Erinnerung an die Donbucht: eine Tragödie, die noch immer zu den Ungarn spricht

Heute ist der Jahrestag eines der dunkelsten Kapitel der ungarischen Geschichte: die Katastrophe der Donbucht im Januar 1943. Mehr als acht Jahrzehnte sind vergangen, doch die Stille, die dieser Winter hinterließ, ist immer noch schwer.
Die Erinnerung an die Donbucht
Für viele Ungarn ist die Donbucht nicht nur ein historisches Ereignis. Es ist eine Familienerinnerung ohne Fotos, ein in Stein gemeißelter Name, ein Großvater, der nie nach Hause kam. Ganze Dörfer haben Söhne, Väter und Brüder verloren – oft ohne Gräber, ohne letzte Worte, ohne Antworten. Was bleibt, ist die Abwesenheit.
Die Soldaten der 2. ungarischen Armee wurden Tausende von Kilometern von ihrer Heimat entfernt eingesetzt, schlecht ausgerüstet, unzureichend versorgt und schließlich von der Logik eines Krieges im Stich gelassen, der Menschenleben als entbehrlich behandelte. Sie waren nicht nur dem Feind, sondern auch extremer Kälte, Hunger und Hoffnungslosigkeit ausgesetzt. Das Überleben selbst wurde zu einem Akt des Trotzes.
Bei der Erinnerung an den Don Bend geht es weder darum, den Krieg zu verherrlichen, noch darum, die Geschichte umzuschreiben, um heutige Erzählungen zu bedienen. Es geht darum, die Verantwortung anzuerkennen – politisch, moralisch und menschlich. Diese Männer haben sich nicht für die großen Strategien der damaligen Zeit entschieden. Sie haben den Preis für sie bezahlt.
In Ungarn ist das Gedenken oft kompliziert. Die Don-Katastrophe liegt am Schnittpunkt von nationalem Trauma, Kriegsallianzen und unbequemen Wahrheiten. Aber Schweigen heilt nicht. Ehrliches Erinnern schon.
Für internationale Leser mag die Donbucht wie ein fernes Schlachtfeld an der Ostfront klingen. Für die Ungarn ist es eine Wunde, die sich nie ganz geschlossen hat. Sie erinnert uns daran, was passiert, wenn politische Entscheidungen losgelöst von den menschlichen Konsequenzen getroffen werden – und warum Frieden nie etwas Selbstverständliches ist.
An diesem Jahrestag geht es beim Gedenken nicht nur um die Vergangenheit. Es ist auch eine leise Warnung für die Gegenwart und die Zukunft. Europa hat gesehen, wohin blinder Gehorsam, unkontrollierte Macht und Entmenschlichung führen können. Die Donbucht erinnert uns eindringlich an diesen Preis.
Wir erinnern uns nicht, weil wir müssen, sondern weil das Vergessen der größere Verlust wäre.
Details können Sie hier nachlesen: Warum kämpften und starben ungarische Soldaten gegen die Sowjets im Osten der Ukraine, in der Donbucht?
Die wichtigsten Ereignisse der Katastrophe am Donbass/Donbogen – Zeitleiste
Die Armee erreichte die Stellungen am Don im Sommer 1942 und übernahm am 25. August, noch vor Stalingrad, die Kontrolle über die deutschen Einheiten. Im Dezember 1942 errichteten die Sowjets Brückenköpfe (z.B. Uriv und Scsucsjei), um sich auf die Offensive vorzubereiten.
12. Januar 1943: Der sowjetische Angriff beginnt vom Brückenkopf Uriv aus mit schwerer Artillerievorbereitung und Panzerunterstützung an der nördlichen Frontlinie; der Durchbruch gelingt trotz anfänglichem Widerstand.
13. Januar: Die Sowjets dringen tief hinter die ungarischen Linien ein und verursachen Panik und Chaos bei den Hilfsaktionen der Einheiten.
14. Januar: Ein weiterer Durchbruch im Süden vom Scsucsjei-Brückenkopf aus; die italienische 8. Armee bricht zusammen und zersplittert die ungarische Front.
16. und 17. Januar: Die Front löst sich auf; Kommandant Jány Gusztáv ordnet den Rückzug an, aber viele Einheiten werden eingekesselt.
Die Folgen
Der Rückzug dauerte bis zum 2. Februar, während die Sowjets über 100 km vorrückten. Die Armee verlor etwa 140.000 ihrer 207.000 Mann durch Kampf, Kälte und Gefangenschaft.
FAQ Don-Bogen-Katastrophe/Don-Kanyar
u003cstrongu003eWhen did the Don Bend disaster begin?u003c/strongu003e
The Soviet Red Army launched a major offensive against the Hungarian 2nd Army on January 12, 1943, at dawn in the Don River bend area.
u003cstrongu003eWhere exactly is the Don Bend located?u003c/strongu003e
It lies along the Don River southwest of Voronezh, Russia, roughly between Uryv (Uriv) and Shchuchye (Scsucsjei), where the river sharply turns from north-south to eastward.u003ca href=u0022https://www.gyakorikerdesek.hu/utazas__europa__151088-hol-van-a-don-kanyaru0022 target=u0022_blanku0022 rel=u0022noreferrer noopeneru0022u003eu003c/au003e
u003cstrongu003eWhy is this area called the Don Bend?u003c/strongu003e
The name refers to the sharp bend in the Don River at Uryv, where Hungarian forces primarily defended Soviet bridgeheads like Uryv and Shchuchye.
u003cstrongu003eHow many losses did the Hungarian army suffer?u003c/strongu003e
Of the approximately 200-250,000 troops, around 140,000 were killed, went missing, or were captured during the fighting, cold weather, and retreat.
u003cstrongu003eWere the Don soldiers victims or heroes?u003c/strongu003e
The question is debated: many view them as heroes for their survival struggle, while others contextualize it as an invading war marked by equipment shortages and tragic conditions.
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