Künste, einschließlich der Zusammenarbeit im Zirkuswesen. POLITICO weist darauf hin, dass Russland wiederholt von Kritikern beschuldigt wird, kulturelle Veranstaltungen gezielt zu nutzen, um seine Botschaften über den Krieg in der Ukraine zu verstärken und die Legitimität der derzeitigen russischen Führung zu stärken.

Die Dokumente verweisen auch auf die Idee eines Aktionsplans 2026-2027 für die Zusammenarbeit im Sport.

EU-Beitrittsvorbehalt und politische Reaktionen

Ein bemerkenswerter Punkt in den Dokumenten, der von POLITICO beschrieben wird, ist der Vorbehalt, dass eine engere Zusammenarbeit nicht mit Ungarns Verpflichtungen als Mitglied der Europäischen Union unvereinbar sein darf – ein Punkt, der in Brüssel von Bedeutung sein dürfte, wo die Bedenken über Ungarns Russlandpolitik fortbestehen.

Auf die Frage nach den Dokumenten und ihrer politischen Bedeutung antwortete Szijjártó, dass Ungarns bilaterale Zusammenarbeit von nationalem Interesse geleitet wird und nicht von dem Druck, sich dem anzuschließen, was er als voreingenommene liberale Mainstream-Medien bezeichnete. Das russische Außenministerium reagierte laut POLITICO keine Anfrage nach einem Kommentar.

POLITICO zitiert auch separate Berichte, aus denen hervorgeht, dass Orbán direkte Kontakte zum russischen Präsidenten Wladimir Putin pflegt und sich konsequent gegen eine Verschärfungen der EU-Sanktionen und stärkere Unterstützung für die Ukraine positioniert.

Warum dies für Ungarn wichtig ist

Für internationale Leser ist das bemerkenswert, weil Ungarn ein EU- und NATO-Mitglied ist. Die von POLITICO beschriebenen Dokumente deuten jedoch auf einen 12-Punkte-Plan zur Vertiefung der Zusammenarbeit mit Russland in den Bereichen Handel, Energie und kulturelle Beziehungen hin.

Als besonders sensibel gilt der Energiesektor: Eine engere Abstimmung bei Öl, Gas und Kernbrennstoffen würde im Widerspruch zu den EU-Bestrebungen stehen, sich ab 2022 schrittweise unabhängiger von Russland zu machen.

Der Text enthält auch einen Vorbehalt der EU-Mitgliedschaft, der darauf hinweist, dass jede Vereinbarung mit den EU-Vorschriften und Sanktionen in Einklang stehen muss, was das realistisch Mögliche einschränken könnte.

Aus politischer Sicht ist das Thema von Bedeutung, da Orbáns Beziehungen zu Moskau ein innenpolitisches Wahlkampfthema und eine wiederkehrende Quelle von Spannungen mit bestimmten EU-Partnern sind.

Orbáns Regierung hat die Souveränität in den letzten Jahren zu einem Schlüsselthema der ungarischen Außenpolitik gemacht und damit ihre häufigen Vetos gegen EU-Entscheidungen gerechtfertigt. Diese Nachricht sowie frühere Berichte deuten jedoch darauf hin, dass die Regierung Moskau gegenüber sehr engagiert ist, was die Souveränität in Frage stellen könnte:

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