Hier sehen Sie, wie sich Heizungs- und Lebensmittelarmut auf die Ungarn im ganzen Land auswirkt

In ganz Europa haben Millionen von Menschen zunehmend Schwierigkeiten, grundlegende Lebensbedürfnisse zu befriedigen, die früher als selbstverständlich galten, wie z.B. eine angemessene Beheizung ihrer Wohnungen und eine ausgewogene Ernährung. Und diese Form der Armut ist auch in Ungarn ein immer größeres Problem.
Die Ungarn gehören zu den am stärksten betroffenen Menschen in der Europäischen Union
Steigende Energiepreise, sinkende Realeinkommen und wachsende soziale Ungleichheiten haben zu einer neuen Form der alltäglichen Not geführt. Ungarn gehört zu den am stärksten betroffenen Ländern. Ein großer Teil der Bevölkerung ist von Heizungs- und Ernährungsunsicherheit betroffen.
Jüngsten Analysen von CHART by Pénzcentrum zufolge können es sich im Durchschnitt der Europäischen Union 9,2 % der Bürger nicht leisten, ihre Wohnung angemessen zu heizen. Hinter dieser Zahl verbergen sich jedoch starke regionale Unterschiede.
In Teilen Südeuropas, einschließlich Mittelgriechenlands, lebt etwa jeder Fünfte im Winter regelmäßig in kalten Wohnungen. Im Gegensatz dazu gibt es in einigen Regionen Polens fast keine heizungsbedingte Benachteiligung, was die Rolle der Wohnqualität, der Energiekosten und wirksamer Unterstützungssysteme verdeutlicht.
Armut in Ungarn ist leider kein unbekanntes Phänomen
Die Situation in Ungarn ist deutlich schlechter als im EU-Durchschnitt. Schätzungen zufolge haben 12-14% der Bevölkerung Probleme, eine angemessene Innentemperatur aufrechtzuerhalten, was bedeutet, dass etwa jeder achte Mensch unter ernsthaftem finanziellem Druck steht, nur um sich warm zu halten. Diese weit verbreitete Anfälligkeit ist weitgehend strukturell und nicht nur vorübergehend.
Ein wichtiger Faktor ist Ungarns alternder und energieineffizienter Wohnungsbestand. Viele Häuser sind schlecht isoliert, haben veraltete Fenster und veraltete Heizungssysteme, so dass sie sehr empfindlich auf steigende Energiekosten reagieren. Infolgedessen können selbst geringe Erhöhungen der Energiepreise für Haushalte mit begrenztem Einkommen eine unerträgliche Belastung darstellen.
Frühere Daten von Eurostat und der Europäischen Umweltagentur bestätigen, dass eine schlechte Energieeffizienz in Wohngebäuden nach wie vor eine der dringendsten sozioökonomischen Herausforderungen in Mittel- und Osteuropa darstellt.
Nahrungsmittel- und Heizungsarmut sind die größten Bedrohungen
Heizungsarmut hat auch ernste gesundheitliche Folgen. Längerer Aufenthalt bei niedrigen Innentemperaturen erhöht das Risiko von Atemwegserkrankungen, verschlimmert chronische Erkrankungen und trägt zu einer höheren Wintersterblichkeit bei. Ältere Menschen, Kinder und Menschen mit vorbestehenden Gesundheitsproblemen sind besonders gefährdet, wodurch ein finanzielles Problem zu einem Problem der öffentlichen Gesundheit wird.
Neben dem Heizen wird auch die Ernährungsunsicherheit zu einem immer sichtbareren Problem. Die Daten von CHART by Pénzcentrum zeigen, dass jeder zwölfte EU-Bürger es sich nicht leisten kann, jeden zweiten Tag eine proteinreiche Mahlzeit wie Fleisch oder Fisch zu essen. Die schwersten Fälle sind in Rumänien, Bulgarien und der Slowakei zu verzeichnen, aber auch mehrere ungarische Regionen liegen über dem EU-Durchschnitt.
Besonders betroffen sind die Tiefebene und Nordungarn, wo niedrige Löhne, schwache Arbeitsmärkte und ein begrenzter Zugang zu erschwinglichen Lebensmitteln aufeinandertreffen. Internationale Studien der Weltgesundheitsorganisation und der OECD stützen diese Erkenntnisse. Sie stellen fest, dass die Preise für gesunde Lebensmittel schneller gestiegen sind als die allgemeine Inflation, was Haushalte mit niedrigerem Einkommen unverhältnismäßig stark trifft.
Experten sind sich einig, dass die Bewältigung dieser Probleme koordinierte und umfassende politische Maßnahmen erfordert. Die Verbesserung der Energieeffizienz von Wohnungen, die Stärkung gezielter sozialer Unterstützung und die Erschwinglichkeit von Lebensmitteln müssen Hand in Hand gehen.
Ohne einen solchen integrierten Ansatz besteht jedoch die Gefahr, dass Heizungs- und Lebensmittelarmut zu einem festen Bestandteil des ungarischen Alltags werden, der die sozialen Ungleichheiten stillschweigend vertieft und langfristig die öffentliche Gesundheit und den sozialen Zusammenhalt untergräbt.

