Kommunalwahlen „Aungarn ist nicht stark, wenn 4 Millionen in Armut leben, sagt der sozialistische Führer

(MTI) – Es gibt keine starken Gemeinden und kein starkes Ungarn, wenn es vier Millionen arme Menschen im Land gibt, sagte der Führer der oppositionellen Sozialisten am Samstag im Wahlkampf.
“Diese Gruppe ist ohne Vertretung und Partnerschaft und ohne Sicherheitsgurt geblieben”, sagte Jozsef Tobias auf einem öffentlichen Forum in Papa in Westungarn.
620.000 Kinder leben in Ungarn in schimmeligen und feuchten Häusern, 170.000 haben keinen Zugang zu geeigneten Bädern und weitere 300.000 bekommen keine angemessenen Mahlzeiten, sagte Tobias und verwies auf eine am Freitag veröffentlichte internationale Studie über die ungarische Gesellschaft.
Er sagte, es liege in der Verantwortung der Kommunen, die durch die Entscheidungen der aktuellen Regierung verursachten sozialen Spannungen zu bewältigen.
Ildiko Borbely Bango, ein Abgeordneter der Sozialisten, sagte am Samstag auf einer Pressekonferenz, dass die Partei vom Statistischen Zentralamt die Veröffentlichung von Zahlen zur Armut in Ungarn an die Öffentlichkeit verlange.
Bis dahin hat KSH als Routine entsprechende Zahlen veröffentlicht, die es unter der EU-Methodik bis zum 20. September gemeldet hat. Aber dieses Jahr sagte das Büro, es könne diese Daten nur im November veröffentlichen, und verwies auf einen Budgetmangel, sagte Bango.
Sie wies darauf hin, dass Eurosat, das statistische Amt der EU, auf der Grundlage der von KSH erhaltenen Daten bereits berichtet habe, dass die Zahl der in Ungarn in Armut lebenden Menschen im Jahr 2013 um jährlich 100.000 gestiegen sei.
Im Vergleich dazu sei die Armut in allen Nachbarländern zurückgegangen, wobei ihr Anteil an der Bevölkerung in Polen bei 26 Prozent, in der Slowakei bei 20 Prozent und in der Tschechischen Republik bei 14,6 Prozent liege. In Ungarn seien es jedoch 33 Prozent, fügte sie hinzu.
Die oppositionelle Abgeordnete sagte, ihre Partei gehe davon aus, dass es für die Orban-Regierung eher “unangenehm” wäre, die Zahlen zu veröffentlichen und den Wählern zu erlauben, sich der Tatsache zu stellen, dass “Ungarn in die Armut abrutscht” kurz vor den bevorstehenden Kommunalwahlen.
Foto: MTI – Tamas Kovacs
