Marsch der Lebenden in Budapest

Budapest, 16. April (MTI) – Tausende Menschen nahmen am Sonntagnachmittag am Marsch der Lebenden zum Gedenken an die Opfer des Holocaust in Budapest teil.

Die zum fünfzehnten Mal durchgeführte Veranstaltung begann am Denkmal “Schuhe am Flussufer” zu Ehren der am Donauufer getöteten Holocaustopfer, wo die Teilnehmer Steine, Kerzen und Blumen platzierten Der Gedenkmarsch führte über die Kettenbrücke zum Clark-Adam-Platz auf der Budaer Seite.

Ziel der Veranstaltung ist es, den Teilnehmern zu ermöglichen, den Opfern des Holocaust unabhängig von ihrer religiösen und politischen Zugehörigkeit gemeinsam ihre Aufwartung zu machen und ihr Engagement für Solidarität und demokratische politische Kultur zum Ausdruck zu bringen.

Die Redner warnten vor den Gefahren von Diskriminierung und der Stärkung des Antisemitismus sowie vor der Bedeutung des Erinnerns und Erlernens der Lehren aus der Vergangenheit.

Gábor Gordon, Vorstandsvorsitzender der March of the Living Foundation, sagte, dass der Ostersonntag dieses Jahr mit dem 6. Tag des jüdischen Pessachfestes und dem Holocaust-Gedenktag Ungarns zusammenfällt.

Für Christen, sagte er, ist heute das Fest der Auferstehung und Erlösung Für Juden bedeutet es Befreiung aus der Sklaverei in Ägypten, aber es warnt Christen und Juden gleichermaßen vor den Gefahren der Diskriminierung, vor den winzigen, alltäglichen, kaum sichtbaren Schritten, die einen Prozess darstellen, der zu einer unrettbaren Tragödie führen könnte.

Yosef Amrani, israelischer Botschafter in Budapest, sagte, die Teilnehmer repräsentierten diejenigen, die nicht am Marsch der Lebenden teilnehmen konnten, diejenigen, die nicht mehr gehen konnten, diejenigen, die ihr Leben verloren oder nie geboren wurden. Der Botschafter betonte die Bedeutung des Gedenkens und wies darauf hin, dass alles vor Ungarns erstem antijüdischen Gesetz von 1938 begann, mit Angst, Hass und Vorurteilen.

Am Ende des Programms startete der Amateur-Langstreckenläufer Peter Hajdu einen 8-tägigen Lauf nach Auschwitz, um dort am internationalen Marsch der Lebenden teilzunehmen.

Mehr als 10.000 Menschen nahmen an der Veranstaltung teil und etwa 18.000 verfolgten die Live-Übertragung auf Facebook.

Foto: MTI

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