Hunderte von jüdischen Jugendlichen versammeln sich in Budapest bei Europas größtem Jugendtreffen

Budapest wird diesen Freitag Schauplatz einer großen Demonstration jüdischen Stolzes und jüdischer Widerstandskraft sein. Mehr als 500 jüdische Jugendliche aus 28 europäischen Ländern versammeln sich in der ungarischen Hauptstadt zu einer öffentlichen Kundgebung auf dem Madách-Imre-Platz, einem historischen Ort am Rande des ehemaligen jüdischen Ghettos von Budapest.

Die Veranstaltung ist Teil des Europäischen Jüdischen Teenager-Kongresses, der vom 27. bis 30. November stattfindet und von EMIH (dem ungarischen jüdischen Verband) zusammen mit CTeen International, dem weltweit größten jüdischen Teenager-Netzwerk, organisiert wird. Es handelt sich dabei um das größte Treffen jüdischer Jugendlicher in Europa, das Teenager zusammenbringt, die in ihren Heimatländern oft als kleine Minderheiten leben.

Last year's European Jewish Youth Congress in Berlin
Der letztjährige Europäische Jüdische Jugendkongress in Berlin.

Eine Rettungsleine für isolierte jüdische Jugendliche

Für viele Teilnehmer ist dieser Kongress einer der wenigen Momente im Jahr, in denen sie Zeit mit Gleichaltrigen verbringen können, die ihre Identität, Erfahrungen und Herausforderungen teilen. Die Organisatoren betonen, dass der zunehmende Antisemitismus und die soziale Isolation diese Treffen für junge europäische Juden immer wichtiger machen. Einige Teilnehmer sind die einzigen jüdischen Schüler in ihrer Schule, so dass die Gelegenheit, sich zu treffen, zu lernen und als Gemeinschaft zu feiern, besonders wichtig ist.

Während des gesamten Wochenendes werden die Jugendlichen an Workshops teilnehmen, die sich mit den Problemen ihres täglichen Lebens befassen, erkunden, wie ihr Erbe ihre Identität prägt, und sich mit Gleichaltrigen aus dem ganzen Kontinent austauschen. Sie werden auch gemeinsam den Schabbat feiern und eine temporäre, aber starke Gemeinschaft bilden.

Eine Kundgebung an einem Ort von großer historischer Bedeutung

Die Kundgebung am Freitag, die um 11:15 Uhr beginnt, findet auf dem Madách-Imre-Platz statt, einem Ort, der einst im Budapester Ghetto der Kriegszeit lag. Vor dem Hintergrund einer Stadt, die von der Erinnerung an eines der dunkelsten Kapitel Europas geprägt ist, werden diese jungen Menschen stolz aufstehen und symbolisch einen Ort des Leidens in einen Ort der Stärke und Kontinuität verwandeln.

Die israelische Botschafterin Maya Kadosh, lokale Führungskräfte und Diplomaten werden an der Veranstaltung teilnehmen. Auf dem Programm stehen auch der Sänger und IDF-Soldat Noam Buskila und DJ Golan.

Geschichten über Widerstandsfähigkeit und Führungsstärke

Die Organisatoren sagen, dass viele der teilnehmenden Jugendlichen beeindruckende persönliche Geschichten zu erzählen haben: wie sie mit Antisemitismus in der Schule umgehen, wie sie sich dafür entscheiden, sichtbar jüdisch zu bleiben, obwohl es einfacher wäre, sich zu verstecken, und wie sie Führungsrollen in ihren Gemeinden übernehmen. Im Laufe des Kongresses werden die Teenager Workshops leiten und ihre Erfahrungen teilen, um sich darauf vorzubereiten, als selbstbewusste Vertreter ihrer lokalen jüdischen Gemeinden nach Hause zurückzukehren.

Das Ziel ist es, dass die Teilnehmer Budapest gestärkt und befähigt verlassen – “stolz und informiert”, wie die Organisatoren es ausdrücken – und bereit sind, als Botschafter für das jüdische Leben in ganz Europa zu agieren.

Budapests blühende jüdische Wiedergeburt

Die Kundgebung unterstreicht auch die allgemeine Wiederbelebung des jüdischen Gemeindelebens in Ungarn. Mit schätzungsweise 100.000 Mitgliedern ist Ungarn die Heimat einer der lebendigsten jüdischen Gemeinden in Europa. In den letzten zwei Jahrzehnten hat Chabad zehn neue Synagogen in Budapest eröffnet und betreibt heute 28 Shluchim, zwei Schulen, eine Jeschiwa und eine Universität.

In Ungarn findet außerdem jedes Jahr ein internationales CTeen-Camp statt, an dem mehr als 300 jüdische Jugendliche aus der ganzen Welt teilnehmen. Letztes Jahr wurde in Budapest das erste eigenständige CTeen ClubHouse der Welt eröffnet – ein ständiges Zentrum für die jüdische Jugend vor Ort.

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